Das Sport-Wochenende im Visier

Das Sport-Wochenende im Visier

02. bis 05.01.2020

Bild: Gepa

ÖSV-Adler wollen Revanche am Bergisel

Halbzeit in der 68. Vierschanzentournee und traditionell heißt es am 4. Jänner – der Bergisel ruft! Das erste Jänner-Weekend steht auch heuer im Zeichen des Bergisel-Springens, der dritten Station dieser Konkurrenz, in der die weltbesten Skispringer um den Gesamtsieg kämpfen. Auf höchster Ebene und das im wahrsten Sinne des Wortes. Oberstdorf, der stets prickelnde Auftakt, oder Garmisch Partenkirchen mit dem Sprung ins neue Jahr – alle diese Konkurrenzen haben ihre besondere Geschichte im großen Buch der Tournee; so wie auch der Bergisel. Hoch über Innsbruck, auf geschichtsträchtigen Boden, so die Fachleute, fällt meist die Vorentscheidung darüber, wer sich nach dem finalen Wettbewerb in Bischofshofen zum Tourneekönig krönen darf.

Heuer ist die Ausgangslage heißer umkämpft denn je zuvor. Nach den ersten beiden Springen führt Titelverteidiger Ryoyo Kobayashi, der Sieger von Oberstdorf mit 6,3 Punkten vor dem Deutschen Karl Geiger, der zweimal auf Platz zwei landete und dem Polen Dawid Kubacki. Als bester Österreicher dieser Gesamtwertung liegt Stefan Kraft hinter dem Sieger von Garmisch, Marius Lindvik, auf Rang fünf. Da haben die ÖSV-Adler also einiges gutzumachen im Bergisel-Oval, das angesichts der faszinierend-engen Situation an der Spitze ausverkauft sein dürfte.

Ausverkauft waren schon Oberstdorf und Garmisch, nicht zuletzt weil die Schützlinge des Tiroler Trainers Stefan Horngacher in Topform sind und nun, vor dem ,,Luftkampf“ in Innsbruck, hervorragend positioniert sind, Karl Geiger mit aller Macht seinen ersten Tagessieg anpeilt. In den ersten beiden Stationen hatte er sich jeweils mit Rang zwei begnügen müssen, jetzt scheint die Zeit reif zu sein für seinen Sprung auf das oberste Podest. 

Erster Weltcupsieg für Marius Lindvik

Der Sieg beim Neujahrsspringen ging an den Norweger Marius Lindvik, der bereits im ersten Durchgang mit 143,5 Metern den Schanzenrekord des Schweizers Simon Ammann aus dem Jahr 2010 egalisiert und damit den Grundstein zum Sieg gelegt hatte. Er verteidigte den Vorsprung und bejubelte dann seinen ersten Sieg im Weltcup. Dritter hinter Geiger wurde erneut der Pole Dawid Kubacki, Kobayashi musste sich mit Rang vier begnügen, bester ÖSV-Adler war Daniel Huber als Sechster. Er rehabilitierte sich damit für seine verpasste Qualifikation in Oberstdorf. Der Salzburger zeigte mit 136,5 und 134,0 Metern auf der großen Olympiaschanze zwei solide Sprünge, verpasste das Podest letztlich aber um 11,9 Punkte deutlich. Immerhin war es der erste österreichische Top-Ten-Platz in Garmisch seit Stefan Krafts drittem Rang 2017.

Wie in den vergangenen beiden Jahren mussten aber die österreichischen Chancen auf den Gesamtsieg und speziell Stefan Kraft auch am Neujahrstag 2020 einen Rückschlag hinnehmen. Der Salzburger, der 2018 und 2019 das Finale auf der Olympiaschanze verpasst hatte, landete mit Sprüngen auf 129,0 und 131,0 Meter heuer nur auf dem 13. Platz und ist damit wohl aus dem Rennen um die Tournee-Krone. Auch Philipp Aschenwald, in Oberstdorf noch Sechster, verabschiedete sich mit Platz 25 in Garmisch-Partenkirchen aus dem Kampf um die Podestplätze.

Die Platzierungen der Österreicher: 6. Daniel Huber, 13. Stefan Kraft, 25. Philipp Aschenwald, 28. Michael Hayböck, 29. Jan Hörl. Im K.o.-Duell gescheitert: Gregor Schlierenzauer und Clemens Leitner.

„Ich bin natürlich nicht glücklich. Im ersten war es viel Attacke, im zweiten war es ein solider, braver Sprung. Ich habe nicht die richtige Mischung gefunden“, sagte ein enttäuschter Kraft, der sich zum dritten Mal en suite in Garmisch-Partenkirchen aus dem Rennen um die Tournee-Krone nahm. Aber für Innsbruck haben die ÖSV-Adler noch einmal Attacke versprochen, wollen Revanche und endlich auf das Podest bei dieser Tournee.

Weiter geht es bei der 68. Vierschanzentournee mit der Qualifikation für das Springen auf dem Innsbrucker Bergisel am Freitag, dem 3. Jänner.

Das Programm, Samstag, 04.01.
12.30 Uhr: Probe-Durchgang
14.00 Uhr: 1. Wertungsdurchgang & Finale

Zagreb sieht Kampf um Snow-Queen-Trophy

Nach dem Jahreswechsel ist vor den nächsten Alpinen Weltcuprennen. Lienz und Bormio sind bereits in den Archiven ,,verewigt“, ab Samstag (Damen) und am Sonntag (Herren) steht die kroatische Hauptstadt Zagreb im Fokus der Skifans. Torläufe sind auf dem Programm dieser mittlerweile schon traditionellen Skirennen, denn schon seit nunmehr 15 Jahren fährt die internationale Slalomelite (Damen) um Punkte, tolle Prämien und die Kristallkrone. Vorreiter des Herren-Wettbewerbs (seit 2008) war die ,,Snow-Queen-Trophy“ für die Damen, die seit 2005 vergeben wird. Die Gewinner der Zagreber Weltcuprennen werden jeweils mit einer Krone aus Kristall gekrönt. Die Skipiste liegt am Bärenberg („Medvednica“) unterhalb des bekannten Berggipfels Sljeme. 

Das Preisgeld für die Siegerin bzw. den Sieger beträgt 60.000 Euro, insgesamt werden jeweils 135.000 Euro ausgeschüttet. Damit ist die Snow Queen Trophy das höchstdotierte Weltcuprennen bei den Damen. Die Slaloms am Sljeme werden teilweise unter Flutlicht ausgetragen und locken jedes Jahr zwischen 15.000 und 20.000 Zuschauer an. 

Rekordsiegerin (einschließlich der Rennen 2019) bei den Damen ist die Österreicherin Marlies Schild (Raich), die 4 Siege, einen 2. Platz und einen 3. Platz erreichen konnte. Ihr am nächsten kommt die Amerikanerin Mikaela Shiffrin mit 4 Siegen (keine weiteren Podestplatzierungen). Bei den Herren feierte der Österreicher Marcel Hirscher 5 Siege (keine weiteren Podestplatzierungen), gefolgt vom Schweden André Myhrer und dem Südtiroler Manfred Mölgg, die jeweils einen Sieg und einen 2. Platz erreichen konnten.

Bei den Damen wird erneut ein Duell Shiffrin gegen Vlhova erwartet, aber vielleicht gelingt es sogar Katharina Liensberger als ,,Lachende Dritte“ zu überraschen.

Bei den Herren wiederum ist die Liste der Sieganwärter doch etwas größer – dazu zählen die beiden Saisonsieger Alexis Pinturault (Val d’Iserer) und Henrik Kristoffersen (Levi) genauso wie der Franzose Clement Noel, die Schweizer Daniel Yule und Ramon Zenhäusern oder der Schwede Andre Myhrer. Und die Österreicher? Da ruhen die Hoffnungen auf Michael Matt, Marco Schwarz sowie Christian Hirschbühel und es stellt sich die Frage wie denn Manuel Feller abschneiden kann, wenn er tatsächlich sein Comeback feiert.

Haie mit Heim-Doppel gegen Bozen und Salzburg

Die Weihnachtsfeiertage und die Zeit um den Jahreswechsel ist Derby-Time im Eishockey. Im Zwei-Tage-Rhythmus werden die Partie abgewickelt, die Zuschauer strömen in Massen in die Stadien, die Liga boomt. Rund 20.000 waren es in den fünf Spielen am 1. Jänner 2020, ein respektabler Schnitt von fast 4000 Fans pro Partie. Die Innsbrucker Haie hatten sich mit einem souveränen 6:1-Erfolg über Tabellenschlusslicht Dornbirn in eine hervorragende Ausgangsposition für jeweils eine volle Halle gegen Bozen (3. Jänner, 19.15 Uhr) und die Bullen aus Salzburg (5. Jänner, 17.30 Uhr) gebracht. Eine trügerische Hoffnung, denn statt in Bozen ,,nachzulegen“, kassierten die Tiroler in den folgenden drei Derby-Auswärtsspielen eine pleite nach der anderen. 0:7 in Bozen, 1:5 in Salzburg und zuletzt, am Neujahrstag, ein 0:2 in Dornbirn. Ein bitterer Absturz auf den Boden der Realität – keine Punkte, 14 Tore kassiert, nur eines erzielt und das von einem Nachwuchsspieler, Luis Ludin.

Jetzt werden die Innsbruck sogar noch aufpassen müssen, dass der zehnte Platz und damit wenigsten ein Bonuspunkt für die Zwischenrunde gehalten werden kann. Denn am Programm neben dem Heimdoppel gegen Bozen und Salzburg stehen bei einem weiteren Heimspiel gegen Villach noch fünf Auswärtspartien. Und Dornbirn hat in der Tabelle bis auf acht Punkte aufgeschlossen.

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