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Shiffrin triumphiert zum Auftakt

Alpine Ski-WM, Are

Shiffrin triumphiert zum Auftakt

Bittere Pleite für ÖSV-Damen

Schmidhofer nur auf Platz elf

Bild: GEPA.pictures

Das war eine herbe Enttäuschung für Österreichs erfolgsverwöhnte Speed-Damen. Denn während sich Titelverteidigerin Nicole Schmidhofer als Beste des Quintett’s mit Rang elf begnügen musste, jubelte Mikaela Shiffrin als erste Goldgewinnerin der 45. alpinen Weltmeisterschaften. Die US-Amerikanerin schnappte sich in Aare in einem wahren Hundertstelkrimi vor der Italienerin Sofia Goggia und Corinne Suter aus der Schweiz Gold im Super-G.  Am Ende entschieden nur 51 Zentimeter oder zwei Hundertstel zugunsten der US-Amerikanerin, die auch bei ihrem vierten Super-G-Start in dieser Saison zum Schluss auf der obersten Stufe des Podests stand. Selbst die drittplatzierte Suter lag mit 0,05 Sekunden nur einen Hauch hinter der Siegerin. Wie knapp es an der Spitze zuging, musste besonders Viktoria Rebensburg erfahren: Der viertplatzierten Deutschen fehlten am Ende ebenfalls nur lächerliche zwei Hundertstel auf das Podest.

Die Österreicherinnen wiederum hatten sich auf der verkürzten Strecke auf dem Aareskutan zu viele Fehler geleistet und spielten im Kampf um die Medaillen von der ersten Fahrsekunde an keine Rolle. Hinter der entthronten Weltmeisterin  (+0,69) Schmidhofer landete  Tamara Tippler auf Platz zwölf (+0,72). Ramona Siebenhofer musste sich mit 1,19 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit mit Platz 15 begnügen. Stephanie Venier und Christina Ager schieden aus.

Mit Shiffrin holte sich zum zweiten Mal nach Lindsey Vonn (2009) eine Amerikanerin Super-G-Gold bei einer Weltmeisterschaft. Mit dem Sieg der 23-Jährigen, die in der aktuellen Saison bereits in Lake Louise, St. Moritz und Cortina d’Ampezzo gewonnen hatte, endete auch die kurze Serie der österreichischen Weltmeisterinnen. Vor Schmidhofer hatte 2015 Anna Veith, damals noch als Anna Fenninger, Super-G-Gold geholt. Österreich bleibt in der ewigen Bestenliste mit sieben Titeln aber trotzdem die Nummer eins.

„Ich habe das wirklich nicht erwartet“, sagte die neue Weltmeisterin, die erstmals bei einer WM in einem Speed-Bewerb am Start gewesen war. „Es ist verrückt, es war auch ein absolut enges Rennen“, sagte sie im ORF-Interview. Und zum Wetterchaos? „Meine Trainer sind erst in der Nacht vor dem Rennen um 1.00 Uhr angekommen. Die Hälfte meines Equipments fehlte, aber ich hatte Ski und Skischuhe und habe es einfach versucht“, so Shiffrin.

Vonn schwer gestürzt

Für Shiffrins Landsfrau Vonn hingegen endete der erste Teil ihrer Abschiedstour mit einem Sturz. Die Amerikanerin, die sich in Schweden aus dem aktiven Skisport verabschiedet, wurde im oberen Teil von einer Welle abgeworfen, räumte das nächste Tor ab und krachte anschließend hart ins Fangnetz. Die 34-Jährige hatte jedoch Glück im Unglück und blieb dem ersten Anschein nach unverletzt. Vonn fuhr selbst ins Ziel. „Ich habe gekämpft, habe Gas gegeben, und das hat nicht gereicht.“

Sportlich enttäuschend endete der erste WM-Bewerb bei arktischen Temperaturen von minus 21 Grad Celsius im Ziel, auch für Schmidhofers „Vize“ von St. Moritz, Tina Weirather. Die Liechtensteinerin fuhr im oberen Teil an einem Tor vorbei. Lara Gut-Behrami, vor zwei Jahren Dritte, landete in Aare zwar vor Schmidhofer, aber trotzdem nur auf Platz neun. Olympiasiegerin Ester Ledecka konnte ihre Sensation aus Pyeongchang nicht wiederholen. Das tschechische Multitalent klassierte sich mit 2,80 Sekunden Rückstand auf dem 23. Rang.

Medaillenspiegel

1. USA
2.  Italien 0 1 0
3. Schweiz001

Damen Ergebnisse, Super-G

RangAthletZeit
1.Mikaela Shiffrin (USA) 1:04,89
2.Sofia Goggia (I)+ 0,02
3.Corinne Suter (CH)+ 0,05
4.Viktoria Rebensburg (D)+ 0,07
5.Nadia Fanchini (I)+ 0,14
6. Ragnhild Mowinckel (N)+ 0,16
11.Nicole Schmidhofer+ 0,69
12.Tamara Tippler
+ 0,72
15. Ramona Siebenhofer+ 1,19

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