Das Sport-Wochenende im Visier

Das Sport-Wochenende im Visier

07.02. bis 09.02.2020

Bild: Gepa

Hölzl und Kraft mit gelbem Trikot in das Weekend

Der Himmel der Skispringer strahlt in diesem Winter – bis jetzt auf alle Fälle – in Rot-Weiß-Rot. Sowohl bei den Damen wie auch den Herren stehen mit Chiara Hölzl und Stefan Kraft ÖSV-AthletInnen an der Weltcup-Spitze, Österreichs Mädels haben gleich acht von elf Konkurrenzen (zuletzt zweimal in Oberstdorf) bisher gewonnen, die Herren dank Kraft (zuletzt in Sapporo) immerhin zwei. Himmelsstürmer also, die Freund und Feind begeistern.

Am Wochenende gibt es für Damen und Herren erneut jeweils zwei Doppel-Veranstaltungen. Doch während die Herren auf der Großschanze von Willingen in Deutschland gejagt werden, dürfen  die Damen ihren unglaublichen Höhenflug vor den eigenen Fans genießen. 

Bei den Anhängern  sind die Erwartungen vor dem Heimweltcup im oberösterreichischen Hinzenbach natürlich genau so gestiegen wie bei den Springerinnen selbst. ,,Die Vorfreude ist riesengroß, das ist der bestorganisierte Weltcup der Saison“, so der einstimmige Tenor im Lager der ÖSV-Mädels.  

Die sich derzeit in überragender Form präsentieren. Damen-Cheftrainer Harald Rodlauer kommt jedenfalls mit der stärksten Truppe nach Hinzenbach.        

 Harald Rodlauer: ,,Man merkt, dass das Interesse am Damen-Skispringen daheim gewachsen ist. Unsere Springerinnen bekommen viel Aufmerksamkeit, das haben sie und das ganze Team sich wirklich verdient. Umso wichtiger ist es jetzt, dass man nicht überpowert. Denn natürlich will jede Athletin gerade daheim ihre absolut besten Sprünge zeigen. Die Erwartungen sind sehr hoch. Ich denke, wir werden das gut in den Griff bekommen und freuen uns schon aufs Springen."         

Das Aufgebot: Lisa Eder, Chiara Hölzl, Daniela Iraschko-Stolz, Sara Marita Kramer, Eva Pinkelnig, Jacqueline Seifriedsberger, (dazu die Nationale Gruppe:) Julia Huber, Julia Mühlbacher, Claudia Purker, Elisabeth Raudaschl, Sophie Sorschag, Hanna Wiegele            

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Bei den Herren ist Stefan Kraft als Welt-Führender im Gelben Trikot  im Anflug auf Willingen. Er rangiert nach seinem jüngsten Sieg in Japan mit 63 Punkten Vorsprung vor Karl Geiger  auf dem ersten Platz. Mit dabei ist diesmal auch wieder der Tiroler Philipp Aschenwald. Pausieren wird diesmal der Salzburger Jan Hörl, weshalb der 17-jährige Jugend-Olympiasieger Marco Wörgötter zu weiteren Weltcup-Einsätzen kommt.  

Das Team:Philipp Aschenwald, Michael Hayböck, Daniel Huber, Stefan Huber, Stefan Kraft, Gregor Schlierenzauer, Marco Wörgötter       

Chiara Hölzl als Weltcup-Führende zum Heim-Weltcup nach Hinzenbach. Bild: Gepa

Spannender Dreikampf um das Hirscher-Erbe

Vielleicht ist es ja noch zu früh, um eine Prognose zu wagen, wer denn nun bei den Alpinen Herren das Erbe des acht Saisonen lang souveränen Marcel Hirscher im Gesamtweltcup antreten wird, aber nach den Rennen von Garmisch Partenkirchen kristallisierte sich zumindest einmal ein Trio von Anwärtern heraus. Derzeit, also vor dem Wochenende im französischen Chamonix mit einem Slalom und einem Parallel-RTL liegt der Norweger Henrik Kristoferssen 55 Zähler vor dem Franzosen Alexis Pinturault und 57 Punkte vor seinem norwegischen Landsmann Aleksander Aamodt-Kilde.

Vier Slaloms, vier Riesentorläufe, vier Super-G’s, 3 Abfahrten, ein Parallel-Riesenslalom und eine Kombination stehen noch auf dem Programm, genügend Rennen also, damit sich dieser Dreikampf so richtig entwickelt. Die Bestplatzierten Österreicher kommen aus dem Lager der Speed-Piloten, Matthias Mayer und Vincent Kriechmayr, dürften in diesem Kampf der ,,Techniker“ keine realistische Chance besitzen.

In Chamonix allerdings erhoffen sich die ÖSV-Starter doch Top-Plätze. Marco Schwarz, Michael Matt, vielleicht sogar der junge Tiroler Fabio Gstrein haben sich im Slalom einiges vorgenommen und im Parallel-RTL hat immerhin Roland Leitinger einen dritten Platz vom Parallel-RTL in Alta Badia zu verteidigen.

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Bei den Damen führt zwar Mikaela Shiffrin vor den Wochenend-Rennen in Garmisch Partenkirchen klar mit 270 Zählern Vorsprung auf ihre schärfste Verfolgerin Federica Brignone, wird aber die nächsten Rennen im alpinen Ski-Weltcup wegen des tragischen Ablebens ihres Vaters Jeff aussetzen. Die 24-Jährige wird vorerst in ihrem Heimatort Vail in Colorado bleiben, erklärte der US-Verband: ,,Der Zeitpunkt ihrer Rückkehr in den Weltcup ist derzeit offen." Jeff Shiffrin war am Sonntag im Alter von 65 Jahren überraschend gestorben. Noch am selben Tag flogen Mikaela und ihre Mutter Eileen, die ihre Tochter bei den Rennen stets begleitet, in die USA zurück.

Am Samstag und Sonntag stehen eine Abfahrt und ein Super-G in Garmisch-Partenkirchen auf dem Programm. Eine Woche später bestreiten die Skirennfahrerinnen im slowenischen Maribor einen Riesenslalom und einen Slalom. 

Speziell in Garmisch wollen die ÖSV-Damen wieder auf das Podest, das war zuletzt Nicole Schmidhofer gelungen, als sie im Dezember die zweite Abfahrt von Lake Louise gewonnen hatte, nachdem im ersten Rennen die Tirolerin Stephanie Venier auf Rang drei gelandet war.

Noch bitterer sieht die ÖSV-Bilanz im Super-G aus, da fehlt überhaupt noch eine Top-3-Platzierung in dieser Saison.

Comeback nach über fünf Jahren

Der Weltcup im Naturbahnrodeln ist zurück in Südtirol. Wegen des Schneemangels in Slowenien hatte das Rennen vom slowenischen Zelezniki nach Laas in Südtirol verlegt werden müssen. Nach fünf Jahren damit kehrt Laas (vom 7. bis 9. Februar) in den Weltcup zurück. Die Bahn in Laas ist bereits seit einiger Zeit in einem rennfertigen Zustand, da erst Mitte Januar der FIL Juniorenweltcup auf der „Gafair“-Bahn ausgetragen wurde. Zuletzt, vor fünf Jahren, hatte bei den Damen die Russin Ekaterina Lavrenteva vor der Südtirolerin Evelin Lanthaler und Sara Bachmann (jetzt D) gewonnen. Im Einsitzer-Herren war Patrick Pigneter vor Alex Gruber (beide I) und Thomas Kammerlander (Ö)) erfolgreich gewesen. Im Doppelsitzer hatten sich Aleksandr Egorov/Petr Popov (RUS) gegen die inzwischen zurückgetretenen Rupert Brüggler/Tobias Angerer (Ö) und Patrick Pigneter/Florian Clara (I) durchgesetzt.

Besonders spannend wird in diesem vorletzten Weltcup der Saison der Kampf um den Gesamtweltcup im Einsitzer Herren, denn nach fünf Rennen trennen die Top-Vier nur 45 Punkte: Thomas Kammerlander führt mit 415 Punkten vor Patrick Pigneter (395) und Alex Gruber (390), Michael Scheikl (AUT) folgt mit 370 Punkten auf Rang vier.

Auf der Gafair-Bahn in Laas verteidigt Kammerlander seine Gesamtführung. Bild: Peter Maurer

Nach der Pokal-Kür ruft die Pflicht

Die Kür haben Tirols Handballer mit dem Erfolg gegen Bregenz im Achtelfinale des ÖHB-Cups souverän erledigt, nun folgt der wesentliche schwierigere Pflicht-Einsatz in der Meisterschaft beim überlegenen Tabellenführer Margareten. Der 31:27 (13:12)-Erfolg gegen die Vorarlberger war nur selten gefährdet, die ,,Mission Viertelfinale“ wurde letztlich sicher abgeschlossen. „In Durchgang zwei war das ein echter Pokalfight“, wusste Trainer Bergemann. Ein Kampf, den die Tiroler schlussendlich für sich entschieden. Am kommenden Sonntag geht es mit dem dritten Spiel der Woche in der spusu-Liga-Bonusrunde bei den Fivers weiter. „Den Schwung müssen wir jetzt mitnehmen“, fordert der Coach vor dem schweren Gang nach Wien.

Die Schwazer Handballer reisen mit breiter Brust zum Tabellenführer nach Wien. Bild: Gepa

ERSA – jetzt sind Snowboarder an der Reihe

Nur eine Woche nach dem Nordic Combined-Triple steht Seefeld wieder im Mittelpunkt einer Sport-Großveranstaltung – bereits zum zweiten Mal finden in der Olympiaregion die ERSA OPEN (European Race Snowboard Association) statt. Nach den Wettkämpfen 2019 ist Seefeld 2020 vom 7. bis zum 9. Februar Schauplatz dieser Wettkämpfe. Auf dem Programm steht eine offene Meisterschaft in 6 Klassen von U10 männlich/weiblich bis hin zur Masterklasse männlich/weiblich. Die Rennen werden begleitet von einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm, einer Expo Area mit Anbietern aus dem alpinen Rennsport und Ausrüstungsbereich sowie verschiedenen Angeboten für die Zuschauer.
Am Vortag zur Europameisterschaft finden außerdem erstmal die Carving-Style-Champions statt, ein Event für alle Snowboarder egal ob Profi oder Amateur, Softboot oder Hardboot – alle können daran teilnehmen. Jeder Athlet carvt bei diesem Rennen in zwei Durchgängen auf einer freien Piste, die Jury die aus 3 Personen besteht bewerten den Run in Style, Speed und Technik. Die Europameistertitel und die Carving-Style-Champions-Titel werden in folgenden Altersklassen vergeben: U10 männlich/weiblich;U12 männlich/weiblich; U14 männlich/weiblich; U16 männlich/weiblich
Open Klasse (U30) männlich/weiblich (Weltcupbeteiligung); Master Klasse männlich/weiblich. 

ZEITPLAN:
7. Februar 2020 – Carving Style Championships
8. Februar 2020 – Riesenslalom
9. Februar 2020 – Slalom

Jung und Alt sind im Rahmen der ERSA-Wettkämpfe in Seefeld im Einsatz. Bild: esra

Sportrodler kämpfen um WM-Titel

Der Winter ist zurück - da werden sich die Organisatoren und natürlich die Teilnehmer an der 4. Weltmeisterschaft der Sportrodler ganz besonders freuen. Sportler aus acht Nationen sind bei diesen Titelkämpfen in Hopfgarten in den Kitzbüheler Alpen vertreten. Zwei Tage lang steht die Bärmöser Rennbahn, direkt neben der Naturrodelbahn Haagalm, im Mittelpunkt der Wettkämpfe. Gefahren wird in den Klassen Einsitzer und Doppelsitzer. Am Freitagvormittag ab 9 Uhr stehen Trainingsläufe auf dem Programm, am Abend (ab 19 Uhr) findet die offizielle Eröffnung im Freizeitzentrum Salvena statt. Gastgeber der WM ist der Club der Rodler Hopfgarten.

Das weitere Programm, Samstag, ab 9.30 Uhr: Jeweils zwei Wertungsläufe, am Abend Siegerehrung der Junioren und Masters, Sportlerball in der Salvena.

Sonntag, ab 10 Uhr: Finalläufe Doppelsitzer, Damen Einsitzer und Herren Einsitzer. 15 Uhr Siegerehrung der Weltmeister im Vereinsheim des SV Penningberg. 

Auf der Bärmöser Rennbahn wird um WM-Medaillen gerodelt. Bild: unbekannt

WSG und FC Wacker im Cup gefordert

Beim Blick aus dem Fenster mag man es ja kaum glauben, aber am Wochenende meldet sich auch in Österreich ,,König“ Fußball aus dem Winterschlaf zurück. Und die beiden Tiroler Profiteams, die WSG Swarovski Tirol und der FC Wacker Innsbruck sind mitten drinnen im Geschehen. Das Viertelfinale im ÖFB-Pokal steht auf dem Programm, sowohl die WSG wie auch der FC Wacker sind auswärts engagiert.

Den Auftakt machen bereits am Freitag, 7. Februar, die Innsbrucker, denen die Losfee nicht wirklich gut gesinnt war, die in St. Pölten beim Erstligisten antreten müssen. Eher als Außenseiter, das ist schon klar, aber ohne Chance waren die Schwarz-Grünen ja auch schon im Achtelfinale gegen Gladbach-Bezwinger Wolfsberg gewesen; um dann doch mit 1:0 zu gewinnen. Jetzt stehen die Schützlinge von Trainer Grumser im Viertelfinale und dürfen sich wenigstens über ein kleines finanzielles Trostpflaster von fast 40.000 Euro freuen. Bei einem Sieg gäbe es weiteren Zuwachs in der Kasse. „Für uns ist das Spiel gegen den St. Pölten enorm wichtig. Wir werden alles dafür tun, eine Überraschung zu schaffen und das Halbfinale zu erreichen“, so Grumser.

Die WSG Swarovski gastiert erst am Samstag, 8. Februar, bei der Austria in Lustenau. „Wir freuen uns riesig auf einen echten Pokalfight, den wir natürlich gewinnen wollen. Aber was im Cup so alles passieren kann, wurde bereits in dieser Woche via TV in die Tiroler Klubhäuser gesendet. Da hatten sich mit Leipzig und Dortmund bereits zwei Favoriten frühzeitig verabschieden müssen“, so Trainer Silberberger. Davon indes will der Coach nichts wissen, ,,wir werden von der ersten Sekunde an hellwach sein, wollen den Aufstieg. Und außerdem ist diese Partie ein guter Test vor dem ,,Überlebenskampf“ in der Bundesliga.

Übrigens – der letzte Pokalsieg eines Tiroler Klubs datiert aus dem Jahre 1993, damals hatte der FC Wacker Innsbruck im Happel-Stadion Rapid mit 3:1 besiegt. Bei der letzten Finalteilnahme eines Tiroler Vereins hatte 2001 der FC Tirol gegen den FC Kärnten mit 1:2 verloren.

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