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Langlauf-Sensation durch US-Girls

Langlauf-Sensation durch US-Girls

Sieg im Sprint vor Schweden

Das war eine Riesensensation in der Loipe und Kikkan Randall sowie Jessica Diggins haben seit Mittwoch ihren Platz in den Sportgeschichtsbüchern der USA sicher. 

Das Duo holte sich in Pyeongchang sensationell Gold im Team-Sprint über 7,5 km der Damen und sorgte für den ersten US-Olympiasieg in der Loipe und nach Bill Koch 1976 in Innsbruck für die zweite Medaille. Die favorisierten Schwedinnen und Norwegerinnen hatten das Nachsehen.

In einem packenden Zielsprint hatte Diggins gegenüber Stina Nilsson um 0,19 Sekunden die Nase vorne. Die Olympiasiegerin im Einzel-Sprint musste sich mit ihrer Partnerin Charlotte Kalla, ihres Zeichens Goldmedaillengewinnerin im Skiathlon, mit Silber begnügen. „Das fühlt sich unwirklich an, ich kann nicht glauben, dass das gerade passiert ist. Aber wir haben uns schon die gesamten Spiele gut gefühlt“, staunte Diggins. Dass es im Team-Bewerb passiert sei, bedeute ihr so viel mehr, als wenn es in einem Einzel-Rennen geschehen wäre, sagte die Amerikanerin.Bronze ging an Marit Björgen und Maiken Caspersen Falla. Björgen blieb damit zwar ihre achte Goldmedaille verwehrt, mit insgesamt nun 14-mal Edelmetall überholte die 37-Jährige in der Bilanz aber Biathlonstar Ole Einar Björndalen und ist nun alleinige Rekordhalterin Norwegens. ,,Es ist schwierig, das zu verstehen. Wenn du immer noch Athletin bist, konzentrierst du dich immer auf die Rennen", meinte Björgen. „Ich brauche wohl etwas Zeit, um zurückzublicken und mich zu fragen, wie ich das schaffen konnte.“

Immerhin wurden die Norweger bei den Männern über 8,4 km ihrer Favoritenrolle gerecht. Martin Johnsrud Sundby und Johannes Hösflot Kläbo holten sich in souveräner Manier Gold vor den Olympischen Athleten aus Russland Denis Spizow und Alexander Bolschunow. Sundby und Kläbo sicherten den Skandinaviern ihren insgesamt zwölften Olympiasieg und die 32. Medaille bei den Spielen von Pyeongchang. Bronze ging an die beiden Franzosen Maurice Manificat und Richard Jouve.

Für Kläbö war es nach Einzel-Sprint und der Staffel sein drittes Gold in Südkorea, er zog damit mit Frankreichs Biathlonstar Martin Fourcade gleich. Am Donnerstag könnte Marcel Hirscher im Slalom mit seinem dritten Gold in diese Riege vorstoßen. Kläbo zählt schon jetzt zu den jüngsten Topathleten, die so früh schon so viel gewonnen haben. Vor ihrem 22. Geburtstag haben nur US-Eisschnellläufer Eric Heiden (fünf Mal Gold), Österreichs Toni Sailer (drei) und der koreanisch-russische Shorttrack-Star Victor Ahn (drei) zumindest ebenso viele Olympiasiege gefeiert.

Für die österreichischen Duos hingen die Trauben sowohl bei den Damen als auch bei den Männern letztlich zu hoch. Lisa Unterweger und Teresa Stadlober bzw. Bernhard Tritscher und Dominik Baldauf schieden im Halbfinale aus. Da sich jeweils nur die Top Zwei pro Semifinale sowie die sechs weiteren Zeitschnellsten qualifizieren, reichte es für die ÖSV-Athleten nicht. Die Österreicher belegten in ihren Läufen die Ränge sieben und acht, in der Endabrechnung Platz 14 bei den Damen bzw. den 16. Rang bei den Herren.

Für Österreichs Aushängeschild Stadlober diente das Rennen auch zur Vorbereitung für ihr 30-km-Rennen am Sonntag. „Ich habe mich gut gefühlt, es war für mich ein gutes Rennen. Ich war am Anfang noch müde, aber ich glaube, ich bin jetzt bei alter Stärke zurück“, sagte die Salzburgerin.Tritscher und Baldauf hielten in ihrem Halbfinale zumindest bei den ersten beiden Wechseln als Zweite mit. Aber vor allem in den Schlussrunden zollte das Duo dem hohen Tempo Tribut. „In der letzten Runde ist uns ein bisschen das Gas ausgegangen. Bis dahin war es eigentlich gut. Diese Runde verzeiht leider keine Schwäche“, sagte Baldauf.

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