Sie befinden sich hier:
  Rogatkin wahrt Triple-Chance

Crankworx

Rogatkin wahrt Triple-Chance

Volles Risiko im Finale

  So etwas nennt man perfektes Timing - Verschiebung auf Samstag, strahlendes Wetter und eine Slopestyle-Performance der Extraklasse – die Fans im Bike-Park Mutters, rund 4500, waren in ihrer Begeisterung kaum mehr zu bremsen als US-Boy Nicholi Rogatkin und der Kanadier Brett Rheeder beim Höhepunkt des Innsbrucker Crankworx-Spektakels mit immer noch unglaublicheren Tricks um den Tagessieg kämpften. Und nach dem Triumph von Innsbruck steht nur eines fest -  der dreifache Slopestyle-Sieg ist  für den US-Amerikaner zum Greifen nah.

Die Entscheidung war denkbar knapp – eine selten gesehen Figur sollte letztlich den Ausschlag geben. Ein Cashroll-Tailwhip beim Slopestyle? Die bloße Idee wäre dem Amerikaner Nicholi Rogatkin vor Crankworx Innsbruck wohl kaum in den Sinn gekommen. Doch nach einem fast perfekten Run von Brett Rheeder stand Rogatkin unter Zugzwang. Der Mann aus den USA musste alles riskieren, um den Sieg zu holen und damit seine Chance auf die legendäre „Triple Crown of Slopestyle“ zu wahren. Mit dem extrem schwierigen Cashroll Tailwhip hat er hoch gepokert – und gewonnen.

„Ich war eigentlich gar nicht richtig bereit für den Trick, aber ich brauchte halt ein Wunder! Ich musste also probieren. Ich habe nicht richtig darüber nachgedacht. Das darf man ja auch nicht. Da haut man sich rein und hofft, dass alles gut geht“, so Rogatkin, der im ersten Run die Judges mit seinem besten Trick aus dem vergangenen Jahr, dem 1080, nur mäßig überzeugen konnte.

Wie immer feuerte Rogatkin während des Bewerbs auch die anderen Rider lauthals an und zeigte sich vom Auftritt seiner Rivalen im Starterfeld beeindruckt. Der 18-jährige Whip-Spezialist Emil Johansson (SWE), der als Gesamtführender der Slopestyle-Wertung in den Bewerb gestartet war, zeigte am Samstagnachmittag einige der größten und schwierigsten Moves. Der sympathische Schwede avancierte in seinem zweiten Run zum Publikumsliebling, als er bei seinem letzten Sprung vom Sattel abrutschte und trotzdem bis ins Ziel fuhr. Der Sieger des Dual Speed & Style in Innsbruck, Tomas Lemoine, sicherte sich mit einer persönlichen Bestleitung Rang drei.

Der Nachmittag sollte aber „Trick Machine“ Nicholi Rogatkin gehören. 

„Die Judges sagen mir schon länger, dass ich schon sehr viele Tailwhips in meinen Runs habe. Das ist halt mein Trick. Wenn ich aber auch mit den anderen Tricks richtig Gas geben kann, dann mache ich das“, so Rogatkin. Damit definiert der US-Amerikaner die Slopestyle-Disziplin neu. 

Was machte also den minimalen Unterschied von 0,36 Punkten zwischen dem Sieger Rogatkin und Rheeder auf Platz 2 aus? Laut Pierre Edouard Ferry und den anderen Judges war es vor allem die unglaubliche Airtime bei Rogatkins Tricks. 

Mit einem Opposite Cork 720 und einem 720 Barspin griff auch Brett Rheeder tief in die Trickkiste, doch auf den beiden Hips drehte er sich bei beiden Moves etwas zu weit um die eigene Achse und konnte sie nicht hundertprozentig sauber stehen. Dafür zeigte der Kanadier viele verschiedene Variationen – Switch, Regular, Front und Back – und machte trotz der heißen Temperaturen stets einen coolen Eindruck. „Nicholi hat einen komplett anderen Ansatz. Es ist schwierig, sich darauf einzustellen“ zollte Rheeder seinem Bezwinger Respekt.

Für Rogatkin ist der Traum der Triple Crown of Slopestyle jetzt jedenfalls zum Greifen nah. Bei Red Bull Joyride in Whistler im kommenden August wird er vor 30.000 Fans die Chance haben, seinen dritten Slopestyle-Sieg bei der diesjährigen Crankworx World Tour zu holen. Rheeder hingegen hat jetzt keine Chance mehr auf die Triple Crown und wird vielmehr überlegen müssen, wie er mit einer neuen Strategie Rogatkin doch noch vom Thron stoßen kann. 

Crankworx Innsbruck Slopestyle presented by Kenda


1. Nicholi Rogatkin (USA)  96,00 
2. Brett Rheeder (CAN)  95,66 
3. Tomas Lemoine (FRA) 89,33 

Der Crankworx Innsbruck Slopestyle presented by Kenda steht on demand auf Red Bull TV, sowie auf der Website Crankworx.com bereit.

© 2017 Tirol Werbung