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  Doppelsieg für die Franzosen

Weltcup, Ski Alpin, Sölden

Doppelsieg für die Franzosen

Pinturault vor Faivre und Kranjec

ÖSV-Läufer verfehlten die Top Ten

Bild: gepa

Das war ein echtes Skifest, bei dem aber nicht alle in Feierlaune gewesen sein dürften – wie auch immer: Nach Absagen in den vergangenen zwei Jahren präsentierte sich der Rettenbachferner diesmal von seiner besten Seite mit Sonnenschein sowie guten Pistenbedingungen und ermöglichte so ein Traumrennen zum Weltcupauftakt. Mit einem strahlenden – aber durchaus erwarteten Sieger. Denn Alexis Pinturault ist seiner Co-Favoritenrolle in Sölden eindrucksvoll gerecht geworden. Der Franzose, der auch den bis dato letzten Herren-Riesenslalom auf dem Rettenbachferner vor drei Jahren gewonnen hatte, verwies diesmal  seinen Landsmann Mathieu Faivre um 0,54 Sekunden auf Platz zwei. Dritter wurde der Slowene Zan Kranjec (+ 0,63). (Siehe Bild) Als bester der doch enttäuschenden Österreicher kam Manuel Feller nur auf Platz zwölf mit 1,52 Sekunden Rückstand.

„Dass es ein Doppelsieg geworden ist, ist cool und ein super Start. Aber wir müssen uns jetzt auf die nächsten Rennen konzentrieren“, sagte Pinturault. Sein Potenzial habe er noch nicht ausgeschöpft. „Ich glaube, wir können noch etwas besser sein“, so der 28-jährige, der auch den letzten Riesentorlauf der vergangenen Saison in Soldeu gewonnen hatte. In Abwesenheit von Marcel Hirscher habe er aber mehr Druck verspürt. „Marcel hat alles abgefangen, jetzt trifft es uns. Trotzdem wurde es ein wunderbarer Start für mich.“

Das ÖSV-Ergebnis war letztlich ernüchternd, obwohl die Österreicher im ersten Rennen nach dem Rücktritt von Hirscher vor allem im ersten Lauf eine solide Leistung abgeliefert hatten. Am Podest waren sie zunächst sogar näher dran als im Vorfeld allgemein erwartet. Am nächsten Stefan Brennsteiner, der als Siebenter mit drei Zehntelsekunden hinter Platz drei in die Entscheidung gestartet war, aber zu viel riskierte und nach einem Torfehler ausschied.

Beim bis dato letzten Sölden-Riesentorlauf 2016 hatte sich der Salzburger das Kreuzbandriss gerissen und war dementsprechend angespannt ins Rennen gestartet. Mit Bravour meisterte er die mentale Hürde nur im ersten Lauf. Danach gab sich Brennsteiner kämpferisch: „Es tut natürlich weh. Aber ich bin ein Arbeiter, werde weitermachen und beinhart dranbleiben. Ich werde sicher einmal dafür belohnt werden.“

Auch Feller, der zuletzt im Jänner 2018 in Garmisch als Zweiter und bisher letzter Österreicher neben Superstar Hirscher im Riesenslalom auf dem Podest gestanden war, blieb als Halbzeitachter erst im Finale hinter den eigenen Erwartungen und rutschte um vier Plätze ab. Die Schmerzen nach dem Trainingssturz am Vortag ließ der Tiroler als Ausrede nicht gelten.

Die in den letzten Jahren entstandene Lücke hinter Hirscher erwies sich letztlich als zu groß und bestätigte die Befürchtung, zumal Hirschers Ex-Teamkollegen in der Kerndisziplin während seiner achtjährigen Regentschaft insgesamt nur neun Podestplätze verbucht hatten. In Sölden waren auch für die weiteren ÖSV-Läufer die Top Ten nicht in Reichweite. Unter dem Strich blieb im ersten Rennen nach Hirscher das bis dato schlechteste Sölden-Ergebnis und das schlechteste der ÖSV-Herren in einem Riesentorlauf seit zwölf Jahren.

Dafür überzeugte Speed-Olympiasieger Matthias Mayer bei einem seiner seltenen Auftritte im Riesenslalom als 15. (1,81) und dürfte damit Lust auf weitere Starts in dieser Saison bekommen haben. Weltcup-Punkte holte erstmals seit fast einem Jahr auch Roland Leitinger, der als 30. ins Finale gerutscht war und die Startnummer eins in der Entscheidung zu seinem Vorteil und einer kleinen Aufholjagd nützte. Letztlich blieb der 28-jährige Tiroler als 19. (2,06) nur einen Platz hinter Weltmeister Henrik Kristoffersen aus Norwegen.

Dominik Raschner, Johannes Strolz, Magnus Walch und Patrick Feurstein hatten die Qualifikation für den zweiten Durchgang nicht geschafft.

Ergebnisse
1Alexis Pinturault02:14.14 
2Mathieu Faivre (beide F)+00.54
3Zan Kranjec (Slo)+00.63
4Tommy Ford+00.70
5Ted Ligety (beide USA)+01.09
6Lucas Braathen (N)+01.10
7Erik Read (CAN)+01.29
8Luca De Aliprandini (I)+01.31
9Gino Caviezel (CH)+01.36
10Leif Kristian Nestvold-Haugen (N)+01.40
11Ryan Cochran-Siegle (USA)+01.49
12Manuel Feller (Ö)+01.52
13Marco Odermatt (CH)+01.63
14Rasmus Windingstad (N)+01.75
15Matthias Mayer (Ö)+01.81

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