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Flock: „Ein Schlag ins Gesicht“

Flock: „Ein Schlag ins Gesicht“

Im Finallauf eine Medaille verspielt

Egal ob Gold, Silber oder Bronze – es war ales angerichtet für eine Medaillenfeier mit und durch Janine Flock.

Nach drei Läufen hatte die Tirolerin das starke Feld knapp angeführt, doch just im letzten Durchgang platzte der Traum von Edelmetall. Die 28jährige, verpatzte ausgerechnet diesen alles entscheidenden Lauf und rutschte damit sogar noch vom Podest. Am Ende fehlte der 28-Jährigen nur ein Hauch auf Bronze. Mit ihrem Rückfall ebnete Flock der Britin Lizzy Yarnold den Weg zur Wiederholung des Gold-Coups von Sotschi. Als letzte der 20 Starterinnen hatte Janine, die davor im Alpensia Sliding Centre drei konstante Läufe hingelegt hatte, ausgerechnet in der Entscheidung nicht die optimale Linie und verlor sukzessive Zeit. Im dritten Lauf hatte die Tirolerin der deutschen Weltmeister Jacqueline Lölling noch die Führung abgeluchst.  

Doch mit dernur zehntbesten Laufzeit fehlten am Ende zwei Hundertstelsekunden auf die Bronzemedaille. Damit bleibt die Silbermedaille von Martin Rettl bei der Olympiapremiere 2002 in Salt Lake City Österreichs einziges Edelmetall im Skeleton. Bei den Herren war Flocks Lebensgefährte Matthias Guggenberger nicht über Platz 18 hinausgekommen.

Flock war unmittelbar nach dem Bewerb noch immer tief enttäuscht: „Mir geht es noch nicht wirklich gut, schön, dass ich meine Familie gesehen habe. Es ist eine sauknappe Geschichte, aber es geht weiter. Im Ziel habe ich nur die Vier registriert und dann erst gesehen, dass mir nur zwei Hundertstel fehlen.“  

Die Tirolerin kämpfte mit ihren Gefühlen, nach langen Jahren an Entbehrungen, trainingsmäßig wie auch finanziell: „Es ist ein Schlag ins Gesicht. Aber wir haben gute Arbeit geleistet. Ich habe viel investiert und auch auf viel verzichtet. Ich muss das erst verdauen. Es ist Sport. Einmal weiter oben, einmal weiter unten. Der vierte Platz ist immerhin mein bestes Ergebnis bei Olympischen Spielen.“

Ob sie noch einmal bei Olympia starten möchte? „Das lasse ich mir offen“, sagte Janine und ließ wie schon ihr Lebensgefährte Kritik am Verband anklingen. „Da muss sich auch im Verband was ändern, strukturell. Die Vorbereitung war schwierig, wir haben immer wieder Steine in den Weg gelegt bekommen. Aber wir haben im Team gut zusammengehalten und versucht, den Weg zu Olympia zu gehen. Das ist uns auch gelungen. Aber dann habe ich den Fehler im vierten Lauf gemacht.“

Flocks Rückfall ebnete der Britin Lizzy Yarnold den Weg zu ihrem zweiten Olympiasieg. Die 29-Jährige, nach drei Läufen hinter Flock Zweite, raste mit Bahnrekord von 51,46 Sekunden zur Wiederholung ihres Triumphs von vor vier Jahren. Silber holte sich mit 0,45 Sek. Rückstand die deutsche Weltmeisterin Jacqueline Lölling, Bronze ging mit Laura Deas ebenfalls an Großbritannien (+ 0,62).

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