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Ein nicht erklärbarer Fehler

Ein nicht erklärbarer Fehler

Teresa verlief sich am Weg zur Medaille

Ein Blackout hat Österreichs Langlauf-Aushängeschild Teresa Stadlober am Sonntag im letzten Bewerb der Winterspiele von Pyeongchang einen Spitzenplatz und womöglich sogar eine Medaille gekostet.

Die 25-jährige Salzburgerin war im Massenstart-Bewerb über 30 km in der klassischen Technik rund neun Kilometer vor dem Ziel auf Platz zwei liegend falsch abgebogen und verpasste so ihre angestrebtes Ziel.

Stadlober hatte lange Zeit im Kampf um die Medaillen mitgemischt. Bei einer Abfahrt bei Kilometer 21 passierte Teresa jedoch das entscheidende Malheur. Anstatt geradeaus zu fahren, bog die Salzburgerin in eine andere Loipe ab. Zu spät realisierte Stadlober ihren Fehler. Der Traum von einem Toprang war geplatzt. Kopfschüttelnd beendete Stadlober zwar das Rennen und kam vorläufig als Neunte mit 4:14,1 Min. auf die strahlende Siegerin Marit Björgen in die Wertung.

Stadlober war die Verwunderung über sich selbst im Interview anzumerken: „Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll“, sagte die 25-Jährige, „ich kann es mir nicht erklären. Ich bin drei Wochen da und wenn ich jetzt nicht die Runde kenne, dann weiß ich nicht. Ich habe, beim Rauflaufen gemerkt, dass was nicht stimmt, weil keine Betreuer mehr da waren. Wie ich rüber geschaut habe, habe ich mir nur gedacht: Scheiße.“

Dabei hätte sie sich an diesem Tag gut gefühlt, auch der Ski wäre perfekt über den Schnee geglitten, so Stadlober. Weil die stärker eingeschätzten Finninnen und auch die Schwedin Charlotte Kalla Probleme hatten, spekulierte die 25-Jährige sogar  mit dem Podest. „Ich habe mich super gefühlt, auch das Material hat gut funktioniert. Ich hätte die Kraft gehabt. Aber hättiwari ist jetzt zu spät. So ist das Leben“, sagte die Salzburgerin. „Es ist bitter, dass es genau bei so einem Rennen passiert und einem Tag, wo eigentlich alles gepasst hätte.“

Trainer Markus Gandler hatte Stadlober letztlich wieder zurück auf die Strecke gelotst. „Wir haben die Verpflegung hergerichtet und haben gemerkt, sie kommt nicht. Ich bin dann zwar rübergelaufen, aber sie hat mich nicht gehört. Erst bei der Abfahrt habe ich sie erwischt“, sagte der Tiroler, „laut einem Schweizer Betreuer hat sie bei der Abfahrt einen Wackler gehabt und hat deshalb wohl nicht gemerkt, dass sie auf die falsche Strecke gekommen ist.“

Vom Blackout der Österreicherin unbeeindruckt holte sich Björgen mit einer souveränen Vorstellung zum achten Mal bei Olympischen Spielen den Sieg. Die 37-jährige Norwegerin hängte die Konkurrenz früh im Rennen ab und lief ungefährdet zu Gold. Mit dem achten Olympiasieg zog Björgen in der ewigen Bilanz mit ihren Landsleuten Björn Daehlie und Ole-Einar Björndalen gleich. Mit achtmal Gold, viermal Silber und dreimal Bronze ist die Norwegerin die erfolgreichste Athletin bei Winterspielen.

(c) GEPA

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