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Sie wollen hoch hinaus

Kletter-WM 2018

Sie wollen hoch hinaus

Das sind die Österreicher, die bei der Kletter-WM in Innsbruck-Tirol nach Medaillen greifen.

sport.tirol stellt die österreichischen Athleten vor.

Text: Rebecca Müller, Lisa-Maria Schwarzenauer, Titelbild: Heiko Wilhelm

28 Athleten schickt der Kletterverband Österreich ins vertikale Rennen um Medaillen bei der Kletter-WM in Innsbruck. In den Paraclimbing-Bewerben kämpfen zehn heimische Athleten um Top-Platzierungen. Vom 6. bis zum 16. September messen sie sich mit den Besten der Welt. Insgesamt treten über 800 Sportler aus 57 Nationen an. 

Vorstieg: Damen

Hier treten an: Julia Fiser (ÖAV Innsbruck), Eva-Maria Hammelmüller (ÖAV Haag), Sandra Lettner (ÖAV Vöcklabruck), Jessica Pilz (ÖAV Haag), Katharina Posch (ÖAV Imst-Oberland), Christine Schranz (ÖAV Landeck), Hanna Schubert (ÖAV Innsbruck) und Laura Stöckler (ÖAV Haag).

Julia Fiser
Die 21-jährige Innsbruckerin (ÖAV Innsbruck) freut sich ganz besonders auf die Weltmeisterschaft: Der Wettkampf wird ihre erste WM-Teilnahme in der allgemeinen Klasse – und das dann gleich zu Hause vor den Augen von Freunden und Familie. Für manche könnte das zusätzlichen Druck bedeuten, aber für Julia ist die Vorstellung, vor so vielen bekannten Gesichtern zu klettern, die beste Motivation, in der Vorbereitung und im Wettbewerb ihr Bestes zu geben. 

Mit einer Bronzemedaille bei der Junioren-WM 2015 und dem ersten Platz im Gesamteuropacup 2015 hat sie ihr großes Potenzial im Vorstieg schon bewiesen. Jetzt sollen eine erfolgreiche Heim-WM und der Sprung ins Weltcupfinale im Lead folgen.

Eva-Maria Hammelmüller
Das 18-jährige Nachwuchstalent aus Niederösterreich (ÖAV Haag) wusste schon als kleines Mädchen, dass der Klettersport genau das Richtige für sie ist. Mit sechs Jahren fing sie dann auch offiziell damit an und hat seitdem mehr als bewiesen, dass das eine sehr gute Entscheidung war. 

2016 holte sie jeweils die Goldmedaille im Vorstieg und in der Kombination bei der Junioren-Europameisterschaft in Mitterdorf, bei der WM in China folgte im selben Jahr ein vierter Platz im Bouldern. 2017 krönte sie sich zur österreichischen U18-Meisterin im Vorstieg. Der Wettkampf in Innsbruck wird ihre erste Teilnahme an einer allgemeinen Weltmeisterschaft sein.

Eva-Maria Hammelmüller © Moritz Liebhaber

Julia Fiser © EXPA / Johann Groder

Sandra Lettner © Moritz Liebhaber

Sandra Lettner
Die gebürtige Salzburgerin (ÖAV Vöcklabruck) klettert bereits seit 2007 mit großer Leidenschaft und mindestens ebenso großem Ehrgeiz. Mit 14 ist sie wegen des Kletterns von Straßwalchen nach Innsbruck gezogen, um von den Trainingsbedingungen im dortigen Kletterzentrum zu profitieren. Dieser Schritt hat sich gelohnt und der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Bei ihrem Weltcupdebut im Bouldern sicherte sich Sandra auf Anhieb den vierten Platz, 2017 folgte dann auch der U18-Weltmeistertitel in der Kombination. 

Bei ihrer ersten allgemeinen Weltmeisterschaft wird das 17-jährige Multitalent mit ihrer Teilnahme in der Kombination automatisch in allen Disziplinen (Bouldern, Vorstieg, Speed) antreten. 

Jessica Pilz
In den Sommerferien 2005 meldete sich die gebürtige Niederösterreicherin Jessica Pilz vom ÖAV Haag für einen Kletterkurs der Stadt Haag an. 13 Jahre später sind ihre großen Ziele eine Medaille bei der Heim-WM in Innsbruck und die Teilnahme an den Olympischen Spielen. Neben Jakob Schubert ist Jessica Pilz aus österreichischer Sicht die große Medaillenhoffnung bei der Heim-WM in Innsbruck.

Der erste große internationale Erfolg gelang Pilz bei der Jugend- & Juniorenweltmeisterschaft 2011 in Imst, wo sie sich im Vorstieg (U16) zur Weltmeisterin krönte. Junioren-Europameisterin im Bouldern darf sie sich seit 2014 nennen. Der Durchbruch in der allgemeinen Klasse gelang mit dem Europameistertitel in der Kombination, Bronze bei der Vorstieg-EM in Chamonix sowie Platz drei im Vorstieg-Gesamtweltcup. Bei allen Vorstieg-Weltcups der heurigen Saison stand Pilz auf dem Stockerl, bei der WM will sie unbedingt eine Medaille machen. 

Jessica Pilz © Heiko Wilhelm

Katharina Posch (oben) © Heiko Wilhelm

Christine Schranz © Moritz Liebhaber

Katharina Posch
Bereits als Fünfjährige kam die Imsterin (ÖAV Imst-Oberland) durch eine Freundin bei einem Alpenverein-Klettertraining zum ersten Mal mit dem Klettersport in Berührung. Die Kletterbegeisterung und das Talent waren von Anfang an groß, und so folgten kurz darauf die ersten Teilnahmen bei Bezirkswettkämpfen, mit neun Jahren dann auch die Qualifikation für nationale Meisterschaften. 

Im Jugendnationalteam holte sie ab 2008 insgesamt drei Europameistertitel und einen Weltmeistertitel, bevor sie 2010 ihr Weltcupdebut gab und auf Anhieb Zweite beim prestigeträchtigen Rockmaster in Arco (ITA) wurde. Die Heim-WM soll ein weiteres Karriere-Highlight für die 24-Jährige werden, aber das ganz große Ziel ist die Olympia-Teilnahme in Tokio 2020.

Christine Schranz
Die 29-jährige Athletin vom ÖAV Landeck ist eines der routiniertesten Teammitglieder. Als Kind mochte die sportaffine Innsbruckerin so ziemlich jede Sportart, aber als sie mit zehn zum ersten Mal kletterte, war sie sofort Feuer und Flamme. 2007 holte sie den Weltmeistertitel bei der Jugend-WM in Ibarra (ECU), außerdem kann sie mehrere Spitzenplatzierungen im Weltcup vorweisen, unter anderem einen zweiten Platz beim Rockmaster in Arco (ITA) 2012.

Die Heim-WM ist ein besonderer Ansporn für sie, ihr ganzes Können zu zeigen. Obwohl sie auf bereits knapp 20 Jahre Erfahrung im Klettersport zurückblicken kann, hat sie noch lange nicht genug und greift nach immer neuen Zielen, wie zum Beispiel einem Finaleinzug im Weltcup.

Hannah Schubert © EXPA / Johann Groder

Hannah Schubert
Die jüngere Schwester von WM-Hoffnung Jakob Schubert (ÖAV Innsbruck) stieß mit acht Jahren zum Team des Innsbrucker Kletterzentrums und bewies bald, dass außergewöhnliches Talent und großer Trainingsehrgeiz in der Familie Schubert anscheinend ganz normal sind. Kurz darauf folgten erste Spitzenplatzierungen bei nationalen Bewerben, seit 2011 startet Hannah auch bei internationalen Wettkämpfen. 2012 gewann sie ihren ersten Europacup und holte außerdem den Weltmeistertitel bei der Lead-Junioren-WM, was sie 2014 wiederholte.

Seit ihrer Top-Ten-Platzierung im Gesamtweltcup 2017 ist die mittlerweile 20-Jährige auch in der Weltspitze keine Unbekannte mehr und träumt davon, in Zukunft konstant ins Weltcupfinale zu klettern und weitere Podestplätze zu sammeln.

Laura Stöckler © Moritz Liebhaber

Laura Stöckler
Mindestens einmal hat das Nachwuchstalent vom ÖAV Haag während der Weltmeisterschaft in Innsbruck garantiert Grund zum Feiern: Die Junioren-Weltmeisterin und Jugend-Europameisterin in der olympischen Disziplin Kombination (beides 2017) feiert am 11. September ihren 19. Geburtstag – und mit der WM-Teilnahme in allen drei Disziplinen (Vorstieg, Bouldern, Speed – damit automatisch auch in der Kombination) hat sie sich schon im Vorhinein selbst das perfekte Geburtstagsgeschenk gemacht.

Lauras große Ziele neben einer erfolgreichen Heim-Weltmeisterschaft sind das Erreichen des Semifinales im Boulder- und im Vorstieg-Weltcup sowie weitere Podiumsplätze bei internationalen Jugendwettkämpfen.

Vorstieg: Herren

In dieser Disziplin treten an: Georg Parma (NFÖ Eichgraben), Mathias Posch (ÖAV Hohe Munde), Max Rudigier (ÖAV Radstadt) und Jakob Schubert (ÖAV Innsbruck).

Georg Parma
Seine Leidenschaft fürs Klettern entdeckte Georg Parma (NFÖ Eichgraben) bereits mit sechs Jahren. Der Niederösterreicher durfte schnell Erfolge bei nationalen Bewerben feiern, 2015 wurde er Staatsmeister im Vorstieg. In den Kategorien U16 und U18 holte sich Parma, Jahrgang 1997, 2012 und 2014 jeweils WM-Bronze und EM-Gold im Vorstieg. Im Europacup sicherte er sich 2014 und 2015 den Gesamtsieg im Vorstieg, im Bouldern belegte er 2016 Platz zwei.

Ein eindrucksvoller Beweis für seine Vielseitigkeit ist auch der Europameistertitel in der Kombination, den er 2016 feiern durfte. Neben Jakob Schubert ist Georg Parma der zweite aus dem österreichischen Kader, der in der Kombination antritt. Er geht in allen vier Disziplinen, also auch in Bouldern, Speed und Kombination, an den Start. 

Mathias Posch
Mathias Posch, Jahrgang 1999, vom ÖAV Hohe Munde kann mit seiner aktuellen Vorstieg-Saison zufrieden sein. 2018 konnte er bereits zwei zweite Plätze, beim European Youth Cup Lead in Bruneck und beim European Youth Cup Lead auf heimischen Boden in Imst, für sich verbuchen. Vierter wurde er beim European Youth Cup Lead in Uster in der Schweiz, Dritter beim European Youth Cup Lead in München und den siebten Platz durfte der bei den IFSC Youth World Championships in Moskau feiern.

Zweimal in seiner Karriere war Posch bereits österreichischer Meister, 2013 errang er bei der Europameisterschaft den elften Platz, 2014 schaffte er bei der EM Platz zwei. 2017 zählte ein vierter Platz beim Europa Cup in Ulster zu seinen Saison-Highlights.

Max Rudigier
Max Rudigier, Jahrgang 1993, vom ÖAV Radstadt mag die Wettkämpfe in Arco in Italien und jene in Innsbruck am liebsten. Am Felsen klettert bzw. bouldert er gerne in der Schweiz – Granit gefällt ihm am besten. Auf die Kletter-WM freut er sich nicht nur aus sportlicher Sicht. Darüber hinaus hofft er, dass die WM auf heimischem Boden für ein gesteigertes Interesse bei den Leuten sorgt und der Sport mehr Zulauf und Anerkennung erfährt.

Als Ziele für die aktuelle Saison hat er sich einen Weltcupsieg und eine Top-Fünf-Platzierung bei der WM in Innsbruck gesetzt. Zu seinen bisher größten Erfolgen zählen ein dritter Patz im Vorstieg-Weltcup in Arco 2017, ein siebter Platz im Vorstieg-Weltcup in Edinburgh 2017 und ein dritter Platz beim Rockmaster 2016.

Mathias Posch © Moritz Liebhaber

Georg Parma (oben) © Heiko Wilhelm

Max Rudigier © EXPA / Johann Groder

Jakob Schubert
Für den gebürtigen Innsbrucker Jakob Schubert vom ÖAV Innsbruck, Jahrgang 1990, ist die anstehende WM in Innsbruck eine „riesige Motivation“, wie er betont. In Innsbruck, im Kletterzentrum Tivoli, hat der damals Zwölfjährige seine ersten Gehversuche in der Vertikalen gewagt. Bereits drei Jahre später durfte er sich Vize-Weltmeister in der Jugendkategorie U16 nennen.

Der Übergang in die allgemeine Klasse gelang dem heute 27-Jährigen nahtlos. 2012 krönte er sich in Paris zum Weltmeister. Jakob Schuberts Paradedisziplin ist der Vorstieg, zuletzt zeigte er aber auch im Bouldern wieder auf. Beim Weltcupfinale im August feierte er mit dem dritten Platz seinen ersten Podestplatz seit fünf Jahren. Damit ist er auch ein heißer Kandidat für die Kombination. Sein Schwerpunkt bei der WM ist aber klar: „Im Vorsteig will ich eine Goldmedaille holen“, so seine Ansage. Schubert gilt als aussichtsreicher Kandidat im Kader. Schubert geht in allen vier Disziplinen, also auch in Boulder, Speed und Kombination, an den Start.

Jakob Schubert © Heiko Wilhelm

Bouldern: Damen

Hier starten: Johanna Färber (ÖAV Graz), Sandra Lettner (ÖAV Vöcklabruck), Jessica Pilz (ÖAV Haag), Julia Pingerra (ÖAV Innsbruck), Katharina Saurwein (ÖAV Innsbruck), Berit Schwaiger (ÖAV Innsbruck), Karoline Sinnhuber (ÖAV Saalfelden), Franziska Sterrer (NFÖ Vöcklabruck) und Laura Stöckler (ÖAV Haag). 

Johanna Färber
Die 20-jährige Steirerin (ÖAV Graz) ist eine der Boulder-Spezialistinnen im WM-Team. Schon früh hat sie das Bouldern als Lieblingsdisziplin für sich entdeckt und beweist seither regelmäßig ihr großes Potenzial. 2016 zeigte sie mit einem zweiten Platz bei der Junioren-EM in Längenfeld international auf, und in den letzten Jahren hat sie es geschafft, sich mit Top-Platzierungen wie dem fünften Platz beim Boulder-Weltcup in Tianjin (CHN) im Mai dieses Jahres im Weltcup zu etablieren. 

Ihr großes Ziel ist es, in diesem Jahr endgültig im Boulder-Weltcup Fuß zu fassen und einen Finaleizug zu erreichen. Bei alledem stehen für Johanna aber immer noch der Spaß und die Begeisterung für den Klettersport im Mittelpunkt.

Julia Pinggera
Ein Leben ohne Klettern würde bedeuten, „sich mit langen Nägeln und schönen Füßen zu langweilen“, so die 22-jährige Milserin (ÖAV Innsbruck). Der Spaß am Klettern steht für sie an erster Stelle, und mit ihrer Freude und Motivation konnte sie bereits einen zweiten Platz beim Jugend-Europacup in Laval (2013) und einen 6. Platz bei der Lead-Jugend-WM in Imst (2011) erreichen. 

Die Weltmeisterschaft in Innsbruck vor heimischem Publikum und vielen bekannten Gesichtern ist ein absolutes Karriere-Highlight für die Boulder-Spezialistin, die sich am liebsten im Boulder-Gebiet Magic Wood in der Schweiz austobt. Ihr langfristiges Ziel ist es, konstant im Weltcup in das Halbfinale zu bouldern.

Katharina Saurwein
Die 30-jährige Innsbruckerin (ÖAV Innsbruck) kann fast 20 Jahre Weltcuperfahrung im Bouldern vorweisen. Die kommende Weltmeisterschaft ist ihre erste Heim-WM und vielleicht auch gleichzeitig der letzte Bewerb ihrer Boulder-Karriere. Die Aussicht, noch einmal vor eigenem Publikum an einem großen internationalen Event teilzunehmen, hat sie angespornt, 2018 in ihre bereits 18. Weltcupsaison zu starten. 

Nach einem zweiten Platz beim Weltcup in Meiringen (SUI) 2017 und einem dritten Platz bei der Boulder-EM in Innsbruck 2015 ist das große Ziel für die Weltmeisterschaft ein Finaleinzug. Ihr Ehrgeiz und ihre Abenteuerlust zeigen sich auch am Fels immer wieder. So hat sie zuletzt im Yosemite erste Bigwall-Erfahrung gesammelt.

Julia Pinggera © HeikoWilhelm (3)

Johanna Färber (oben) 

Katharina Saurwein

Karoline Sinnhuber © Heiko Wilhelm

Karoline Sinnhuber
Als Tochter von kletterbegeisterten Eltern kam die in Innsbruck lebende Salzburgerin (ÖAV Saalfelden) schon früh mit dem Sport in Berührung. Bereits als Vierjährige fing sie an, selber zu klettern. 2016 erreichte sie beim Weltcup in Chongqing (CHN) mit einem fünften Platz ihre bislang beste Weltcupplatzierung. 

Nach einem durchwachsenen Saisonstart verbrachte sie dieses Jahr drei Wochen in den südafrikanischen Rocklands, einem ihrer Lieblingsklettergebiete, was sich ausgezahlt hat: Kurz vor der WM zeigt sich die 23-Jährige in Topform und bereit für den Boulder-Bewerb, der für sie ein Wettkampf wie jeder andere ist. Das langfristige Ziel ist es, verletzungsfrei zu bleiben und im Weltcup ins Halbfinale oder sogar ins Finale einzuziehen.

Berit Schwaiger
Ein Leben ohne Klettern? Das ist absolut unvorstellbar für die Telfer Boulder-Spezialistin, die Anfang September ihren 24. Geburtstag feiert und am liebsten im Tessin, in der Silvretta, in Niederthai und in den Rocklands, einem beliebten Boulder-Gebiet in Südafrika, klettert. 

Nach Top-Ten-Platzierungen bei den Boulder-Weltcups in Laval (FRA) 2014 und in Vail (USA) 2016, der Vize-Staatsmeisterschaft im Bouldern 2017 und dem knappen Verpassen des Einzugs ins Boulder-Finale bei der Weltmeisterschaft in Paris sind ein Finaleinzug im Weltcup und die Kletter-WM die Ziele der Tirolerin. Die Teilnahme an der Heim-WM in Innsbruck ist ein besonderes Karriere-Highlight für das Mitglied des ÖAV Innsbruck.

Franziska Sterrer

Berit Schwaiger © Heiko Wilhelm (2)

Franziska Sterrer
Wenn der Großvater die erste Kletterhalle im Heimatort Vöcklabruck erbaut hat, verwundert es nicht, dass die Enkelin (NFÖ Vöcklabruck) schon in jungen Jahren den Klettersport für sich entdeckt und bereits mit acht Jahren ihren ersten Wettkampf bestritten hat. Erfolge in allen Nachwuchskategorien folgten. Bei ihrer Jugend-Europacup-Premiere holte sie sich den ersten Platz, seither stand das Allround-Talent bei fast allen Antritten am Podest. 

EM-Gold und WM-Bronze im Bouldern konnte sich die 19-Jährige bei den Jugendbewerben bereits sichern, in Innsbruck bestreitet sie jetzt ihre erste allgemeine Weltmeisterschaft. Auch danach hat Franziska noch viel vor: Neben dem Sieg im Boulder-Weltcup zählt die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 zu ihren ganz großen Zielen.

Bouldern: Herren

An den Start gehen: Alfons Dornauer (ÖAV Zillertal), Matthias Erber (ÖAV Wilder Kaiser), Florian Klingler (ÖAV Innsbruck), Georg Parma (NFÖ Eichgraben), Jan-Luca Posch (ÖAV Innsbruck), Jakob Schubert (ÖAV Innsbruck) und Elias Weiler (ÖAV Innsbruck).

Alfons Dornauer
Der Zillertaler Alfons Dornauer (ÖAV Zillertal), Jahrgang 1993, hat sein Talent für den Klettersport schon früh unter Beweis gestellt und auch bald erfolgreich an Wettkämpfen teilgenommen. Zu seinen größten Erfolgen zählen ein 17. Platz im Weltcup, ein zehnter Platz beim Adidas Rockstars in Stuttgart und 2017 hat er sich zum Vize-Staatsmeister gekrönt. Dornauer trainiert gerne hart und in schweren Routen – und das am liebsten gemeinsam mit Kletter-Kollegen Jakob Schubert im Bundesleistungszentrum – dem neuen Kletterzentrum in Innsbruck.

Internationale Wettkämpfe haben für Dornauer alle einen hohen Stellenwert, aber natürlich ist die anstehende Heim-WM auch für ihn etwas ganz Besonderes. Bei der WM will er deshalb „Vollgas geben“ und hat sich vorgenommen, in die Top Ten zu klettern. 

Matthias Erber © Moritz Liebhaber

Alfons Dornauer (oben) © Heiko Wilhelm

Jan-Luca Posch © EXPA / Johann Groder

Elias Weiler © Austria Climbing

Elias Weiler
Elias Weiler, Jahrgang 1995, vom ÖAV Innsbruck ging in der bisherigen Saison fünf Mal im Weltcup an den Start. Die Ergebnisse: 20. beim IFSC Climbing Worldcup in Vail, 37. beim IFSC Climbing Worldcup in Tai’an in China und 25. beim IFSC Climbing Worldcup in Chongqing in China.

Zu seinen bisher größten Erfolgen zählen ein vierter Platz beim European Youth Cup in Längenfeld 2014 und ebenfalls ein vierter Platz beim European Youth Cup in Grindelwald in der Schweiz.

Matthias Erber
Das Lieblingsklettergebiet des 21-jährigen Matthias Erber vom ÖAV Wilder Kaiser in St. Johann in Tirol ist der Schleierwasserfall am Wilden Kaiser. Als seinen bisher größten Erfolg bezeichnet er den ersten Platz in der Kombination bei der Jugend-WM in Arco.

Bei der WM in Innsbruck tritt er in der Kombination nicht an, wird aber in den Boulder- und Speed-Bewerben alles geben. Auch große Ziele hat der junge Sportler im Auge, neben Spaß zu haben stehen für ihn das Weltcupfinale und Olympia ganz oben auf der Prioritätenliste. Matthias Erber tritt auch bei den Speed-Bewerben an.

Jan-Luca Posch
Jan-Luca Posch (ÖAV Innsbruck) ist schon bei der Junioren-WM im vergangenen Jahr, wo er einen dritten Platz im Bouldern feiern durfte, in Sachen Heim-WM auf den Geschmack gekommen. Bei der Junioren-Europameisterschaft 2016 in Slany in Tschechien stand Jan-Luca Posch, Jahrgang 1998, sogar ganz oben – und das zweimal, nämlich im Bouldern und in der Kombination

Neben einem guten Ergebnis bei der anstehenden Kletter-WM hat Posch auch Kontinuität im Auge. Deshalb hat er sich für die laufende Saison auch vorgenommen, im Weltcup konstant in das Halbfinale zu klettern, um am Ende eine Top-Ten-Platzierung erreichen zu können. 

Florian Klingler © EXPA / Johann Groder

Florian Klingler
Florian Klingler tritt heuer das erste Mal bei einer WM an. Dass es dann gleich eine Heim-WM wird, findet der 20-jährige Tiroler (ÖAV Innsbruck) „wirklich cool“. Wirklich cool fand er sicher auch seinen ersten Platz beim European Youth Cup in Graz und den dritten Platz beim European Youth Cup in Soure in Portugal, beide Male in Bouldern. Bei den European Youth Championships in Perm konnte er auch einen zehnten Platz im Speed und einen elften im Vorstieg für sich verbuchen. 

Als Ziele für 2018 hatte sich der Boulder-Spezialist unter anderem die Teilnahme an der Kletter-WM in Innsbruck gesetzt. Sieben Mal ist er 2018 im Weltcup an den Start gegangen. 

Speed: Damen

Alexandra Elmer
Das 22-jährige Speed-Talent des ÖAV Tauernkraxxla lebt in Innsbruck und Stuhlfelden (Salzburg). Wenn sie nicht in der Halle trainiert, klettert sie am liebsten an der Costa Blanca in Spanien. Neben Topplatzierungen in nationalen Bewerben, einem souveränen Sieg bei der Speed-Staatsmeisterschaft 2017 und dem zweiten Platz bei der Speed-Staatsmeisterschaft 2018 kann sie einen sechsten Platz im Weltcup in Chamonix 2014 vorweisen. 

Ihr Ziel für die Weltmeisterschaft in Innsbruck ist es, das Viertelfinale zu erreichen und damit unter die Top 8 zu klettern, und auch ein Podestplatz bei einem Weltcupbewerb steht ganz weit oben auf ihrer To-do-Liste.

Nina Lach
Für die Speed-Spezialistin aus der Steiermark (ÖAV Graz) ist die Weltmeisterschaft ein persönlicher Wettkampfhöhepunkt: Ein Großevent vor heimischer Kulisse und mit zahlreichen Freunden und der ganzen Familie im Publikum ist immer etwas ganz etwas Besonderes. Schon 2005 stieg sie in die Speed-Disziplin ein. Bei der Junioren-Europameisterschaft 2014 in Edinburgh holte sie sich den Titel im Speed-Bewerb, 2016 hat sie es im Speed-Gesamtweltcup bereits in die Top 10 geschafft. Dort will sie sich in den kommenden Saisonen konstant im Spitzenfeld etablieren. 

Damit sie perfekt auf die kommenden Bewerbe vorbereitet ist und das Maximum aus sich herausholen kann, wird die 23-Jährige von ihrem Bruder Thomas und einem Leichtathletiktrainer trainiert.

Alexandra Elmer © HeikoWilhelm

Laura Lammer (oben) © Moritz Liebhaber

Nina Lach © EXPA / Johann Groder

Laura Lammer
Durch ihren älteren Bruder kam das 17-jährige Nachwuchstalent aus der Steiermark (ÖAV Graz) bereits mit sieben Jahren zum Klettern. Von Anfang an mit dem Klettervirus angesteckt, verbringt Laura seit damals so viel Zeit wie möglich an der Kletterwand, egal wie anstrengend das Training sein kann. 

2015 wurde ihre Leidenschaft und harte Arbeit mit der Einberufung in den Jugend-Nationalkader belohnt, und in der Folge qualifizierte sich auch für die Jugend-Weltmeisterschaft. Im Juni dieses Jahres hat sich die Grazerin in der Kletterakademie Mitterdorf mit einem neuen Österreichrekord bei den Damen den Speed-Staatsmeistertitel geholt. Die WM in Innsbruck ist ihre erste allgemeine Weltmeisterschaft.

Speed: Herren

Hier treten an: Matthias Erber (ÖAV Wilder Kaiser), Lukas Knapp (NFÖ Salzburg, Georg Parma (ÖAV Innsbruck), Tobias Piangger (ÖAV Innsbruck) und Jakob Schubert (ÖAV Innsbruck).

Lukas Knapp © Moritz Liebhaber

Tobias Plangger
Tobias Plangger, Jahrgang 2001, vom ÖAV Innsbruck konnte in der aktuellen Saison bereits einige Erfolge feiern: einen zweiten Platz beim European Youth Cup in Bologna, einen 13. Platz bei den IFSC Youth World Championships in Moskau und einen 14. Platz beim European Youth Cup in Graz in der Boulder-Disziplin. Insgesamt ist er heuer acht Mal im European Youth Cup an den Start gegangen. 

Der 17-Jährige durfte sich außerdem 2016 über eine Goldmedaille in der Speed-Disziplin bei den Österreichischen Meisterschaften 2016 und über Bronze im Bouldern bei den Meisterschaften 2017 freuen. 

Lukas Knapp
Für den 21-jährigen Salzburger vom NFÖ Salzburg ist die anstehende WM in Innsbruck die erste Weltmeisterschaft in der allgemeinen Klasse. Bis dato zählt er unter anderem einen elften Platz beim Weltcup in Edinburgh und einen sechsten Platz bei der Jugend-Europameisterschaft zu seinen größten Erfolgen. Dass die Premiere dann auch noch auf heimischem Boden stattfindet, ist für den jungen Athleten ein besonderer Kick. 

Lukas Knapp sagt, dass es seine Familie, aber auch sein Wille und sein Ehrgeiz sind, die ihn so weit gebracht haben. Ehrgeizig sind auch seine Ziele. Er will auf die Weltspitze aufschließen und so viele Klettergebiete auf der Welt wie möglich kennenlernen. 

Tobias Plangger © Heiko Wilhelm

Kombination: Damen und Herren

An den Start gehen bei den Damen: Sandra Lettner (ÖAV Vöcklabruck), Jessica Pilz (ÖAV Haag)
und Laura Stöckler (ÖAV Haag). Bei den Herren: Georg Parma (NFÖ Eichgraben) und Jakob Schubert (ÖAV Innsbruck).

Paraclimbing: Damen

Hier treten an: Sandra Pollak (ÖAV Klagenfurt), Jasmin Plank (ÖAV Innsbruck) und
Edith Scheinecker (NFÖ Linz).

Paraclimbing: Herren

Hier treten an: Hans Ewald Grill (VSC Versehrtensportclub ASVÖ), Bostjan Halas (ÖAV Liezen), Markus Hofbauer (ÖAV Austria), Roland Köchl (ÖAV Klagenfurt), Daniel Kontsch (ÖAV Graz), Daniel Wiener (ÖAV Vöcklabruck) und Angelino Zeller (NFÖ Seierberg-Pirka)

Roland Köchl vom ÖAV Klagenfurt geht in der Kategorie B2 (Sehbehinderung) an den Start. © Heiko Wilhelm

Daniel Kontsch (ÖAV Graz) startet in der Seating-Kategorie AL1. © Austria Climbing

Markus Hofbauer vom ÖAV Austria kämpft in der Amputee-Kategorie AU2 um eine Top-Platzierung.© Heiko Wilhelm

Bostjan Halas (ÖAV Liezen, oben) tritt in der Kategorie RP2 (neurologische Erkrankungen) an. © Axel Springer

Daniel Wiener vom ÖAV Vöcklabruck tritt in der Kategorie RP3 (neurologische Erkrankungen) an. © Austria Climbing

Angelino Zeller (NFÖ Seierberg-Pirka, oben) geht in der Seating-Kategorie AL1 ins Rennen. © Austria Climbing

Hans Ewald Grill vom VSC Versehrtensportclub ASVÖ geht in der Kategorie B2 (Sehbehinderung) an den Start. © Heiko Wilhelm

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