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Zehntel-Krimi zum Weltcup-Auftakt

Biathlon, Hochfilzen

Zehntel-Krimi zum Weltcup-Auftakt

Wierer 0,6 Sekunden vor Mäkäräinen

Lisa Hauser landet auf Platz 22

Bild: gepa

Die Weltelite der Biathleten ist zurück in Hochfilzen und gleich zum Auftakt gab es – bei traumhaften Bedingungen – ein fantastisch-dramatisches Sprint-Rennen, das  Dorothea Wierer mit 0,6 Zehntel Vorsprung auf Dauerrivalin Kaisa Mäkäräinen für sich entschied. Es war der erste Weltcupsieg der noch jungen Saison für die Südtirolerin, die damit auch das gelbe Trikot der Führenden im Gesamtweltcup behält. Die ÖSV-Damen hatten mit der Entscheidung nichts zu tun.

Beste des österreichischen Quartetts war Lisa Theresa Hauser mit zwei Fehlschüssen und 1:11,9 Minuten Rückstand auf Platz 22. Katharina Innerhofer holte mit 1:37,9 Minuten Rückstand auf Wierer und zwei Schießfehlern als 38. ebenfalls noch Weltcup-Punkte. Julia Schwaiger schaffte es als 52. (+2:03,3) noch in das Feld für das Verfolgungsrennen am Samstag (11.30 Uhr, live in ORF Sport +). Dunja Zdouc (+ 3:07,8) landete auf Rang 83.In diesem zweiten Sprint-Bewerb der Saison markierten sowohl die 28-jährige Wierer wie  auch die Finnin Mäkäräinen am Schießstand je einen Fehler. Rekordverdächtig war vor allem das Stehend-Schießen der Südtirolerin:  in 18 Sekunden hatte sie vier von fünf Scheiben getroffen. Wierer nahm dann rund elf Sekunden an Guthaben auf die Schlussrunde mit, die sie durch eine starke Laufleistung (die drittbeste aller Athletinnen) am Ende auch verteidigen konnte. Es ist der fünfte Weltcupsieg für Wierer. 

Hauser unterliefen bereits beim Liegend-Schießen zwei Fehler. „Ich habe mich gut gefühlt in der Spur. Ich weiß nicht, wo die Fehler waren. Schade, dass es nicht so gut geklappt hat beim Liegend-Schießen, läuferisch war es aber umso besser“, meinte die Lokalmatadorin. Die 24-jährige Tirolerin richtete sich an ihrer ansprechenden Laufleistung und am wie schon in Slowenien makellosen Stehend-Schießens auf.

Dopingfälle sorgen für Unruhe

Schon seit Ende 2017 ermittelt die österreichische Staatsanwaltschaft gegen die IBU und auch gegen Betreuer und Athleten aus dem russischen Lager. Die IBU steht im Verdacht, Dopingsünder aus Russland gedeckt und positive Dopingproben vertuscht zu haben. Die mutmaßlichen Verstöße der Russen betreffen den Zeitraum der WM im Februar 2017 in Hochfilzen. Das ist auch der Hintergrund dafür, dass jetzt in Hochfilzen Ermittlungen gegen fünf Athleten und fünf Betreuer aus Russland eingeleitet wurden. Im Mittelpunkt steht dabei der ehemalige Verbandspräsident Anders Besseberg, der aber bisher sämtliche Vorwürfe bestritten hat.

Unter den Athleten lösen die unbeantworteten Fragen im Zusammenhang mit dem Doping in Russland vor dem zweiten Weltcup des WM-Winters Unmut aus. Der schwedische Olympiasieger Sebastian Samuelsson war sich im ARD-Gespräch „ziemlich sicher, dass man gegen Leute antritt, die betrügen oder früher betrogen haben. Und das will ich nicht.“

Ebenfalls pikant: Der Russe Alexander Loginow, der bis Ende 2016 zwei Jahre wegen Epo-Dopings gesperrt gewesen war, stand zum Saisonauftakt in Pokljuka in zwei von drei Rennen auf dem Podest. Bei den Frauen schaffte es die Russin Irina Starych, ebenfalls bis Ende 2016 wegen Epo-Missbrauchs ausgeschlossen, in allen drei Rennen unter die Top Zwölf.

IBU-Boss Olle Dahlin, der wegen eines Beinbruchs zum Saisonstart noch fehlte, versprach bei seiner Wahl einen transparenten und harten Anti-Doping-Kampf.

Damen-Sprint (7,5 km):
1.Dorothea WiererITA  21:04,9
2.Kaisa MäkäräinenFIN+ 0,61
3.Jekaterina Jurlowa-PerchtRUS24,40
4.Lisa VittozziITA25,31
5.Monika HojniszHUN28,20
6.Iryna KryukoBLR38,50
7.Paulina FialkovaSVK43,81
8.Anais ChevalierFRA45,41
9.Irina StarychRUS47,50
10.Anastasiya KuzminaSKV49,62
22.Lisa Theresa HauserAUT1:11,92
38.Katharina InnerhoferAUT1:37,92
52.Julia SchwaigerAUT2:03,32
83.Dunja ZdoucAUT3:07,82

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