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Chronologie einer Sensation

UCI-Rad-WM 2018

Chronologie einer Sensation

Trainer erklärt die Weltmeisterin

Jugend-Olympia in zwei Disziplinen

Bild: gepa

Laura Stigger ist auf zwei Rädern ein Phänomen.

Wenige Wochen nach dem Gewinn ihres zweiten Junioren-WM-Titels mit dem Mountainbike holte sie auf dem Rennrad den nächsten Titel. Die Tirolerin war wegen ihres körperlichen Potenzials und der 71,7-Kilometer-Strecke mit zwei Anstiegen ein Top-Platz zugetraut worden. Doch mit ihrer Abgebrühtheit und dem taktischen Verhalten in der ungewohnten Sportart überraschte die Ötztalerin auch die Experten. „Das hätte ich überhaupt nicht erwartet. Ich wollte nur Spaß haben, dass ich gewinne, ist unglaublich“, sagte die Schülerin des BORG Innsbruck.

Dabei hatte die Lokalmatadorin nach Angaben ihres Trainers Rupert Scheiber nach gesundheitlichen Problemen im Vorfeld im ersten Anstieg nach Gnadenwald noch schwere Beine. Doch sie hielt sich immer im Vorderfeld und wartete mit ihrer Attacke bis zur steilsten Stelle des Schlussanstiegs Richtung  Igls. Dort sprengte sie mit ihrem Antritt die Gruppe der rund 25 Fahrerinnen.

Die Qualifikation hatte sie beim bisher einzigen Antreten auf einem Rad mit schmalen Reifen Mitte März mit einem 14. Platz in einem Nationencup-Rennen in Italien geschafft. Und Druck wollte sich Stigger bei der WM keinen auferlegen. „Ich habe schon einen Titel. Ich bin nicht die Favoritin, was dabei herausschaut, wird genommen,“ schmunzelte die Haimingerin. Die schwierige 71,7-km-Strecke von Rattenberg über die Steigungen nach Gnadenwald und auf der Olympia-Runde nach Igls (insgesamt 975 Höhenmeter) waren ihr bei diesem Husarenritt sichtlich entgegen gekommen: „Das ist ein Kurs, den nicht so viele gewohnt sind.“

Ihr Trainer Scheiber blieb trotz aller Euphorie auf dem Boden. ,,Man müsse die Kirche im Dorf lassen“, meinte der Ötztaler, der mit Stigger einen Rennplan entworfen hatte. Die Teenagerin setzte ihn perfekt um. ,,Sie könne sich im Rennen enorm steigern“, wusste Scheiber.

Ob sie bei ihrer Liebe Mountainbike bleibt oder auf das Rennrad wechselt, wird die Dreifach-Weltmeisterin erst später beschließen. „Irgendwann muss man sich entscheiden“, hatte sie im Vorfeld gemeint. Dass bei den Damen Spitzenleistungen in beiden Disziplinen möglich sind, beweist etwa auch die Schweizerin Jolanda Neff. Auch Stigger wird vorerst zweigleisig fahren. Bei den Olympischen Jugendspielen ab kommender Woche in Buenos Aires ist sie auf Rennrad und Mountainbike im Einsatz.

Österreichische WM-Medaillen

Elite
Silber: Christiane Soeder (Einzelzeitfahren, 2008)
Bronze: Christiane Soeder (Einzelzeitfahren, 2007)

Amateure
Bronze: Vierer mit Helmut Wechselberger, Bernhard Rassinger, Mario Traxl, Hans Lienhart (100 km Mannschaftszeitfahren/1987)

Nachwuchs
Gold: Felix Gall (Straßenrennen Junioren 2015)
Gold: Laura Stigger (Straßenrennen Juniorinnen 2018)
Bronze: Josef Lonscharitsch (Straßenrennen Junioren 1987)
Bronze: Gerrit Glomser (Straßenrennen U23 1997)

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