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17 Hundertstel fehlten auf Bronze

17 Hundertstel fehlten auf Bronze

Aber Vanessa gehört die Zukunft

Das war bitte – gerade einmal 17 lächerliche Hundertstelsekunden haben Vanessa Herzog bei den Winterspielen in Pyeongchang zu Bronze über 500 m gefehlt. Österreichs 22-jähriges Aushängeschild im Eisschnelllauf musste sich im Gangneung-Eisoval nach Rang fünf über 1.000 m diesmal mit dem vierten Platz begnügen. Gold ging an die große Favoritin Nao Kodaira.

Die Japanerin hatte die 500 m in olympischer Rekordzeit von 36,94 Sekunden absolviert und damit die „Herrschaft“ der Südkoreanerin Lee Sang Hwa beendet, die in Vancouver 2010 und Sotschi 2014 Gold über die Sprintdistanz eroberte. Die Lokalmatadorin landete diesmal, trotz der Anfeuerungsrufe von rund 8.000 begeisterten Zuschauern im Eisoval, mit 0,39 Sek. Rückstand auf Kodaira auf Rang zwei. Bronze sicherte sich die Tschechin Karolina Erbanova, die von der Olympiasiegerin auf den dritten Platz gezogen wurde.

Herzog sorgte mit ihren Plätzen vier und fünf aber für die besten österreichischen Platzierungen im Eisschnelllauf seit 20 Jahren. Bei den Spielen 1998 in Nagano hatte Emese Hunyady über 1.500 m, 3.000 m und 5.000 m mit den Rängen vier, fünf und acht für die bisher letzten Spitzenplätze gesorgt. Hunyadys Goldmedaille über 1.500 m 1994 in Lillehammer bleibt die bisher letzte österreichische Medaille im Eisschnelllauf.

Herzog zog nach dem Bewerb eine leicht zwiespältige Bilanz. „Einerseits bin ich voll glücklich über den vierten Platz, denn im Vorjahr bin ich hier wirklich schlecht gefahren. Platz vier zu erreichen, ist wirklich cool“, sagte die Wahlkärntnerin. Die 22-Jährige, die mit der Russin Angelina Golikowa im letzten Lauf an der Reihe war, erzielte mit einem starken Finish ihr bisher bestes Ergebnis bei Olympia. „Die Russin ist vor mir aus der Kurve, und ich habe mir gedacht, dass ich sie nicht gewinnen lassen kann und habe noch einmal Gas gegeben und sie auch erwischt“, sagte Herzog, die vor vier Jahren in Sotschi als 18-Jährige unter ihrem Mädchennamen Bittner die Plätze 27 (500 m) und 24 (1.000 m) belegt hatte.

Der knapp verpassten Medaille wollte Herzog trotz des knappen Rückstands aber nicht nachtrauern. „Ich war noch nie so schnell am Start, und auch die Zeit war für Low-Land-Eis ziemlich schnell. Es war genau das, was ich kann. Natürlich, wenn man so knapp dran ist, will man auch auf das Stockerl. Aber ich bin erst 22, die vor mir sind teilweise fünf bis zehn Jahre älter. Ich habe noch Zeit. In vier Jahren werden sie hoffentlich hinter mir sein“, sagte die gebürtige Tirolerin.Am kommenden Samstag steht für Herzog noch der Massenstart auf dem Programm. „Massenstart ist etwas eigenes, da ist von Platz eins bis zum letzten Platz alles möglich“, so Herzog. Zu einem interessanten Vergleich ließ sie sich dann aber doch verleiten: „Ich vergleiche es gerne mit der Tour de France. Wenn das Rennen langsam ist, gewinnen die Sprinter. 16 Runden sind für mich sehr lang.“ Die Erwartungen will sie nicht zu hoch schrauben.

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