#2 Der medizinische TÜV

Like a Pro zum Ötztaler

#2 Der medizinische TÜV

Von Sporttauglichkeit und Schwellenwerten.

Text: Jannis Braun, Fotos: Stefan Gapp

Es ist nicht der in die Jahre gekommene Wagen, der am Institut für Sport-, Alpinmedizin und Gesundheitstourismus (ISAG) auf den Prüfstand gestellt wird. Mit der Hoffnung, dass er verkehrstüchtig ist und man ihn ein weiteres Jahr den Zirler Berg hochquälen darf. Es ist der eigene Körper, der dort auf Herz und Nieren geprüft wird. In der Hoffnung, dass er aus medizinischer Sicht sporttauglich ist und Anna und Christian sich bedenkenlos ein ganzes Jahr quälen dürfen – für ihren Traum vom Ötztaler.

Ich liebe meinen Renault Twingo. Baujahr 2009. 52 Kilowatt geballte Leistung. An diesem Tag schlägt seine Stunde der Wahrheit. Der jährliche Termin beim TÜV steht an. Es könnte knapp werden. Vieles steht auf dem Spiel. Ich male mir aus was passiert, wenn meiner nicht mehr ganz makellosen Schönheit auf vier Rädern die Verkehrstauglichkeit abgesprochen wird. Ein neuer Wagen bedeutet der Verlust unzähliger Erinnerungen. Und noch mehr Euros. Nie wieder bei strahlendem Sonnenschein die Nebelscheinwerfer einschalten, damit der Wagen wenigstens ein bisschen Coolness ausstrahlt. Nie wieder SUVs auf dem Weg von Innsbruck nach Seefeld ausbremsen. Horror-Szenario. Eine Welt würde zusammenbrechen.

Okay, ich gebe zu, bei Anna und Christian steht heute noch etwas mehr auf dem Spiel. Der Zufall wollte es so, dass zeitgleich auch ihre Stunde der Wahrheit schlägt. Der „Sportmedizinische TÜV“ am ISAG steht auf dem Plan. 

Dieser Artikel ist Teil der Serie

Der „Ötztaler“ feiert dieses Jahr seinen 40. Geburtstag. Wenn es die Situation am 29. August 2021 zulässt, zählen auch die beiden Hobbyrennradfahrer Anna und Christian zu den Geburtstagsgästen. Gemeinsam mit dem Olympiazentrum Tirol begleiten wir das Duo. Vom ersten Medizinischen TÜV bis – so ist es ihr Traum – über die Ziellinie in Sölden.

Ich denke an das bevorstehende TÜV-Ergebnis des Twingos und kann gut nachvollziehen, dass Anna vor dem Besuch im Testlabor in Natters „voll den Bammel hat“. Für sie ist es der erste sportmedizinische Test. „Da hauts mir sicher voll die Pumpen auffi und ich werde da voll krepieren“, ist sie überzeugt. Sarkastische „viel Spaß“-Nachrichten und Warnungen ihrer Freunde vor der Spiroergometrie, das angeblich „soo grausige“ Herzstück des Tests, zeigen Wirkung. Fragen tauchen in Annas Kopf auf. Fragen, an die Leistungssportler ohne konkreten Anlass keine Gedanken verschwenden. Was würde passieren, wenn das Ärzteteam medizinische Auffälligkeiten ans Licht bringt, die im (Sport-)Alltag bisher verborgen blieben? Bekomme ich das Okay für den Ötztaler oder ist an diesem Punkt bereits Schluss? Mit dem Projekt. Generell mit dem Leistungssport.

Eine Investition in die Gesundheit

Trotz allem was auf der Verlustseite steht, sehe ich meine Pflicht ein, den TÜV-Termin für den Twingo wahrzunehmen. Sollten zentrale Funktionen versagen, wird dieses so harmlos dreinblickende Auto zu einer Bedrohung. Für mich, aber auch für andere Verkehrsteilnehmer. Achterbahnen, Aufzuganlagen, Autos: Der TÜV prüft alles auf Fehlfunktionen, die in Stillstand schwer zu erkennen sind. Der TÜV bringt Sicherheit, so das Versprechen. Verstanden, der TÜV will mir nicht nur mein geliebtes Auto nehmen und damit auch noch Geld verdienen.

Univ. Prof. Dr. Wolfgang Schobersberger, Leiter des ISAG, bezeichnet das Testangebot am Institut gerne als „sportmedizinisches TÜV“. Der Kosename birgt eine Message: Wir geben dir mit unserer Sporttauglichkeitsprüfung Sicherheit und nehmen dir nicht irgendwas weg. Zwischen den Zeilen merke ich, dass Wolfgang Schobersberger um das Image der sportmedizinischen Tests kämpft. Sich für eine verantwortungsvolle Einstellung der Sportler gegenüber ihrer Körper und der Sportverbände gegenüber der Gesundheit ihrer Schützlinge einsetzt. Und sich wünscht, dass der Test als Chance und Wohl, nicht als Bedrohung oder Übel wahrgenommen wird.

Dr. Wolfgang Schobersberger leitet das ISAG. Fotos: Hoebenreich

„Manchmal sind wir dann in der Rolle der bösen Buben oder Mädels. Aber die meisten danken uns, wenn wir etwas gefunden haben, was auch fatal hätte ausgehen können.“

Auch für die Athleten der großen Österreichischen Verbände, die das Team des ISAG regelmäßig untersucht, steht viel auf dem Spiel. Es geht um die Erlaubnis ihrer Berufsausübung als Profisportler und damit um Sponsoringverträge und viel Geld. „Wir haben hier eine sehr schwierige, verantwortungsvolle Aufgabe. Mit ein paar Ausnahmen sind alle Athleten gesund und wir müssen die Stecknadel im Heuhaufen suchen“. Es geht darum, den Athleten zu schützen „der etwas hat, was keiner weiß, oder der etwas weiß, es aber keinem sagt“. Aus Sorge um seine berufliche Zukunft als Spitzensportler. Es sei wie bei scheinbar makellosen, hochtourigen Neuwagen, die fast immer halten, was sie von außen versprechen. Leider gibt es auch unter Spitzensportlern Einzelfälle, bei denen ein Defekt des Motors bzw. Herzkreislauf- oder Stoffwechselsystems erst unter voller Belastung zu Vorschein tritt. „Manchmal sind wir dann in der Rolle der bösen Buben oder Mädels. Aber die meisten danken uns, wenn wir etwas gefunden haben, was auch fatal hätte ausgehen können.“ 

Am Ende des sportmedizinischen Tests stehen zwei mögliche Ergebnisse. Überwiegend wird die Sporttauglichkeit attestiert. Tritt ein auffälliger Befund auf, werden Sportler zu Experten geschickt, um eine zweite Meinung über die vermeintliche Sportuntauglichkeit einzuholen. Sporttauglich bedeutet am ISAG, ob Athleten ihren Sport aus medizinischer Sicht ohne Bedenken ausüben können. Es gilt zu differenzieren: Während eine angeborene Herz-Rhythmusstörung für einen Ausdauersportler lebensgefährlich sein kann, kann ein Profi-Billardspieler weiterhin seinen Beruf ausüben. Die Entscheidung, ob ein Sportler von der Leistung her für eine bestimmte Sportart tauglich ist, fällt in den Kompetenzbereich der Trainer und Verbände. 

Ob Spitzen- oder Hobbysportler, der medizinische TÜV am ISAG läuft stets nach demselben Schema ab. In beiden Fällen wird geschaut, ob es internistische Auffälligkeiten gibt, wenn Probanden an ihre Leistungsgrenze gehen. Schobersberger bemängelt, dass gerade ambitionierte Hobbysportler das Angebot der sportmedizinischen Tests nicht ausreichend annehmen. Oftmals herrscht die Devise vor, „solange ich kein Problem habe, brauche ich keinen Arzt“. Die Bereitschaft, hohe Summen für Material auszugeben, übersteigt die Bereitwilligkeit, in die Bestätigung der eigenen Gesundheit zu investieren. In Schobersbergers Augen eine fragwürdige Priorisierung, die in dieser Ausprägung auch im Radrennsport Gang und Gebe sei.

Mit Nachdruck empfiehlt er jedem Ötztaler-Radmarathon-Aspiranten, vor Beginn der Vorbereitung einen Gesundheitscheck durchzuführen. Als Gegenleistung bekommen Sportler ihren aktuellen Leistungsstand abgebildet, eine Trainingsberatung sowie vor allem die wohltuende Rückversicherung, dass aus internistischer und orthopädischer Sicht nichts gegen die Aufnahme eines intensiven Trainings spricht. Das Preis-Leistungs-Verhältnis (siehe Infobox) verdeutlicht, dass es dem ISAG dabei nicht um finanzielle Einnahmen geht, von denen sie als Institution des Landes ohnehin unabhängig sind.

Das Institut für Sport-, Alpinmedizin und Gesundheitstourismus (ISAG):


Das ISAG ist aus dem 1963 gegründeten Institut für Sport- und Kreislaufmedizin der Klinik Innsbruck und dem Institut für Urlaubs-, Reise- und Höhenmedizin der UMIT Tirol hervorgegangen. Seit 2008 wird das Institut für Sport-, Alpinmedizin und Gesundheitstourismus von Univ. Prof. Dr. Schobersberger geleitet, der außerdem die medizinische Leitung für das Österreichische Olympische Komitee verantwortet. Das Institut agiert unter der Patronanz des Landes Tirols und führt seine Kernkompetenzen an zwei Standorten durch. Der Bereich der angewandten Sportmedizin ist in Natters bei Innsbruck stationiert, die Lehre und wissenschaftliche Forschung findet an der UMIT in Hall statt. Das Institut arbeitet eng mit den Sportverbänden des Landes und dem Olympiazentrum Tirol zusammen. Das Kernleistungsangebot umfasst unter anderem die sportmedizinische Gesundheits- und Leistungsdiagnostik und Anti-Doping-Agenden. Der Preis für das im Text dargestellte Angebot eines sportmedizinischen Gesundheitsschecks beträgt zurzeit 277 Euro. Weitere Informationen unter: www.isag-sportmedizin.at

In vier Stufen zur Sporttauglichkeit

Abgastest, Funktion des Fahrzeugkatalysators, Luftfilterwechsel beim Twingo, check!

Das Kurbeln des Ergometers, mechanische Pieptöne, die Lieblingsmusik unserer beiden Athleten und Anfeuerungsrufe füllen den Laborraum im ISAG. Das Herzstück des sportmedizinischen TÜVs, die Spiroergometrie ist wortwörtlich in vollem Gange. Christian sitzt schweißgebadet auf dem Ergometer. Von seinem Körper verlaufen Schläuche in verschiedene Messgeräte, die u.a. ein Belastungs-EKG, Blutdruckwerte und Atmungskurven auf mehrere Bildschirme zaubern. Alle 90 Sekunden erhöht sich der Widerstand, gegen den er antritt um 30 Watt. Im selben Abstand entnimmt eine Nadel Blutproben, um Christians Laktatkonzentration im Blut zu ermitteln. Mit jeder Belastungsstufe werden Parameter wie die Sauerstoffaufnahme und die CO2- Produktion generiert, und damit die Belastbarkeit seiner Lunge und seines Herzkreislaufsystems geprüft. Auffälligkeiten können u.a. auf Lungenfehlfunktionen, asthmatische Erkrankungen, Stoffwechselprobleme oder Herz-Rhythmusstörungen hinweisen. 

Irgendwann helfen dann auch die „geht schon, geht schon“-Rufe von Anna nichts mehr. Die Kurbel hört auf sich zu drehen, die Beinmuskulatur wird nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt, Christian hat die maximale Leistungsgrenze erreicht. Und lehnt mit letzter Kraft dankend eine zweite Runde ab. Das große Finale ist geschafft. 

Airbag-Funktion beim Twingo, check!

Eine Stunde vorher herrscht noch Ruhe im Raum. Christian sitzt entspannt auf einem Hocker. Eine Klammer verschließt seine nasalen Atemwege und ein Messgerät liegt wie eine übergroße Zigarette in seinem Mund. Da sind wir auch schon beim Thema. Die Spirometrie untersucht die Lungenfunktionen im Ruhezustand des Körpers, die Vorstufe der Spiroergometrie sozusagen. „Hol so tief Luft wie es geht und knall sie bis zum Ende aussi“ weist der Diagnostiker Herbert Sailer Christian an. Der daraufhin so viel und lange, wie seine Lunge hergibt, Luft in das Lungenvolumenmessgerät befördert. „Ich bin der beste auf meinem Niveau“ kommentiert Christian das Ergebnis mit einem Augenzwinkern. „Die Doktorin wird schon zufrieden sein“ erwidert Herbert nüchtern. Das ist sie. Die Menge der ein- und ausgeatmeten Luft, sowie die Fließgeschwindigkeit der Luft bewegen sich bei Christian in regulären Bahnen. Keine Lungenfunktionsprobleme oder asthmatische Atemwegserkrankungen bei unseren beiden Athleten im Ruhezustand.

Christian bei der Spirometrie.

Motorfunktionen, Einspritzpumpe, Elektronik beim Twingo, check! 

Weiter geht’s im Programm. Gleichmäßige Herzspannungskurven zeichnet der Elektrokardiograf auf den Display. Christians Herz schlägt beständig. „Es gibt gutartige Rhythmusstörungen und fast bei jedem Menschen stolpert das Herz im Schlaf oder untertags einmal“, erklärt Schobersberger. Es gibt aber eben auch einen ganzen Katalog an gefährlichen Rhythmusstörungen, die im schlimmsten Fall dazu führen, dass das Herz eines Athleten unter hoher Belastung keine Leistung mehr erbringt. Bei Anna und Christian sind keine Anhaltspunkte für Herz-Rhythmus-Störungen zu erkennen, die bei Belastung gefährlich werden könnten. Ihre Motoren laufen einwandfrei.   

Mittels EKG werden Christians Herzfunktionen überprüft.

Druck und Siedepunkt der Bremsflüssigkeit beim Twingo, check!

Gelassen liegt Anna auf der Behandlungsbank. „Geht’s dir auch gut? Wird dir nicht schwindelig beim Aufstehen?“ fragt Herbert etwas überspitzt aufgrund ihres niedrigeren Blutdrucks etwas überspitzt. Schlägt das Blutdruck-Messgerät extrem in eine Richtung aus, gibt es ernsthaften Anlass zur Sorge. Ein überproportionaler Anstieg oder Abfall des Blutdrucks im Verhältnis zur Belastung wäre eine Gefährdung des Herz-Kreislauf-Systems und somit auch ein Befund, der zur Sportuntauglichkeit führt. Kein Grund zur Sorge. Die anfänglichen Bedenken und Aufgeregtheit haben sich bei Anna schon lange in Neugier und Interesse an den Funktionen des eigenen Körpers gewandelt. Sie ist einfach nur tiefenentspannt.

Jetzt ist aber auch bei Anna Schluss mit Ruhe und der Belastungsmodus wird eingeschaltet. Alle Parameter werden bei ihr jetzt gemessen, um belastungsspezifische Fehlfunktionen auszuschließen. 

Während Anna in die Pedalen tritt, werden ihre Leistungs- und Atemparameter auf mehreren Bildschirmen festgehalten.

Das Spiel mit den Schwellenwerten

Darüber hinaus werden bei der „Spiro“ sportwissenschaftliche Daten generiert, die Annas und Christians aktuelle Leistungsfähigkeit aufzeigen. Lukas Höllrigl, Leistungsdiagnostiker am Olympiazentrum Tirol und Annas und Christians Trainer während des Projekts, fischt vor allem Laktatwerte und Atemparameter aus der Datenflut. Diese geben ihm Aufschluss über Stoffwechselvorgänge im Körper, bei unterschiedlichen Belastungsstufen. „Laktat bildet sich im Muskel, sobald der Sauerstoffbedarf zur Energiegewinnung die Sauerstoffaufnahme überschreitet“ erklärt Lukas. Der Körper schaltet an dieser Schwelle in den anaeroben (sauerstofflosen) Bereich um, gewinnt von da an Energie aus dem Prozess, in dem Zucker in Milchsäure und das Abfallprodukt Laktat (Salz der Milchsäure) umgewandelt wird. Irgendwann wird mehr Laktat produziert als der Körper abbauen kann und der Muskel übersäuert aufgrund der hohen Konzentration an Milchsäure. Die maximale Leistungsgrenze ist erreicht und kann nur für einen kurzen Augenblick gehalten werden, bevor der Muskel komplett ermüdet. 

Annas Leistungsfähigkeit in Grafiken aufbereitet. 

Mittels der Daten aus dem sportmedizinischen Test kann Lukas also die anaerobe Schwelle von Anna und Christian ermitteln. Je nach Trainingszustand erreichen sie diese bei unterschiedlicher Herzfrequenz bzw. sportlicher Leistung (in Watt). Je weiter diese Schwelle und Werte durch gezieltes Training steigen, umso länger können Anna und Christian beim Ötztaler Radmarathon eine höhere Leistung treten.

„Mein Fitnesszustand beruht jetzt nicht mehr nur auf einem Gefühl, sondern auf Zahlen.“

Außerdem ermittelt Lukas aus den Messdaten vergleichbare Parameter wie die maximale Leistung pro Kilogramm Körpergewicht in Watt oder den VO2-Max Wert: Die Menge an Sauerstoff in Milliliter, die der Körper pro Minute und Kilogramm Körpergewicht bei maximaler Leistung „verstoffwechseln“ kann. Definierte Laktatleistungsschwellen (meistens aerob, anaerob, maximal) ermöglichen es ihm zudem, die Intensität von Trainingseinheiten zu beschreiben und Fixpunkte festzulegen: „Beziffern wir zum Beispiel die anaerobe Schwelle mit 100 % kann ich Anna und Christian dann sagen, sie sollen heute eine Intervalleinheit im Bereich von 105 %  ihrer anaeroben Schwelle oder ein Grundlagenausdauer-Training im Bereich von 60 % der Schwelle durchziehen, orientiert an ihrer Herzfrequenz oder Wattanzahl.“ Auf diese Weise kann Lukas Trainingsintensitäten individuell auf die beiden Athleten relativieren und Trainingspläne entsprechend ihrer starken und schwachen Trainingsbereiche (z.B. Grundlagenausdauer, Maximalleistung) zusammenstellen.

Lukas analysiert mit Christian die Ergebnisse aus dem sportmedizinischen Test.

Christian begeistert die Möglichkeit, seine Leistungsfähigkeit basierend auf sportwissenschaftlichen Parametern zu erfassen und mit gezieltem Training an das Optimum zu bringen: „Mein Fitnesszustand beruht jetzt nicht mehr nur auf ein Gefühl, sondern auf Zahlen. Und es ist super cool, dass wir mit Hölli da jemanden haben, der uns verständlich erklären kann, warum und wofür wir das alles machen“. Um noch hinterher zu schieben, „dann muss ich die ganzen Daten nicht komplett verstehen, ich bin ja kein Wissenschaftler!“. Das kann ich nachvollziehen. Ich bin ja auch kein KFZ-Mechaniker und verstehe nicht bis ins letzte Detail, was der Siedepunkt der Bremsflüssigkeit mit der Bremswirkung zu tun hat. Dafür gibt es ja Mechaniker, die aus meinem Twingo das Optimum an Bremsleistung herausholen.

Am Ende bleibt ein gutes Gefühl

Am Ende der „Spiro“ strahlt Anna über das ganze Gesicht. Obwohl auch sie gerade Unmengen an Sauerstoff verstoffwechselt hat und den hohen Laktatwert in ihrer Beinmuskulatur spürt: „So dramatisch war’s jetzt gar nicht. Irgendwann wollen deine Haxn einfach nicht mehr und das wars dann. Aber: Überstanden!“

Anna strahlt nach überstandener "Spiro".

Kurz darauf bekommen Anna und Christian im Nachgespräch mit der Fachärztin für innere Medizin, Lydia Pesserer, ihr medizinisches Pickerl aufgeklebt. Der gewünschte Abschluss eines erkenntnisreichen Tages. Es sei schon ein lässiges Gefühl, „wenn die Ärztin einem dann sagt, dass man gesundheitlich fit und uneingeschränkt leistungssporttauglich ist“. Anna weiß nun, dass sie sich „mit gutem Gewissen und ohne Bedenken ein hartes Training eini hauen kann und ich meinem Körper dabei nichts Schlechtes tue“. Auch das kann ich verstehen. Mit der Nachricht, dass mein Twingo mit leichten Mängeln die Verkehrstauglichkeit bestätigt bekommen hat, löst sich eine gewisse Anspannung. 

Am nächsten Tag sitzen Anna, Christian und ich in meinem frisch geprüften Auto. Alle mit einem guten Gefühl. Der Twingo kämpft sich auf dem Weg zum Loipeneinstieg in Seefeld tapfer den Zirler Berg hoch. Die Drehzahl ist am Anschlag, der Motor schreit, kein Problem. Auf der Loipe pumpen unsere Herzen und unsere Lungen schnappen nach Luft, kein Problem. Sorry liebe SUV-Fahrer. Sorry liebes Teilnehmerfeld. Ötztaler wir kommen! Unaufhaltsam. Hoffentlich.

Ausblick

Wie Anna und Christian die Doppelbelastung aus Training und Beruf meistern und welche "Ups & Downs" sie im Trainingsalltag durchleben, erfahrt ihr in der nächsten Episode.

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