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Ein Ski-Tag in Rot-Weiß-Rot

Weltcup, Abfahrt, Damen

Ein Ski-Tag in Rot-Weiß-Rot

Puchner gewann Abfahrts-Finale

Dreifachsieg in Weltcup-Wertung

Bild: Gepa.pictures

Die Abfahrtskönigin der alpinen Skisaison kommt erstmals seit 2007 wieder aus Österreich. Nicole Schmidhofer fixierte im Weltcup-Finale in Soldeu mit Platz elf den Gewinn der kleinen Kristallkugel und weil man Feste feiern soll, wie sie fallen, vollendete Mirjam Puchner als Sensations-Siegerin den rot-weiß-roten Feiertag in Andorra.

Doch das Saisonfinale war nichts für schwache Nerven und sorgte bei vielen Läuferinnen für ein Wechselbad der Gefühle. Wie bei Viktoria Rebensburg. Die Deutsche hatte schon gejubelt, als sie vom Ziel die "1" aufleuchten sah, die 29-Jährige hatte Top-Bedingungen zu einem Top-Lauf genützt. Vor allem im Mittelstück der 2.598 Meter langen Strecke mit 34 Toren war sie eine Klasse für sich, und im Ziel 0,05 Sekunden schneller als Corinne Suter.

Die Schweizerin, mit der Startnummer 1 gestartet, war lange Zeit in der Leadersbox gesessen. An ihren 1:32,99 Minuten bissen sich alle die Zähne aus. Fast alle. Erst Rebensburg (Startnummer 12) war einen Wimpernschlag schneller. Als bereits alles auf ihren Premierensieg in der Abfahrt hindeutete, kam noch Mirjam Puchner, eine von sieben gestarteten Österreicherinnen. Sie war in einem verrückten Finale noch einmal 0,03 Sekunden schneller.

Schmidhofer, die mit dem Gewinn der beiden Abfahrten zu Saisonbeginn im kanadischen Lake Louise den Grundstein gelegt hatte, verlor zwar 0,94 Sekunden auf die Bestzeit, verteidigte damit aber ihre Spitzenposition in der Abfahrtswertung. Die Steirerin profitierte von einem schweren Fehler ihrer Teamkollegin und einzigen verbliebenen Konkurrentin Ramona Siebenhofer, die mit 90 Punkten Rückstand ins Finale gegangen war, diesmal aber ohne Weltcup-Punkte blieb. Siebenhofer rutschte in der Abfahrtswertung sogar noch hinter Stephanie Venier zurück. Die Tirolerin landete als drittbeste Österreicherin hinter Siegerin Puchner und der fünftplatzierten Tamara Tippler auf dem achten Platz und überholte damit ihre Teamkollegin noch in der Wertung. Siebenhofer durfte sich aber damit trösten, als Dritte Teil eines rein österreichischen Podests im Weltcup zu sein.

Riesenpech für Cornelia Hütter

Die 26-Jährige Puchner wiederum belohnte sich mit dem Sieg für ihren Kampfgeist. Vor zwei Jahren war sie ausgerechnet im Training für die WM-Abfahrt in St. Moritz schwer gestürzt und hatte dort, wo sie ein Jahr davor ihren ersten Weltcup-Sieg gefeiert hatte, einen Schien- und Wadenbeinbruch erlitten. Nach mehreren Operationen stand die Karriere der Salzburgerin an der Kippe. „Es war eine Saison mit Auf und Ab. Das Zurückkommen nach so einer Verletzung ist nicht leicht. Jetzt kann ich mit dieser Saison gut abschließen.“

A propos Verletzungen.  Cornelia Hütter, die heuer mehrmals von Verletzungen heimgesucht wurde, kam bei ihrem Comebackversuch erneut schwer zu Sturz und musste mit dem Ackja abtransportiert und später ins Spital gebracht werden. Die 26-Jährige hatte in diesem Winter bereits nach einer Knorpelfraktur der rechten Oberschenkelrolle und nach einem Sturz in Garmisch-Partenkirchen wegen eines Innenbandeinrisses im Knie pausieren müssen.

Ergebnisse, Abfahrt, Damen, Soldeu

RangAthletinZeit
1Mirjam Puchner (Ö)1:32,91
2Viktoria Rebensburg (D)+ 0,03 
3Corinne Suter (CH)+ 0,08
4Nadia Fanchini (I)+ 0,22
5Tamara Tippler (Ö)+ 0,24
8Stephanie Venier (Ö)+ 0,56
11Nicole Schmidhofer (Ö)+ 0,94
15Ricarda Haaser (Ö)+ 1,19
19Ramona Siebenhofer (Ö)+ 2,24

Weltcup, Damen, Gesamtwertung

RangAthletinPunkte
1Mikaela Shiffrin (USA)1954
2Petra Vlhová (SKL)1235
3Wendy Holdener (CH)943
4Nicole Schmidhofer (Ö)697
5Federica Brignone (I)686
6Ragnhild Mowinckel (N)675

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