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Tolles Olympiadebüt für Heidegger

Tolles Olympiadebüt für Heidegger

Tiroler rast auf Platz sechs

Linus Heidegger hat die olympische Premiere im taktisch geprägten Massenstart-Bewerb der Eisschnellläufer bei den Winterspielen von Pyeongchang mit einem Topplatz beendet.

Der Tiroler belegte am Samstag im Finale den sechsten Rang.

Heidegger, der als Sieger seines Semifinales in den Endlauf eingezogen war, sicherte sich den ersten von vier Zwischensprints im über 16 Runden laufenden Rennen und legte damit die Basis für seine Platzierung. Im zweiten Sprint nach acht Runden bekam Heidegger noch einmal einen Zähler für seinen dritten Rang.

Den Olympiasieg im Gangneung Oval holte sich allerdings zur Freude der Gastgeber der Südkoreaner Lee Seung Hoon, der im Zielsprint gegenüber dem Belgier Bart Swings den längeren Atem hatte. Bronze ging an den Niederländer Koen Verweij. Sein prominenter Landsmann Sven Kramer ging bei der Massenstart-Premiere leer aus, hatte aber den Zielsprint für seinen Landsmann angezogen.Für den Sieg im Schlusssprint werden 60 Punkte vergeben. Der Zweite erhält 40, der Dritte 20 Zähler. Die besten drei in den drei vorher stattfindenden Zwischensprints nach vier, acht und zwölf Runden erhalten hingegen nur fünf, drei beziehungsweise einen Punkt. Im Massenstart-Bewerb ist daher nicht nur Sprintstärke, sondern auch Taktik und Ausdauer gefragt.

Bei den Damen ging Gold an die Japanerin Nana Takagi, die sich vor der Koreanerin Kim Bo Reum sowie der Niederländerin Irene Schouten durchsetzte. Die Österreicherin Vanessa Herzog hatte krankheitsbedingt auf einen Start verzichten müssen.Im Vorfeld des Rennens hatte der 22-jährige Heidegger noch das Überstehen des Halbfinales als primäres Ziel ausgegeben. Seinen Semifinal-Lauf hat er dann aber sogar gewonnen. „Wahnsinn, das hätte ich mir nicht gedacht. Es ist einfach alles aufgegangen“, war er überglücklich.

Taktisch erwies sich Heidegger als äußerst clever. „Ich habe gewusst, dass das Finale von den Punktesprints her einfacher sein wird als im Halbfinale. Es sind doch sehr viele auf die Medaillen gegangen. Ich habe das perfekt ausgenützt und gleich beim ersten Sprint versucht, vorne dabei zu sein.“ Mit dem Punkt im zweiten Zwischensprint hatte der rot-weiß-rote Eisschnellläufer selbst nicht gerechnet. Für den Olympiadebütanten war der erste Auftritt im Zeichen der Fünf Ringe ein eindrucksvolles Erlebnis. Die Begeisterung konnte er schließlich auf seine sportliche Leistung umlegen. „Ich habe in den letzten zehn Tagen wirklich eine Megafreude beim Training gehabt. Wir hatten eine super Stimmung im Team“, meinte der Weltcup-Fünfte von Calgary.

Langfristige Pläne für die Zeit nach den Winterspielen habe Heidegger noch nicht. „Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, und ich bin jetzt einfach mal sehr froh“, sagte er unmittelbar nach dem Rennen. Bei den nächsten Spielen 2022 in Peking wäre er wie die gleichaltrige Vanessa Herzog mit 26 Jahren im besten Eisschnelllauf-Alter. „Was die Zukunft bringt, wird man dann schon sehen“, lässt sich der Tiroler aber alles offen.

(c) GEPA

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