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Goggia jubelt über Abfahrtsgold

Goggia jubelt über Abfahrtsgold

ÖSV-Damen schwer geschlagen

Nichts ist aus der erhofften österreichischen Medaille in der Damen-Abfahrt geworden.

Ramona Siebenhofer kam in Jeongseon als beste des ÖSV-Quartetts auf Rang zehn, 1,76 Sekunden hinter Sofia Goggia, die als erste Italienerin Olympiagold in der Abfahrt holte. Nicole Schmidhofer (+1,80) und Cornelia Hütter (+1,82) belegten die Plätze zwölf und 13, die Tirolerin Stephanie Venier schied aus.

Goggia, die mit Startnummer fünf ins Rennen gegangen war, musste nur einmal wirklich um die Führung zittern und zwar als Ragnhild Mowinckel unterwegs war. Die Norwegerin kam der 25-Jährigen nämlich auf neun Hundertstelsekunden nahe und durfte ihre zweite überraschende Silbermedaille in Südkorea nach jener im Riesentorlauf bejubeln. US-Favoritin Lindsey Vonn, die ihr zweites Olympiagold in der Abfahrt nach Vancouver 2010 angepeilt hatte, musste sich um 0,47 Sekunden geschlagen geben und mit Bronze begnügen. Die Liechtensteinerin Tina Weirather verpasste ihr zweites Bronze nach jenem im Super-G um 0,16 Sekunden.

Bei Goggia, die bisher vier Weltcup-Siege in Abfahrt und Super-G gefeiert hat, war der Jubel nach ihrer ersten Olympiamedaille natürlich groß: „Ich bin sehr stolz, aber ich bin noch so konzentriert, dass ich es noch nicht realisiert habe. Normalerweise würde ich mich mehr freuen. Ich bin ein bisschen wie ein Vulkan, der noch nicht ausgebrochen ist. Auf dem Podium werde ich es dann realisieren. Als Mowinckel im Ziel war, habe ich daran geglaubt. Während ihrer Fahrt habe ich mir gedacht: Jesus, bitte lass mir die Goldene!“

Mowinckel konnte ihr Glück kaum fassen: „Man träumt von einer Medaille. Aber es ist verrückt, es ist unglaublich, ich bin so überrascht. Ich habe mit unseren Männern gesprochen, es war fast derselbe Kurs. Ich wollte hören, wie sie gefahren sind. Sie haben mir gute Tipps gegeben.“, sagte die 25-Jährige.Vonn konnte ihre Enttäuschung nicht ganz verbergen: „Es ist schwierig. Ich war sicher nervös, ich habe gewusst, es ist meine letzte Olympiaabfahrt, ich habe alles gegeben. Ich bin vielleicht ein bisschen zu genau auf der Linie gefahren. Trotzdem bin ich sehr stolz auf das, was ich gemacht habe. Die letzten acht Jahre waren sicher nicht einfach für mich. Diese Bronzemedaille ist schön. Ich bin froh, dass ich eine Medaille geholt habe. Ich habe gedacht, dass ich einen guten Lauf gehabt habe, deshalb war ich im Ziel ein bisschen überrascht, als ich Zweite war. Es war nicht gut genug. Aber man kann nur 100 Prozent geben, nicht mehr.“

Die Österreicherinnen, die im Training mit starken Leistungen aufgezeigt hatten, konnten im Kampf um Edelmetall nicht mitmischen und waren nach dem zweitschlechtesten ÖSV-Ergebnis bei einer olympischen Damen-Abfahrt nach 1994 in Lillehammer schwer enttäuscht. „Das war nicht das Gelbe vom Ei. Aber die Welt dreht sich weiter. Ich war irrsinnig nervös;  den ganzen Tag. Das muss ich erst lernen, damit umzugehen“, sagte Siebenhofer.

Schmidhofer konnte sich ihren Rückstand nicht erklären: Das ist jetzt ein bisschen bitter. Oben habe ich mich richtig gut gefühlt, und dann leuchten unten 1,8 Sekunden Rückstand auf. Das war doch ein bisschen verblüffend für mich. Ich war für meine Verhältnisse relativ locker am Start und überzeugt von dem, was ich machen muss.“

Hütter verpasste eine bessere Platzierung mit einem schweren Fehler beim letzten Sprung: „Ich habe mir gedacht, dass ich ‚save‘ bin, dann hat es mir den Ski verschnitten. Ich bin froh, dass es gut ausgegangen ist und ich nicht gestürzt bin. Sicher hat das Zeit gekostet, aber ich habe schon oben bei ein paar Passagen verloren. Ich wusste, dass man hier voll attackieren muss.“ Das tat auch Venier, allerdings zu viel: „Ich habe ein bisserl mehr Risiko genommen. Das ist Skifahren. Mit meiner Leistung bin ich auf alle Fälle zufrieden.“

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