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Die Höhepunkte im Rückblick

Die Höhepunkte im Rückblick

07.02. bis 09.02.2020

Bild: Gepa

ÖSV-Damen fliegen der Konkurrenz auf und davon

Die unglaubliche Serie der österreichischen Skispringerinnen wurde auch im oberösterreichischen Hinzenbach eindrucksvoll prolongiert. Hauptverantwortlich dafür zeichnete Chiara Hölzl, die vor den begeisterten Fans das Double schaffte. Die 22-jährige Salzburgerin, die schon nach ihrem Doppelsieg zuletzt in Oberstdorf ins Gelbe Trikot der Gesamtführenden geschlüpft war, gewann am ersten Tag vor der Norwegerin Maren Lundby und Eva Pinkelnig, sowie am zweiten vor ihrer Teamkollegin Pinkelnig mit 2,2 Punkten Vorsprung. Platz drei ging diesmal an Lara Malsiner aus Italien.

Doch auch die übrigen ÖSV-Damen präsentierten sich in Top-Form. Mit Jacqueline Seifriedsberger, Lisa Eder und Daniela Iraschko-Stolz landeten auf den Plätzen sechs bis acht drei weitere Schützlinge von Trainer Rodlauer. Marita Kramer wurde Elfte. Sechs Österreicherinnen in den Top 11 ist Rekord, das gab es bisher noch nie.

Für Hölzl war es der vierte Weltcup-Sieg in Serie und der bereits sechste in dieser Saison. Im Gesamtweltcup baute sie ihre Führung auf Maren Lundby, die Fünfte wurde, weiter aus und hat mit 1.030 Zählern bereits 90 Punkte Vorsprung auf die Norwegerin.

„Ich weiß gar nicht, was ich noch sagen soll. Das ist ein Traum. Ich genieße das jetzt einfach. Ganz kann ich das noch nicht glauben, das wird noch ein paar Tage dauern. Die Fans haben mir natürlich sehr geholfen, bei jeder Österreicherin ist es extrem laut geworden. Jetzt geht es nach Hause, die Füße hochlagern und genießen“, freute sich Hölzl über das traumhafte Abschneiden in Hinzenbach.

Sturmtief ,,Sabine“ zwingt Adler zur Pause

Vor eigenem Publikum ist der erste Weltcupsieg immer am Schönsten. Das weiß seit Samstag auch Stephan Leheye. Der Deutsche Skispringer gewann in Willingen dank Tageshöchstweite von 144,5 Metern vor dem Norweger Marius Lindvik und Halbzeit-Leader Kamil Stoch aus Polen. Stefan Kraft landete auf Rang vier und baute damit seinen Vorsprung im Gesamtweltcup auf den fünftplatztierten Deutschen Karl Geiger weiter, und zwar auf genau 68 Punkte, aus. 35.000 Zuschauer feierten Leyhe, der ja für den SC Willigen springt, für seinen ,,Heimsieg“.

Eine starke Leistung bot auch Gregor Schlierenzauer, der sich im Finale noch vom achten auf den siebenten Platz verbesserte und damit sein drittbestes Saisonresultat feierte. Daniel Huber, der eigentlich in den zweiten Durchgang gesprungen war, wurde zur Halbzeit wegen eines regelwidrigen Anzugs disqualifiziert. Marco Wörgötter und Stefan Huber waren im Finale nicht dabei. Dafür sammelten auch Michael Hayböck (18.) und Philipp Aschenwald (20.) wichtige Weltcup-Punkte. Aktuell liefern sich Kraft (1.113 Punkte) und Geiger (1.045) im Weltcup einen spannenden Zweikampf, dahinter lauern aber der Pole Dawid Kubacki (940) und der Japaner Ryoyu Kobayashi (936). Zumindest vorläufig kann Kraft den Vorsprung nicht weiter ausbauen. Wegen des Sturmtiefs „Sabine“ war der zweite Bewerb am Sonntag frühzeitig abgesagt worden.

Cheftrainer Andreas Felder: ,,Das war von den unterschiedlichen Windverhältnissen her sehr schwierig zu springen. So gesehen waren die Leistungen zum Teil sehr gut. Hayböck und Aschenwald hatten es von den Bedingungen her etwas schwerer.“

Jetzt ein Grande Finale in Umhausen

Bei den Naturbahnrodlern bleibt der Kampf um den Weltcup-Gesamtsieg spannend bis zum letzten Rennen. Bei den Herren zumindest. Denn während bei den Damen die Südtirolerin Evelin Lanthaler bereits im vorletzten Saisonrennen alles klar machte und sich auf der extrem schnellen „Gafair“-Bahn in Laas (Südtirol) mit zweimaliger Bestzeit Tagessieg und die große Kristallkugel sicherte, wurde die Entscheidung bei den Herren auf das große Finale in Umhausen vertagt. Platz zwei holte die Wahl-Tirolerin Tina Unterberger vor Lokalmatadorin Greta Pinggera. Für Lanthaler ist es die dritte Kristallkugel in Folge, der vierte Gesamtsieg insgesamt.

Hochspannung dafür bei den Herren, denn da kämpfen am 15./16. Februar gleich vier Mann um die begehrte Trophäe. Mit dem zweiten Saisonsieg des Steirers von Michael Scheikl in Laas vor dem zeitgleichen Duo Thomas Kammerlander und Patrick Pigneter und dem viertplatzierten Weltmeister Alex Gruber wird Umhausen mit diesen vier Hauptdarstellern zum Finalkrimi.

In der Gesamtwertung führt der Tiroler Titelverteidiger Thomas Kammerlander mit 500 Punkten, dahinter folgen Patrick Pigneter (480), Michael Scheikl (470) und Alex Gruber (450). Spannender geht’s wohl nicht.

Meillard schnappte sich Kristall, Pertl strahlte

Das war für die ÖSV-Herren nicht der erhoffte Abschluss des Weltcup-Wochenendes im französischen Chamonix. Denn nur 24 Stunden nach dem überaus erfreulichen ,,Statement“ der Techniker-Truppe mit dem sensationellen dritten Platz des jungen Adrian Pertl im Slalom (4. Michael Matt), zerplatzten im Parallel-RTL die geheimen Träume von der Kristallkugel wie eine Seifenblase. Beim überhaupt ersten Weltcupsieg des Schweizers Loic Meillard vor seinem Landsmann Thomas Tumler und dem Deutschen Alexander Schmid im Parallel-Riesentorlauf belegte Fabio Gstrein als bester ÖSV-Läufer Rang neun. Da war selbst Herrnchef Andreas Puelacher eher verärgert. Derweil feierte Meillard auch den Gewinn der kleinen Kristallkugel in der Parallel-Wertung; Kristall, mit dem auch die Österreicher ein wenig spekuliert hatten. Aber für Roland Leitinger (18.), der dafür die besten Chancen gehabt hätte, war bereits in der Auftaktrunde Endstation; wie auch für Marco Schwarz (24.).

Michael Matt, Johannes Strolz und Manuel Feller hatten die Qualifikation für das Finale verpasst. Stefan Brennsteiner schied im Re-Run der Qualifikation aus, Dominik Raschner im ersten Lauf. Bei Brennsteiner, der bereits mehrere Kreuzbandrisse erlitten hatte, besteht erneut der Verdacht auf eine schwere Knieverletzung. Clement Noel, am Samstag Gewinner des Slaloms, und der Schweizer Daniel Yule sahen beide das Ziel nicht.

A propos Vortag – da hatte es für die Österreicher dank des sensationell stark fahrenden Adrian Pertl und des Tirolers Michael Matt die Ränge drei und vier im insgesamt 500. Slalom der Weltcup-Geschichte gegeben. Für Clement Noel war es der insgesamt sechste Sieg, der dritte nach Zagreb und Wengen aber ganz bestimmt der emotionalste. Weil nach dem Ausfall von Henrik Kristoffersen in Ausfall in Durchgang eins dann auch der Halbzeit-Führende Yule und Alexis Pinturault scheiterten, blieb im Weltcup alles unverändert.

Für Pertl wiederum war es nach dem achten Rang von Kitzbühel bereits das zweite große Highlight seiner noch jungen Karriere, Michael Matt überzeugte mit Laufbestzeit im zweiten Durchgang und der Verbesserung von 17. auf den vierten Platz.

Nach Enttäuschung zurück am Podest

Was ist nur mit diesen österreichischen Abfahrtsmädels los, dürfte sich zum Auftakt des Garmisch-Weekends so mancher Skifan gefragt haben.? Denn just dort, wo vor einem Jahr die Tirolerin Stephanie Venier als Siegerin triumphiert hatte, setzte es diesmal für Schmidhofer, Veith und Co. eine bittere Abfuhr in der Abfahrt. Beim stürmisch bejubelten Heimsieg von Viktoria Rebensburg vor der Italienerin Federica Brignone und der Slowakin Ester Ledecka hatte Elisabeth Reisinger als Bestplatzierte des Rot-Weiß-Roten Teams nur Rang zehn belegt. Eine berechtigte Frage, doch eine Antwort blieben die ÖSV-Damen nicht lange schuldig. Nur 24 Stunden nach der großen Enttäuschung feierte Nicole Schmidhofer ein vielbejubeltes Comeback auf dem Siegerpodest. Die Steirerin war beim Super-G in Garmisch auf den zweiten Platz gefahren und schaffte es erstmals seit ihrem Sieg in der Abfahrt in Lake Louise wieder auf das Foto der besten drei. Schmidhofer musste sich auf der erneut sehr selektiven ,,Kandahar“ nur der Schweizerin Corinne Suter geschlagen geben müssen.

Suter meisterte bei strahlendem Sonnenschein den Kurs auf der WM-Strecke von 2011 in 1:19,46 Minuten am schnellsten und blieb 0,43 Sekunden vor Schmidhofer. Rang drei ging überraschend an ihre Schweizer Landsfrau Wendy Holdener (+0,70 Sek.), die ein Hundertstel vor der französischen Sensationsläuferin Tiffany Gauthier blieb. Für die 25-jährige Suter war es der zweite Sieg ihrer Karriere, aber ihr erster in einem Super-G. Die Schweizerin hatte fast auf den Tag genau vor einem Monat die Abfahrt von Zauchensee für sich entschieden. Und Stephanie Venier wiederum sorgte mit Platz sechs für einen weiteren rot-weiß-roten Spitzenplatz, während Anna Veith und Nina Ortlieb mit zu den prominentesten Ausfällen zählten. Besonders Schlimm hatte es Abfahrtssiegerin Rebensburg erwischt, für die ein Sturz mit schwerer Knieverletzung das Saisonaus bedeutet.

Sensation durch Wacker, Blamage für die WSG

Dieses Fußballjahr 2020 startete gleich einmal mit zwei Riesensensationen. Zweimal gab es im Viertelfinale des ÖFB-Pokals eine Entscheidung im Elfmeterschießen, beide Male standen die Tiroler Klubs im Mittelpunkt. Doch während die WSG Tirol im Cup-Viertelfinale bei der mehr wie peinlichen 3:2-Pleite beim Zweitligisten Austria Lustenau eine enttäuschende Vorstellung ablieferte, hatte sich schon 24 Stunden vorher Wacker Innsbruck nach einer wahrlich verrückten und im Finish überaus dramatischen Viertelfinalpartie als erste Mannschaft für das Halbfinale qualifiziert. In diesem treffen die Innsbrucker im März auswärts auf Austria Lustenau, das zweite Semifinale bestreiten RB Salzburg gegen den LASK.

2:2 war es in Lustenau nach 120 Minuten gestanden, in der damit fällig gewordenen Penalty-Lotterie verschoss ausgerechnet Neuzuganz Stefan Mayerhofer, für Lustenau hatten alle fünf Schützen getroffen. In St. Pölten wiederum waren die Innsbrucker nach einem 3:3 nach Verlängerung im Elfmeterschießen gegen den Bundesligisten erfolgreich geblieben.

Innsbruck eliminierte damit nach dem ebenso sensationellen Sieg über Wolfsberg bereits den zweiten höher klassierten Klub und darf im Semifinale vielleicht sogar mit einem lukrativen Heimspiel spekulieren. Dabei hatte es – obwohl die Gäste knapp vor der Pause (42. Minute) dank eines sehenswerten ,,Ferslers“ von Zaizen in Führung gegangen waren – lange Zeit nicht nach so einem stürmisch bejubelten Ende ausgesehen. Die Niederösterreicher hatten während der gesamten Partie mehr Spielanteile, benötigten aber einen schmeichelhaften Elfmeter für den Ausgleich. Als die Gastgeber dann in der 92. Minute das 2:1 erzielten, schienen alle Cup-Träume der Schwarz-Grünen geplatzt, wenn da nicht der in der 93. Minute eingewechselte Yildirim nur 180 Sekunden später das 2:2 markiert hätte. In der Verlängerung traf Satin in letzter Sekunde aus einem ebenfalls umstrittenen Elfmeter zum 3:3. Und vom Punkt trafen für den Wacker alle fünf Schützen, einen Penalty von St. Pölten wehrte Wedl ab. Es war der Auftakt zu einem Jubelfest mit rund 500 mitgereisten Fans.

Im WSG-Lager war die Enttäuschung riesig und eines steht nach dem Scheitern im Pokal fest – in dieser Form sind die Tiroler Abstiegskandidat Nummer eins. Da fehlte es gegen den beherzt kämpfenden Zweitligisten an Einsatz und Spielwitz.

Die weiteren Ergebnisse: LASK – Sturm Graz 2:0; Amstetten – RB Salzburg 0:3. Damit stehen Wacker Innsbruck, Austria Lustenau, der LASK und RB Salzburg im Semifinale, das am 3./4. März gespielt wird.

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