Sie befinden sich hier:
  Drama um Brändle

Rad, Ö-Tour, Freistadt

Drama um Brändle

Massensprint in Freistadt

Gamper fährt im Orange Trikot

Bild: Expa Pictures

An Dramatik war die erste Etappe der 71. Österreich Rundfahrt von Grieskirchen nach Freistadt fast nicht mehr zu überbieten. In einem spannenden Rennen sicherte sich Movistar-Profi Carlos Barbero im Sprint des Feldes den Etappensieg, Daniel Auer wurde als bester Österreicher Neunter. Matthias Brändle, im Prolog nur um eine Sekunde geschlagen, schaffte es in die Spitzengruppe des Tages, kam dann aber schwer zu Sturz. Es war die mit 138,8 Kilometern zweitkürzeste der Tour. Doch bei Regen und im Vergleich zum Vortag einem wahren Temperatursturz ging es gleich richtig zur Sache. Und einer setzte dabei schon in der Anfangsphase, wo viele Zuschauer die Strecke säumten, alles auf eine Karte: Matthias Brändle. Mit den sechs Profikollegen Scott Davies (GBR), Roberto Gonzalez (PAN), Mario Gamper (Team Tirol), Daniel Lehner, Dominik Hrinkow und Felix Ritzinger (alle Ö) setzte sich der Zeitfahrmeister vom Feld ab und sie bauten ihren Vorsprung rasch auf über zwei Minuten aus.  

Doch kurz vor der ersten von drei Zieldurchfahrten in Freistadt stürzte Brändle auf der noch teilweise regennassen Fahrbahn schwer. Der Unfall ereignete sich genau bei der 3-km-Marke, wo sich laut UCI-Reglement eine Zeitnehmung befinden muss. Offenbar durch den Regen hatte sich die Verklebung der Zeitnehmungsmatte gelöst. Tour-Arzt Dr. Thomas Fladischer war sofort zur Stelle, seine deprimierende Erstdiagnose: „Schlüsselbeinbruch.  Unterdessen war in den drei Finalrunden um Freistadt die sechsköpfige Spitzengruppe aufgesplittert  und nur Dimension Data-Profi Scott Davies konnte sich vorne halten. Der Gesamtzweite der Alsace-Rundfahrt von 2016 nahm die letzte, rund 13 Kilometer lange Zielrunde, mit über einer Minute Vorsprung in Angriff. Seine Fluchtgefährten wurden unterdessen vom Hauptfeld ,,geschluckt“. Doch am Ende wurde auch Davies ein Opfer der Tempobolzerei des Pelotons. Es kam in Freistadt zum Massensprint, wo der 28-jährige Spanier Carlos Barbero (Movistar Team) die Nase vorne hatte. Bester Österreicher wurde Daniel Auer (Maloja Pushbikers) als Neunter, der steirische Sprinter wurde vor kurzem Dritter bei den European Games.  Der deutsche Prolog-Sieger Jannick Steimle vom Team Vorarlberg-Santic verlor mit Platz vier das Rote „Flyeralarm“-Trikot des Tour-Leaders an den Letten Emils Liepins (Wallonie Bruxelles).  Die Tiroler? Nach dem Sturz von Brändle, der  das Rennen aufgeben musste, übernahm Patrick Gamper als Gesamtsiebter die Führung in der Wertung des besten Österreichers und fährt in der zweiten Etappe weiterhin mit dem Orange Trikot.  

© 2017 Tirol Werbung