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Dramatik zum Auftakt

Kombination

Dramatik zum Auftakt

Seefeld

Watabe siegt, Klapfer 8.

Akito Watabe hat zum Auftakt des Nordic Combined Triples in Seefeld den Einzel-Bewerb gewonnen und damit seinen elften Weltcup-Sieg, den zweiten in dieser Saison, gefeiert. 

Der Japaner setzte sich nach einem Sprung und einem 5-km-Langlauf im Zielsprint 0,5 Sekunden gegen den nach dem Springen führenden Norweger Jarl Magnus Riiber durch. Dritter wurde der Deutsche Fabian Rießle.

Als bester Österreicher landete Lukas Klapfer an der achten Stelle. Der Steirer, der vor Heimpublikum schon im ersten von drei Bewerben vorne mitmischen wollte, hatte seine Siegeschancen bereits im Springen mit Rang 23 verspielt und war mit 1:45 Minuten Rückstand in die Loipe gegangen. Mit der zweitbesten Laufzeit konnte er sich aber noch weit nach vorne arbeiten. Enttäuschend verlief der Auftakt in Seefeld indes für die restlichen heimischen Starter. Als zweitbester ÖSV-Kombinierer landete Lukas Greiderer, nach dem Springen als Elfter noch bester Österreicher, mit 1:01,3 Minuten Rückstand auf Watabe auf Rang zwölf. Die ÖSV-Hoffnungsträger Mario Seidl (+1:04,9) und Wilhelm Denifl (+1:19,9) verpassten die Top 15 und belegten die Ränge 16 bzw. 21.

Klapfer hatte im tief verschneiten Schauplatz der WM 2019 im 5-km-Langlauf Schadensbegrenzung betrieben, nachdem er im Springen nur auf dem 23. Rang gelandet war. „Mit der Wut im Bauch ist mir das aufgegangen, was ich mir vorgenommen habe. Den Rückstand halbwegs zu minimieren, ist mir gelungen“, sagte Klapfer, der bei seiner Aufholjagd durch einen nicht selbst verschuldeten Sturz („Ich bin kurz am Bauch gelegen“) ein wenig Zeit eingebüßt hatte.

Auf den drittplatzierten Deutschen Fabian Rießle fehlen dem vor zwei Wochen in Val di Fiemme zweimal auf das Podest gelaufenen Routinier 26,6 Sekunden. „Mit noch drei Sprüngen und 25 km Langlauf ist noch alles drinnen“, gab er sich optimistisch. Auf der Schanze müsse er einen neuerlich zu aggressiven Sprung vermeiden und einfach „passabel und sauber Skispringen“, so Klapfer.

Überraschungsmann Greiderer brachte sich als zweitbester ÖSV-Mann in eine gute Ausgangsposition für das letzte noch offene Olympiaticket. „Damit bin ich zufrieden. Nach vorne schauen kann man immer, aber noch so ein ähnliches Ergebnis würde gut passen“, sagte der Tiroler, dem sein zweitbestes Weltcup-Resultat gelungen war.

Die höher eingeschätzten Seidl und Ex-Weltmeister Denifl waren wie Klapfer schon nach dem Springen im Hintertreffen, auch in der Loipe gelang ihnen keine deutliche Verbesserung. „Ich war nach dem Sprung schon verärgert, weil ich nicht zeigen konnte, was ich kann. Im Langlauf habe ich dann den Frust rausgelassen. Auf die Langlaufleistung will ich aufbauen“, sagte Seidl nach der zehntschnellsten Laufzeit.

ÖSV-Cheftrainer Christoph Eugen war erleichtert, dass Klapfer die Ehre seines Teams gerettet hatte. „Das war eine richtig erfolgreiche Schadensbegrenzung“, bekräftigte Eugen. Mit dem Leistungen auf der Schanze war er freilich nicht zufrieden. „Springerisch war es leider durch die Bank zäh.“ Positiv zu vermerken sei hingegen der gute Auftritt von Greiderer in beiden Wettkampfteilen, so Eugen.

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