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Die Gold-Antwort von Shiffrin

Alpine Ski-WM, Aare

Die Gold-Antwort von Shiffrin

Sensationslauf brachte zweiten WM-Titel

Pech für Katharina Liensberger

Bild: Gepa Pictures

Es war eine Demonstration der Klasse, eine Meisterleistung und Superstar Mikaela Shiffrin lieferte mit einem spektakulärsten Tanz durch die Stangen eine Supershow. Die US-Amerikanerin krönte sich im schwedischen Are zum vierten Mal in Folge zur Slalom-Königin. Anna Swenn Larson ließ die WM-Gastgeber feiern und Petra Vlhová zog noch die Bronze-Option. Beste Österreicherin? Katharina Liensberger auf dem undankbaren vierten Platz.

Die Damen hatten bei ihrem letzten WM-Wettbewerb in Are noch einmal für Spannung gesorgt. Erst vermochte Mikaela Shiffrin - gesundheitlich ziemlich angeschlagen – keine Bestzeit vorlegen. Und so lag nach dem ersten Lauf nicht die Topfavoritin, sondern Wendy Holdener mit 57,08 Sekunden in Führung. Auch Anna Swenn Larson (+0,11) schob sich noch vor Shiffrin (+0,15) auf Platz zwei. Die Abstände waren extrem eng. ÖSV-Hoffnung  Katharina Liensberger fehlten gerade einmal 12 Hundertstel auf den Bronzeplatz. Petra Vlhová ging gar mit 31 Hundertstel Rückstand auf ihre amerikanische Dauerkonkurrentin ins Finale.

Und dort überschlugen sich die Ereignisse. Erst hatte Riesenslalom-Weltmeisterin Vlhová eine tolle Zeit vorgelegt; eine Kampfansage an die Top vier sozusagen. Liensberger musste sich hinter Vlhová einreihen. Shiffrin beeindruckte die Vorgabe nicht. Die Super-G-Weltmeisterin pulverisierte die Zeit ihrer Konkurrentin und war im Ziel 1,03 Sekunden schneller. Larson (+0,58) konnte die Bestzeit nicht knacken und fiel hinter Shiffrin zurück, sorgte aber für Jubel bei den Schweden, denn die erste Medaille für das Gastgeberland hatte sie jetzt schon sicher. Holdener wiederum zeigte Nerven, patzte unmittelbar nach dem Start und vergab ihre Medaillenchance. Shiffrin schrieb dagegen weiter an ihrer alpine Erfolgsgeschichte. Die Ausnahme-Athletin war zuvor schon bei den WM-Slaloms  in Schladming 2013, Vail 2015 und St. Moritz 2017 nicht zu schlagen.

Liensberger war nach dem Rennen natürlich enttäuscht. „Der vierte Platz ist sehr, sehr undankbar. Aber es nutzt nichts, man muss weitermachen. Ich weiß, dass ich schnelle Schwünge habe. Auch wenn es jetzt wehtut, ich hoffe, dass ich noch schönere Momente in meiner Karriere erleben darf. Hoffentlich passiert mir das nur einmal.“Mannschaftlich konnten die ÖSV-Damen voll zufrieden sein, landeten doch alle vier in den Top Ten, wenngleich mit großem Rückstand. Katharina Huber kam bei ihrem WM-Debüt auf den siebenten Rang (2,80). Auch Katharina Truppe verbesserte sich in der Entscheidung um zwei Plätze und wurde Achte (2,93). Bernadette Schild erreichte Rang neun (3,41).

Tränen bei Mikaela Shiffrin

Erstmals seit der Deutschen Christl Cranz (1934, 1937, 1938, 1939) konnte eine Läuferin vier Goldmedaillen in einer Disziplin gewinnen – in Serie hatte es aber weder eine Dame noch ein Herr geschafft. Entsprechend flossen bei der US-Amerikanerin auch Tränen. „Im zweiten Lauf habe ich wirklich voll angegriffen. Ich wusste, dass es bei diesen Bedingungen ein harter Kampf wird. Ich kann es nur schwer glauben. Ich habe heute keine Nerven gezeigt“, sagte Shiffrin.

Ergebnisse, Slalom, Damen

1Mikaela Shiffrin (USA)1:57,05 
2Anna Swenn-Larsson (S)+ 0,58
3Petra Vlhová (SKL)+ 1,03
4Katharina Liensberger (Ö)+ 1,43
5Frida Hansdotter (S)+ 2,39
6Laurence St. Germain (CAN)+ 2,60
7Katharina Huber (Ö)+ 2,80
8Katharina Truppe (Ö)+ 2,93
9Bernadette Schild (Ö)+ 3,41

Medaillenspiegel

1Norwegen2
1Schweiz211
3USA202
4Frankreich11
4Italien11
4Slowakei1
7Slowenien110
8Österreich032
9Deutschland010
9Schweden010

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