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  Erfolgsserie von Hirscher gerissen

Weltcup, Saalbach, Zan Kranjec

Erfolgsserie von Hirscher gerissen

Slowene triumphiert vor Schweizer

Feller scheitert im Finallauf

Bild: gepa

Damit hatte nun wohl wirklich niemand gerechnet – der Slowene Zan Kranjec gewann sensationell den von Sölden übernommenen Weltcup-Riesentorlauf in Saalbach mit 0,19 Sekunden Vorsprung auf den Schweizer Loic Meillard und dem Franzosen Mathieu Faivre. Während der Slowene seinen Premierenerfolg bejubelte, musste sich Marcel Hirscher als bestplatzierter Österreicher mit Rang sechs begnügen. Der Salzburger verpasste damit auf einer arg ramponierten Piste erstmals seit fast drei Jahren das RTL-Podest.

Noch schlechter war es seinem Tiroler Teamkollegen Manuel Feller ergangen, der als Halbzeitzweiter nur 0,03 Sekunden hinter dem Führenden Matts Olsson (SWE) gelegen war und seinen ersten Weltcup-Sieg in Griffweite hatte. Im Finale schaute es lange Zeit gut aus, ehe er aus dem Rennen geworfen wurde. Unmittelbar danach schied auch Olsson aus und machte Kranjec damit den Weg zum Weltcup-Debütsieg frei. „Ich bin glücklich, kann es aber noch gar nicht richtig realisieren. Ich bin ans Limit gegangen“, sagte Kranjec nach dem überhaupt ersten RTL-Sieg der slowenischen Herren.

Feller führte seine Probleme auf einen kaputten Ski zurück. „Es war allgemein eine Frage der Zeit, bis ich stürze. Ich habe irgendwo im Mittelteil einen Stein erwischt und dann bei keinem Rechtsschwung mehr Grip gehabt. Eigentlich war es sogar fast zu gefährlich. Normalerweise hätte ich rausfahren müssen. Somit war es für mich nur eine Frage der Zeit, bis es vorbei ist. Ich habe gekämpft, bis es nicht mehr gegangen ist“, sagte Feller. ,,Aber irgendwann wird es schon passen.“

Hirscher hatte als Fünfter nach dem ersten Durchgang die Pause für Tests und ein neues Setup genutzt. Bis wenige Minuten vor dem Start wurde am Feinschliff gefeilt. Der Erfolg sollte später ausbleiben. Gleich beim zweiten Tor wäre er fast ausgerutscht, die gebrochene Piste forderte dem Salzburger und seinem Material offenbar alles ab, ein ums andere Mal konnte Hirscher einen Sturz gerade noch verhindern. Im Ziel war er Vierter, letztlich Sechster. Nach davor 18 Podestplätzen im Riesentorlauf ging Hirscher ausgerechnet beim Heimrennen im Pinzgau leer aus.

„So bitter ist es selten gelaufen“

„Ich glaube, ich habe in zwei Tagen das Skifahren komplett verlernt“, sagte Hirscher, der noch am Montag den Parallel-RTL in Alta Badia für sich entschieden hatte. „So bitter ist es selten gelaufen. Es war wirklich heftig. Ich würde sagen, die Zeit ist noch überraschend gut dafür, dass ich dreimal hingefallen bin. Aber ich war komplett von der Rolle. Heute darf man den anderen Jungs gratulieren. Sie sind stark gefahren. Aber von meiner Seite war das sehr, sehr schwach“, so Hirscher.

Ergebnisse, RTL Saalbach

1

Zan Kranjec (SLO)

1:21,28

 

1:28,80

 

2:50,08

 
2

Loic Meillard (CH)

1:21,06 

1:29,21+ 0,19
3

Mathieu Faivre (F)

1:22,18

1:28,40

+ 0,50

4

Stefan Luitz (D)

1:21,831:28,83+ 0,58
5

Thomas Fanara (F)

1:22,76

1:28,04

+ 0,72

6

Marcel Hirscher (Ö)

1:21,47

1:29,38

+ 0,77

7

Alexis Pinturault (F)

1:22,67

1:28,24

+ 0,83

8

Henrik Kristoffersen (N)

1:21,65

1:29,31

+ 0,88

9

Luca De Aliprandini (N)

1:22,85

1:28,71

+ 1,48

10

Leif K. Nestvold-Haugen (N)

1:23,16

1:28,78

+ 1,86

Stand im Weltcup

1

Marcel Hirscher  (Ö)

520 
2

Max Franz (Ö)

341
3

Aksel Lund Svindal (N)

333
4

Aleksander Aamodt Kilde (N)

303
5

Henrik Kristoffersen (N)

292
6

Mauro Caviezel (CH)

283
7

Beat Feuz (CH)

253
8

Kjetil Jansrud (N)

250
9

Vincent Kriechmayr (Ö)

241
10

Alexis Pinturault (N)

239

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