Sie befinden sich hier:
  Hermans wiederholt Vorjahres-Triumph

Rad, Ö-Tour, Kitzbühel

Hermans wiederholt Vorjahres-Triumph

Riesen-Spektakel am Horn

Tirol-Fahrer gewinnt Bergpreis

Bild: gepa

Es war der erwartet große Showdown am Kitzbüheler Horn - in einem spannenden Rennen hatte dabei der Oberösterreicher Riccardo Zoidl bis kurz vor dem Ziel die Akzente gesetzt. Doch am Ende jubelte Ben Hermans (siehe Bild) über seinen zweiten Toursieg nach 2018 während der russische Meister Aleksandr Vlasov im Kampf um den Etappensieg Vorarlberg-Profi Patrick Schelling besiegte.

Die 71. Österreich Rundfahrt erlebte jedenfalls ein würdiges Finale - die sechste Etappe mit dem Start in Kitzbühel und Ziel am Kitzbüheler Horn führte über 116,7 Kilometer und 2.215 Höhenmeter. Den – nomen est omen – ultimativen Höhepunkt bildete zum 20. Mal in Folge das Kitzbüheler Horn. Der 7,3 Kilometer lange und maximal 23,3 Prozent steile Anstieg zum Alpenhaus zählt zu den schwersten Radbergen Europas.

Nicht überraschend, dass es sofort nach dem Start in der Kitzbüheler Vorderstadt zu vielen Attacken gekommen war, wobei eine Spitzengruppe (u. a. mit Patrick Gamper) nie weiter als eine Minute weggelassen wurde. Im Feld sorgte das Team Neri Sottoli KTM für das Tempo.

Dann begann der schwere Schlussanstieg auf das Horn, wo beim Alpenhaus tausende Zuschauer auf die Profis warteten. Bis zur 4KM-Marke formierten sich rund 16 Fahrer an der Spitze. Die erste Initiative setzte Riccardo Zoidl 3,5km vor dem Ziel, der Ex-Toursieger konnte sich absetzen! Das Finale war somit eröffnet. Bis zum letzten Kilometer lag Zoidl vorne, doch dann war es vorbei mit der kleinen Hoffnung, wurde er von den Verfolgern gestellt. Am Ende jubelte der russische Meister Aleksandr Vlasov (Gazprom-Rusvelo) über seinen ersten Etappensieg bei der Österreich Rundfahrt: „Ein unglaublicher Erfolg für mich! Das Team hat perfekt gearbeitet und mich immer in gute Positionen gebracht!“ Vlasov besiegte quasi im Zielsprint den Schweizer Patrick Schelling, der damit für sein Vorarlberg Santic-Team das nächste Spitzenergebnis holte: „Eine unglaublich erfolgreiche Rundfahrt geht für uns mit einem zweiten Platz zu Ende. Die Gesamtwertung konnte ich mit Rang neun auch in den Top-Ten beenden.“

Der Oberösterreicher Zoidl zeigte sich nach Rang acht trotzdem zufrieden: „Zum ersten Mal hatte ich gute Beine am Horn, ich habe es sogar genossen. Ich wollte bei der 4KM-Marke attackieren, um im Gesamtklassement noch nach vorne zu kommen. Es gab für mich nur hop oder drop. Wenn man nichts riskiert, gewinnt man auch nichts!“

Gegen den 33-jährigen Belgier Ben Hermans war allerdings kein Kraut gewachsen – er verteidigte seinen Sieg vom Vorjahr. „Ich war vorgestern am Großglockner schon so happy, dass ich auf diesem prestigeträchtigen Berg gewonnen habe. Der Tag am Horn war die Krönung. Ich kann es noch nicht fassen, dass ich diese Österreich Rundfahrt zum zweiten Mal gewinne. Der Sieg im Vorjahr war etwas ganz besonderes. Der Erfolg heuer kam für mich doch etwas überraschend nach meiner sechswöchigen Verletzungspause nach dem Sturz bei Fleche Wallone. Ich bin absolut glücklich“, freute sich Hermans beim Alpenhaus. Hermans siegte in der Gesamtwertung 20 Sekunden vor dem Argentinier Eduardo Sepulveda und 38 Sekunden vor dem Südafrikaner Stefan de Bod (Dimension Data).

Die Wertungssieger

Der Belgier Ben Hermans (Israel Cycling Academy) eroberte auf der Glockneretappe das „Flyeralarm“-Führungstrikot und brachte es heute souverän aufs Kitzbüheler Horn. Der Deutsche Jonas Koch (CCC Team) setzte sich in der „Mautner Markhof“-Sprintwertung vor Vorarlberg-Profi Jannik Steimle durch und die „Wiesbauer“-Bergwertung“ ging an den erst 21-jährigen Deutschen Georg Zimmermann. Der Fünfte der Deutschen Meisterschaften bescherte damit seinem Tirol KTM Cycling Team einen der größten Erfolge in der Vereinsgeschichte! Die „Gebrüder Weiss“-Wertung des besten Österreichers gewann Riccardo Zoidl vor Daniel Giesmayr und Sebastian Schönberger, der sich nach seinem schweren Sturz noch auf das Horn gekämpft hatte. Bester U23-Fahrer und damit Gewinner der „TEEKANNE fresh“-Nachwuchswertung wurde Vladim Pronskiy (VINO - Astana Motors. Die Teamwertung dominierten die Profis von Dimension Data vor Vorarlberg Santic und dem CCC Team. 

Höchstnote von der UCI

Für die 71. Österreich Rundfahrt war mit dem Finale auch Zeugnistag. Bereits vor dem Start zur Schlussetappe hatte Rosella Bonfanti, Jury-Präsidentin des Rad-Weltverbandes UCI, Resümee gezogen. Sie werde die heurige Rundfahrt in ihrem Abschlussbericht mit "Grün" bewerten, fasste Bonfanti zusammen – so etwas wie die Höchstnote. Harald J. Mayer, Präsident des Österreichischen Radsportverbandes ÖRV, sieht darin eine Bestätigung für die hervorragende und engagierte Arbeit von Tour-Direktor Franz Steinberger und dessen Team. Auch die ständige, enge und professionelle Abstimmung zwischen UCI, Tour-Direktion und ÖRV-Präsidium habe dazu beigetragen. "Unserem angestrebten Upgrading der Rundfahrt in eine höhere UCI-Kategorie sollte damit nichts mehr im Wege stehen," sagt Mayer.   

© 2017 Tirol Werbung