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Mit Plan zur Rad-WM

UCI Straßenrad-WM 2018

Mit Plan zur Rad-WM

WM-Botschafter Thomas Rohregger antwortet auf ausgewählte Fragen zur Rad-WM.

Text: Text: Eva Schwienbacher, Bild: Flo Taibon Photography 

Das Warten auf die Rad-WM hat bald ein Ende. Höchste Zeit, noch offene Punkte zu klären. sport.tirol hat den WM-Botschafter Thomas Rohregger gebeten, einige ausgewählte Fragen zu beantworten – etwa zu den Disziplinen, Herausforderungen, Fanzonen oder Top-Favoriten.

Die Disziplinen

Insgesamt zwölf Rennen stehen von 22. bis 30. September 2018 in den Kategorien Herren und Damen Elite, Herren und Damen Junioren und Herren U23 auf dem Programm. Die Bewerbe finden in den drei Disziplinen Mannschaftszeitfahren, Einzelzeitfahren und Straßenrennen statt. Die WM startet mit den Herren- und Damenbewerben im Mannschaftszeitfahren. Darauf folgen die einzelnen Bewerbe im Einzelzeitfahren sowie im Straßenrennen. Details zum Programm 

Unterschied Mannschafts- und Einzelzeitfahren

Beim Mannschaftszeitfahren gehen die Fahrer in sechsköpfigen Teams an den Start, und zwar in ihren Profi-Radsportteams. Die Mannschaften starten in Intervallen von zwei bis drei Minuten. Am Ende gewinnt das Team, das die Strecke am schnellsten bewältigt. Zur Zeitmessung wird die Zeit des vierten Fahrers, der die Ziellinie erreicht, herangezogen, das heißt, nur vier der sechs Fahrer müssen das Ziel erreichen. Das Besondere am Mannschaftszeitfahren ist unter anderem das Windschattenfahren. Der Vordermann hält die restlichen Fahrer aus dem Wind, damit diese wertvolle Kraft sparen können. Wichtig ist daher ein schneller Wechsel der Führungsposition. Startort für das Mannschaftszeitfahren bei der Straßenrad-WM in Innsbruck-Tirol ist die Area 47 im Ötztal. Details zum Mannschaftszeitfahren 

Beim Einzelzeitfahren ist jeder Sportler auf sich gestellt. Gestartet wird in Abständen von eineinhalb Minuten. Der Schnellste gewinnt. Startort fürs Einzelzeitfahren sind für alle Kategorien die Swarovski Kristallwelten in Wattens mit Ausnahme der Herren Elite, die in Rattenberg an den Start gehen. Details zum Einzelzeitfahren

Das Straßenrennen 

In dieser Disziplin starten alle Fahrer gemeinsam im Massenstart ins Rennen. Bei den UCI Straßenrad-Weltmeisterschaften gilt es in der Regel, einen Rundkurs zu bewältigen. Bei der Straßenrad-WM in Innsbruck-Tirol starten die Straßenrennen in allen Kategorien in Kufstein. Einzige Ausnahme sind die Juniorinnen, die in Rattenberg an den Start gehen. Zunächst geht es auf einer selektiven Strecke durch das Inntal Richtung Innsbruck. In der Tiroler Landeshauptstadt startet dann der Rundkurs, der sogenannte Olympia-Kurs. Er führt von der Museumstraße zum Einkaufszentrum Sillpark und vorbei am Tivoli-Schwimmbad weiter zum Tivoli-Fußballstadion. Mit dem Olympia-Anstieg erfolgt die erste Steigung vorbei am Schloss Ambras. Von Aldrans über Lans geht es weiter zur Patscherkofel-Talstation, bevor es über Igls und Vill zum Tivoli-Stadion und über die Olympiabrücke ins Stadtzentrum geht. Vorbei an der Triumphpforte führt die Strecke über die Maria-Theresien-Straße in die Innsbrucker Altstadt. Vom Goldenen Dachl führt der Kurs über die Innbrücke in die enge Höttinger Gasse. Es folgt ein kurzer Anstieg bis zum Höttinger Platzl, wo die Strecke dann weiter über die Riedgasse und bis ins Ziel bei der Innsbrucker Hofburg führt. 

Der Rundkurs ist für Junioren, U23, Damen und Herren Elite ident, er ist jedoch unterschiedlich oft zu bewältigen: Die Junioren fahren die Runde zweimal, die Herren U23 viermal, die Damen Elite dreimal und die Herren Elite fährt die Olympia-Runde schließlich siebenmal und im Anschluss daran noch den berühmt-berüchtigten Höll-Anstieg. Details zum Straßenrennen 

Die Streckenführung mit ihren harten Anstiegen ist sehr anspruchsvoll, weshalb vor allem die Nationen der Kletterer, also der Bergspezialisten, beim Straßenrennen in Innsbruck-Tirol den Ton angeben werden.

Die Favoriten für das Straßenrennen 

Die Streckenführung mit ihren harten Anstiegen ist sehr anspruchsvoll, weshalb vor allem die Nationen der Kletterer, also der Bergspezialisten, beim Straßenrennen in Innsbruck-Tirol den Ton angeben werden, erklärt Rad-WM-Botschafter Thomas Rohregger: „Bei den Damen stechen besonders die Holländerinnen heraus.“ Aber auch für die Italienerinnen, Französinnen, Deutschen oder Australierinnen stehen die Chancen gut. Bei den Herren sind laut Rohregger die Italiener mit Nibali zu beachten, die Franzosen mit Alaphilippe oder auch die Spanier mit Valverde. Stark sind auch die Kolumbianer, die Belgier, die Briten und natürlich ist auch mit dem Titelverteidiger Peter Sagan zu rechnen. Schließlich tritt auch Österreich mit einer Mannschaft voller Talente an. 

Die führenden Nationen bei den Straßenrad-WMs

Je nach Streckenverlauf werden die Rad-Weltmeisterschaften von unterschiedlichen Nationen dominiert. „Bei einem Blick in die Historie der Rad-Weltmeisterschaften fällt jedoch auf, dass sie in der Vergangenheit von den Italienern, Franzosen, Belgiern, Holländern dominiert wurden. Diese Nationen haben summa summarum sicherlich die meisten Weltmeistertitel“, erklärt Rohregger. Doch in den letzten Jahren hatten auch andere Länder, wie die Slowakei oder Irland, ein Wörtchen mitzureden, weshalb man sich in Innsbruck-Tirol auf spannende Titelkämpfe freuen kann.

Österreichs Favoriten

Das österreichische Nationalteam ist heuer mit einer starken Mannschaft am Start. Bei den Juniorinnen erwähnt Thomas Rohregger beispielhaft Laura Stigger, bei den Herren U23 den Junioren-Weltmeister von 2015, Felix Gall, oder aber Markus Wildauer und Benjamin Brkic. „Bei den Herren-Elite-Rennen haben wir heuer fast ein Luxusproblem, da wir so viele gute Fahrer haben“, sagt Rohregger. Dazu zählen zum Beispiel Patrick Konrad oder Gregor Mühlberger

Rolle des Teams

Besonders bei langen, anspruchsvollen Rennen spielt das Team eine enorm wichtige Rolle. Die einzelnen Mannschaftsmitglieder erfüllen dabei unterschiedliche Aufgaben. „Ein Team hat immer einen Kapitän, oder auch einen Ersatzkapitän, und natürlich Helfer“, so Rohregger. Letztere bringen dem Kapitän zum Beispiel Wasserflaschen oder Essen, halten ihn aus dem Wind oder unterstützen ihn bei mechanischen Problemen. Gute Helfer sind unverzichtbar, um vorne mitzufahren.

Die Bedeutung der WM für die Radstars

Die Rad-Weltmeisterschaften haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Nun zählen sie neben den großen Länderrundfahrten Tour de France, Giro d’Italia und Vuelta a España sowie den berühmten Klassikern wie Paris-Roubaix zu den Monumenten des Radsports.

Die Weltmeisterschaften gehören mittlerweile zu den Monumenten des Radsports.

Das Regenbogentrikot

Neben Preisgeld, Ruhm und Ehre erhält der Weltmeister das sogenannte Regenbogentrikot. Dabei handelt es sich um ein Trikot von weißer Grundfarbe mit fünf Querstreifen in den Farben Blau, Rot, Schwarz, Gelb und Grün auf Brusthöhe und auf den Trikotärmeln. Es zeigt, wer der aktuelle Weltmeister in der jeweiligen Disziplin ist. Denn der amtierende Weltmeister hat das Recht und die Pflicht, das begehrte Oberteil bei allen Rennen in jener Disziplin, in der er gewonnen hat, bis zu den Weltmeisterschaften im folgenden Jahr zu tragen. 

Die Fanzonen

Während der Straßenrad-WM in Innsbruck-Tirol wird eine Reihe an Fanzonen eingerichtet, in denen Zuschauer die spannenden Titelkämpfe verfolgen können. Sie befinden sich an folgenden Orten: im Zielbereich in Innsbruck, das sich vom Haus der Musik neben dem Landestheater bis zum Hofgarten erstreckt, am Landhausplatz, beim Schloss Ambras, an der Patscherkofel-Talstation und in den einzelnen Startorten – in der Area 47/Ötztal, den Swarovski Kristallwelten Wattens, in Rattenberg am Parkplatz West P1 und in der Innenstadt von Kufstein. In den Fanzonen garantieren Video-Leinwände dafür, dass man die Rennen hautnah miterleben kann. Außerdem sorgt ein buntes Rahmenprogramm für eine stimmungsvolle Atmosphäre. Details zu den Fanzonen 

Die Höttinger Höll

Höttinger Höll wird jener extrem steile Abschnitt in Innsbruck genannt, den die Fahrer im Straßenrennen Herren Elite im Anschluss an die siebte Runde bewältigen müssen. Er führt in Richtung Hungerburg und weist eine Steigung von bis zu 28 Prozent auf. Sie gilt als Schlüsselstelle für dieses Rennen. 

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