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Das Kreuz mit dem Knie und die Lösung im Gelenkpunkt

Sportmedizin

Das Kreuz mit dem Knie und die Lösung im Gelenkpunkt

Der Arzt, dem die Stars vertrauen. Ein Gespräch mit Dr. Christian Fink.

Text: Fred Steinacher

Immer abrufbereit. Wenn das Telefon bei Dr. Christian Fink klingelt, kann es schon einmal vorkommen, dass Manchester City, der FC Bayern München, Lindsey Vonn oder Felix Neureuther am Hörer ist.
Die Tiroler Landeshauptstadt kann auf ihre Kompetenz für Sportunfälle stolz sein. Dieser Weltruf hat bei sport.tirol das Interesse geweckt.

 - 7 Fragen an den Kniespezialisten Dr. Christian Fink -

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Wie viele Knie werden von Ihnen pro Tag innerhalb eines Jahres operiert?


Wie geht man mit dem Druck um, die Karriere eines Profis vor sich liegen zu haben?


Welche Sportarten belasten die Knie am stärksten?


Welche Sportart ist neben Schwimmen  (ausgenommen Brusttempi)
die Knieschonendste?

 
 

Was ist in der Erstversorgung besonders wichtig, wenn jemand über Kniebeschwerden klagt?
 


Gehen Sie selbst noch Skifahren?


Wessen Knie würden Sie gerne noch operieren (ohne der Person eine Verletzung zu wünschen natürlich)?

,,Pro Tag ist verschieden, aber im Jahr sind es rund 350 Operationen, 95 Prozent am Knie.“


,,Ich mache nur das was ich kann, und zwar bei jedem Patienten. Ein Spitzensportler wird nicht anders operiert.“


,,Der Alpine Skirennlauf, Fußball, Handball, Basketball.“


,,Radfahren, bergauf gehen. - Beim Laufen dagegen wird das Knie mit dem sechs-bis siebenfache Körpergewicht belastet.“ 


,,Die exakte, schnelle Diagnose und da gibt es bei uns den großen Vorteil der sofortigen Magnetresonanztomographie (MRT).“


,,Sehr gerne und sehr viel, so fern ich Zeit habe.“


,,In diesem Zusammenhang einen Wunsch zu äußern, ist vielleicht nicht angebracht. Aber ich möchte schon deponieren, dass ich durch meinen Beruf eine Art von Privileg genießen darf, weil ich großartige, sehr interessante Menschen aus allen Bereichen – nicht nur Topsportler - kennengelernt habe. Und ja, Ronaldo, der für mich ein Vorbild an Disziplin in Bezug auf seinen Körper, seine Fitness ist, den würde ich gerne treffen; muss ja nicht unbedingt am OP-Tisch sein.“ 

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"Housten (Dr. Fink), wir haben ein Problem"

Die Meldung der Astronauten von Apollo 13 aus dem Jahr 1970  ins NASA-Kontrollzentrum  - ,,Houston, wir haben ein Problem“ - wurde über die Jahrzehnte hinweg zu einem mittlerweile weltweit und in allen Bereichen verwendeten Spruch, der  in den letzten Jahren, auf das folgende Thema leicht abgeändert, auch so lauten könnte: ,,Hallo Innsbruck, wir haben da ein Problem!“ 

Absender? Einige der berühmtesten Fußballklubs, Sportverbände, Weltklassesportler aus allen Sparten; Empfänger? Die Telefonzentrale der Sport-und Gelenkchirurgie in Innsbruck, oder direkt die Mobiltelefone von Dr. Christian Fink, bzw. Dr. Christian Hoser. Zwei Namen, die hier stellvertretend die speziell in der Tiroler Landeshauptstadt geballte Kompetenz für Sport-Unfälle repräsentieren. Denn die Liste (auszugsweise) jener Ärzte (Dr. Karl Golser, Dr. Gernot Sperner, Dr. Michael Gabl), und Institutionen (ISAG), die Weltruf genießen, ist umfangreich. Und eine Bestätigung, dass die Stadt Innsbruck bzw. das Land Tirol nicht nur als Veranstaltungsmekka des Wintersports rund um den Globus bekannt ist.

Dr. Fink

Dr. Hoser

Dr. Schobersberger

Dr. Müller-Wohlfahrt

Die ersten Olympischen Winterspiele in Tirol waren zugleich die Geburtsstunde des Institutes für Sport-und Kreislaufmedizin in Innsbruck. Hofrat Prof. Dr. Ernst Raas gilt als Vater dieser Einrichtung, ohne die Spitzensport im heutigen Verständnis kaum mehr vorstellbar wäre. Entsprechend gewürdigt werden daher Raas‘ Verdienste von seinen Nachfolgern, dem aktuellen Leiter des ISAG Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Schobersberger bzw. jenen Ärzten wie Dr. Fink und Dr. Hoser. 

Auch der namhafte Arzt, Dr. Hans Wilhelm Müller-Wohlfahrt, hat in der Sportmedizin Außergewöhnliches geleistet. Er war nicht nur jahrzehntelang ,,Doc“ der Münchner Bayern und der Deutschen Fußballnationalmannschaft – sondern ist ein international anerkannter Experte für Sportverletzungen, insbesondere bei Knieproblemen. Und ein Mann der Tat. Der irgendwann 2018 zum Telefon griff und sich bei Christian Fink meldete:  

,,Hallo, hier spricht Müller-Wohlfahrt, ich beobachte ihre Arbeit und möchte, dass sie meine Knie operieren“; er meinte natürlich die Problemknie der Bayern-Kicker und all seiner Patienten. 
,,Erstmals war ich kurz sprachlos, aber natürlich – da gab es nicht viel zu überlegen“, so Fink.

Sein ,,Ja“ war gleichsam der Startschuss in eine turbulente, spannende, herausfordernde Gegenwart. Anders formuliert - seit diesem Gespräch steht/liegt das Telefon nicht mehr still. Weltstars geben sich seither die Klinke bei Gelenkpunkt, bzw. im Sanatorium Hochrum in die Hand. Fußballer, Ski-Athleten, Basket-und Handballer vor allem, aber auch Kulturschaffende oder Persönlichkeiten  aus allen Bereichen.

,,Sie alle  haben ihr Kreuz mit den Knien“, schmunzelt Christian, um ganz ernst zu ergänzen: ,,Kreuzband bleibt Kreuzband. Ich mache das, was ich kann und zwar bei jedem Patienten. Während einer OP gibt es keinen Unterschied, ob da das Knie eines um Millionen transferierten Topstars ,repariert‘ werden muss, der Meniskus eines Opernsängers oder die Bänder von ,Otto-Normalverbraucher‘.    

Aksel Lund Svindal und Beat Feuz besuchen die beiden Patienten Felix Neureuther und Stefan Luitz.

Wie auch bei Giorgio Chiellini oder Leroy Sane. Giorgio bekannt als grimmiger Juve-Abwehrchef, dafür privat eher ruhig (übrigens mit einem Master-Abschluss in BWL an der Uni Turin). Leroy, die um rund 70 Millionen Euro erworbene neue Bayern-Hoffnung. Ein Mann mit Tirol-Bezug, wie hiesige Fußballfans wissen, denn Papa Sammy Sane war 1994/95 im Wacker-Dress österreichischer Torschützenkönig geworden.

Papa Sammy Sane 1995 in der Wacker Dress.

Oben: Leroy Sane seit 2020 FC Bayern München Spieler.
Unten: Der Italiener Giorgio Chiellini ist Kapitän bei Juventus Turin.

(c) GEPA

400 Millionen Euro auf dem OP-Tisch

A propos Millionen – seit dem Jahr 2018 bis Herbst 2020 ,,lag“ allein aus der Fußballbranche ein Transferwert von über 400 Millionen Euro vor Christian Fink auf dem OP-Tisch. Mit dabei  u.a. Lucas Hernandez, Niklas Süle (Bayern) oder Denis Zakaria (Gladbach), und ganz aktuell die 21-jährige Giulia Gwinn (Fußball-Nationalspielerin des Jahres in Deutschland), bzw. Italiens neuer Fußball-Liebling, Nicolo Zaniolo (AS Roma), dessen Kreuzband in einer Blitzaktion Anfang September repariert worden war.

Nicolo Zaniolo - AS Roma 

Giulia Gwinn Deutsche-Fußball-Nationalspielerin des Jahres
(c) GEPA

 ,,Wenn man liest, welche Summen da gehandelt werden, sozusagen im Spiel sind, macht mich das zwar nicht nervös, aber ein gewisser Druck ist spürbar. Nicht zuletzt weil da schon ganz genau geschaut und gefragt wird - wie macht denn das der Fink; und warum wollen plötzlich so viele Topstars nach Innsbruck?“ Die Antwort darauf können – so Dr. Fink und sein Team – allerdings nur die Sportler geben. ,,Wir bieten den ganzheitlichen Ansatz, soll heißen – die Betreuung hört nicht auf, wenn die Operation zu Ende ist; Sane und auch viele andere Fußballer bleiben und blieben für einige Wochen zur Therapie in der Sporttherapie Huber/Mair in Rum. Nach der Rückkehr zu ihren Vereinen stehen wir mit ihnen, den Teamärzten und Therapeuten in ständigem Kontakt. 

Konkret: Dank einer Top-Infrastruktur, die es uns ermöglicht MR (Magnetresonanz) und CT (Computertomographie) und operative Versorgung in der Privatklinik Hochrum sieben Tage in der Woche zu nützen, verbunden mit der perfekten Nachbehandlung, können wir hier ein Paket anbieten, das im europäischen Vergleich herausragend ist.“ Das wissen bzw. schätzen die Sportler und können u. a.  Lindsey Vonn, Felix Neureuther, Stephanie Brunner oder Axel Lund Svindal, Österreichs Handball-Superstar Nikola Bilyk vom Deutschen Rekordmeister THW Kiel gerne bestätigen. 

In der Privatklinik Hochrum findet die operative Versorgung und Nachbehandlung statt. 

 ,,Wenn man liest, welche Summen da gehandelt werden, sozusagen im Spiel sind, macht mich das zwar nicht nervös, aber ein gewisser Druck ist spürbar. Nicht zuletzt weil da schon ganz genau geschaut und gefragt wird - wie macht denn das der Fink"

Der Kreuzbandriss, eine Verletzung die vor allem im Profi Sport häufig vorkommt.

Die Zeiten haben sich geändert – schwerste Knieverletzungen im Spitzensport hatten früher oftmals sogar das vorzeitige Karriere-Ende bedeutet. Heute? Will jeder so schnell wie möglich 100 prozentig fit zurück auf den Rasen, in die Halle oder auf die Piste. Dazu braucht es – wie Dr. Fink einmal präzisierte – vor allem Athleten mit einer positiv-verrückten Begeisterung für den Sport, und eiserne Disziplin. ,,Nur wenn Sportler nach dem Eingriff in der Reha voll mitarbeiten, ist eine schnelle Rückkehr denkbar. ,,Keine Frage, die Rückkehr nach einem Kreuzbandriss wird immer eine Gratwanderung zwischen Anspruch und Realität bleiben und ja, natürlich bräuchten Spitzensportler  oft mehr oder längere Pausen damit sich der Körper erholen kann.“

Stephanie Brunner, Tiroler Skirennläuferin, ist ein Paradebeispiel dafür. In Sölden, beim Weltcup-Auftakt der Saison 2020/21 feierte die Zillertalerin ein vielbeachtetes Comeback. Genau 14 Monate nach ihrem dritten Kreuzbandriss (August 2019) innerhalb von nur 17 Monaten. „Ich habe von meinen beiden Verletzungen zuvor gelernt, mir die Zeit zu nehmen, die ich brauche, auch bis das neue Kreuzband wieder perfekt einheilt“, erklärte Steffi. „Beim letzten Mal wurde ja zweimal operiert. Mit Knochen aus dem Becken wurden zuerst die Bohrkanäle von den Voroperationen im Knie gefüllt, dann im November 2019 mithilfe der Patellasehne das Kreuzband gemacht.“ Die Rückkehr auf die Piste - als zweitbeste Österreicherin – ist Brunner geglückt.

Stephanie Brunner, Tiroler Skirennläuferin

... ist ein Paradebeispiel. In Sölden, beim Weltcup-Auftakt der Saison 2020/21 feierte die Zillertalerin ein vielbeachtetes Comeback. Genau 14 Monate nach ihrem dritten Kreuzbandriss (August 2019) innerhalb von nur 17 Monaten.

(c) GEPA

In den letzten Jahren wurden im Bereich der Kreuzbandchirugie von Dr. Fink und seinem Team neue OP-Techniken entwickelt und eigene Instrumente patentiert. Christian, der seit nunmehr über 30 Jahren mit dem Kreuzband quasi ,,verbunden“ ist, schon seine Dissertation darüber geschrieben hat und sich nebst der Arbeit am OP-Tisch dazu intensivst (Forschung und Lehre) mit dem Kreuzband beschäftigt, ist stets auf der Suche nach Perfektion. Dazu Publikationen, Vorträge, Kongresse und Kurse – alles ist dem Ziel untergeordnet, Patienten noch schneller und sicherer die Rückkehr in den Alltag, ob Spitzensport oder Beruf, zu ermöglichen.

Von Beginn an von den Besten lernen

Angesichts dieser Entwicklung scheint es nicht verwunderlich, dass immer mehr verletzte Sportler aus allen Teilen Europas ihre Probleme nach Innsbruck ,,melden“.  Überzeugt davon, dass sie hier bestens aufgehoben sind und nicht mehr, wie früher üblich, den dreifachen WM-Ort Vail in Colorado ,,anfunken“ müssen. In den 90er-Jahren waren dort noch von Richard Steadman mit dem von ihm entwickelten Verfahren der Mikrofrakturierung die berühmtesten Knie der Sportgeschichte behandelt worden. Fast logisch, dass Christian Fink bereits während seines Studiums in den Staaten einige Monate Doc Steadman genau über die Schulter blickte. Motto? Von Beginn an von den Besten lernen. Nach seiner Habilitation 2001 und der folgenden Eröffnung der  Praxisgemeinschaft mit Dr. Hoser ist der nunmehrige Professor in der Unfall-Chirurgie an der Uni-Klinik Innsbruck tätig, zuletzt als Leiter der Knie-und Sportchirurgie, ehe 2014 Gelenkpunkt gegründet wurde.  

Mittlerweile stehen fünf renommierte Spitzenärzte im ,,Kampf“ gegen akute Sportverletzungen,  Überlastungsprobleme und komplizierte Knochenbrüche zur Verfügung, widmen sich wissenschaftlicher Forschung, publizieren und stehen im permanenten Austausch mit den besten Ärzten der Welt.

A.o. Univ.-Prof. Dr. med. Christian Fink, der als Fachautor unter anderem gemeinsam mit Skilegende Christian Neureuther ein Buch über das (sportliche) Leben mit Arthrose publizierte, fasste die Bedeutung der Praxis auf deren Homepage sehr kompakt zusammen: „Gelenkpunkt ist ein Wissenszentrum, ein Dreh- und Angelpunkt für Sportverletzungen und Gelenkbeschwerden. Die wissenschaftliche Tätigkeit und die weltweite Vernetzung bringen enorme Vorteile für alle unsere Patienten.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

A.O. Univ.-Prof. Dr. med. Christian Fink

- Facharzt für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie sowie Facharzt für Orthopädie und  
   Traumatologie
- Geboren in Gmunden
- das Studium mit Fokus auf die Fachbereiche Sportmedizin und Kniechirurgie absolvierte er in
   Innsbruck 
- zahlreiche Auslandsaufenthalte in den USA, zweijährigen Forschungsaufenthalt an der Duke
  University sowie in Australien
- an der Medizinischen Fakultät Innsbruck habilitierte er zum Thema „Pathologie des vorderen
  Kreuzbandes und der Menisken des Kniegelenks – klinische und experimentelle Untersuchungen“
- Prof. Fink bliebt beim Kniegelenk es bildet nach wie vor den Schwerpunkt seiner klinischen und
  wissenschaftlichen Tätigkeit

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