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  Riesenjubel bei den Ferstl’s

Weltcup, Herren,Kitzbühel

Riesenjubel bei den Ferstl’s

Wie einst Vater Josef nun der Sohn

ÖSV-Stars verpassten Super-G-Podest

Bild: gepa

Damit hatte nun wirklich niemand gerechnet. Doch ein Jahr nach dem Abfahrtstriumph von Thomas Dreßen gelang es erneut einem deutschen Skirennläufer in Kitzbühel zu gewinnen. Josef Ferstl holte sensationell den Super-G auf der Streif. Nicht minder überraschend landete der Franzose Johan Clarey auf Platz zwei (+0,08). Abfahrtssieger Dominik Paris kam als Dritter erneut aufs Podest (0,10). Welches die Österreicher knapp verfehlten.
Den ÖSV-Stars fehlte allerdings im spannenden Kampf um die Stockerlplätze das Glück im Hundertstel-Krimi. Der Oberösterreicher Vincent Kriechmayr wurde Vierter und verpasste Rang drei nur um 0,05 Sekunden. Matthias Mayer belegte Rang fünf. Auch dem Sieger von 2017 fehlten mit 0,08 Sekunden nur ein Hauch auf das Podest. Nachdem Hannes Reichelt nicht über Platz 13 (0,59) hinauskam, endete für die ÖSV-Herren eine stolze Serie: Bisher war in allen 18 Kitzbühel-Super-G ein Österreicher auf dem Podest gestanden.
Für die Familie Ferstl ist es die dritte goldene Gams. Josef Senior hatte in den Jahren 1978 und 1979 die Abfahrt gewonnen,  Josef Junior legte zur Freude des Vaters nach. „Ohne Trainingslauf ist die Nummer eins sicher kein Vorteil. Die späte Startzeit war wegen des Lichts vielleicht günstig für mich. Wenn mir aber einer vor dem Rennen gesagt hätte, dass ich mit Startnummer eins vorne mitfahren kann, hätte ich nur gelacht. Es ist hier brutal schwierig einzuschätzen. Ich habe alles auf eine Karte gesetzt. Mir ist es super aufgegangen“, jubelte der 30-Jährige über seinen zweiten Weltcup-Sieg nach Gröden.
Der letzte Super-G vor der WM ging mit den Vorzeichen über die Bühne, dass drei der vier Saisonsieger nicht am Start standen. Kjetil Jansrud (Lake Louise), Max Franz (Beaver Creek) und Aksel Lund Svindal (Gröden) mussten alle verletzt passen. Svindal, der insgesamt dreimal den Kitzbühel-Super-G gewinnen konnte, gab im Vorfeld des Rennens auch seinen Rücktritt mit Saisonende bekannt. Damit blieb vom Siegerquartett nur noch Paris (Bormio) über. Aber auch der Südtiroler  scheiterte an der Bestzeit von Ferstl. Wie viele andere Favoriten brachte Paris keinen fehlerfreien Lauf ins Ziel. Dazu zählten auch die Österreicher,  die ihre Siegeschancen der Reihe nach verspielten. Die größte vergab dabei Kriechmayr. Der 27-Jährige war zwischenzeitlich schon 0,38 Sekunden vor Ferstl gelegen. Ein Fehler vor dem Hausberg kostete Kriechmayr aber viel Zeit, die auch mit Risiko nicht mehr aufzuholen war.

Super-G, Herren, Ergebnisse

1Josef Ferstl (D) 1:13,07
2Johan Clarey (F)+0,08
3Dominik Paris (I)+0,10
4Vincent Kriechmayr (Ö)+0,15
5Matthias Mayer (Ö)+0,18
6Aleks Aamodt Kilde (N)+0,19
7Brice Roger (F)+0,26
8Alexis Pinturault (F)+0,41
9Adrian Smiseth Sejersted (N)+0,46
9Christof Innerhofer (I)+0,46
11Adrien Theaux (F)+0,51
13Hannes Reichelt (Ö)+0,59
21Christopher Neumayer (Ö)+1,37
22Daniel Danklmaier (Ö)+1,40

Weltcup, Herren, Gesamtwertung

1Marcel Hirscher (Ö)1116 
2Henrik Kristoffersen (N)671
3Alexis Pinturault (F)652
4Dominik Paris (I)550
5Vincent Kriechmayr (Ö)515
6Beat Feuz (CH)513
7Aleks Aamodt Kilde (N)505
8Marco Schwarz (Ö)455
9Mauro Caviezel (CH)440
10Aksel Lund Svindal (N)419
11Max Franz (Ö)408

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