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  Bitterer Abstieg für Wacker

Tipico-Liga, Innsbruck

Bitterer Abstieg für Wacker

Nutzloses 4:0 gegen B-Elf

Mission 2020 klar gescheitert

Bild: gepa

Aus der Traum!  Die Mission 2020, die Generalmanager Ali Hörtnagl bei seinem Amtsantritt sehr blumig formuliert hatte und die nebst besseren Zeiten für den Tiroler Fußball diesen sogar bis in den Europacup  führen sollte, ist wie ein Luftballon zerplatzt. Offiziell zwar erst in der allerletzten Runde – trotz eines letztlich wertlosen 4:0-Sieges gegen eine B-Mannschaft von Mattersburg, weil gleichzeitig Hartberg seine Hausaufgabe souverän löste und gegen die Admira mit 3:1 gewann. Bitteres Fazit? Nach nur einem Jahr in der Bundesliga müssen die Innsbrucker wieder den Gang in die zweithöchste Spielklasse antreten. Nur acht Siege in 32 Saisonspielen - das war eindeutig zu wenig. Die Wacker-Anhänger fassten die Spielzeit in einem Spruchband mit Querverweis auf aktuelle politische Geschehnisse zusammen: ,,Diese Saison war eine besoffene G‘schicht"  

Im letzten Bundesliga-Match für zumindest ein Jahr hatten Matthäus Taferner (6.) und Zlatko Dedic (11.) vor 5800 Zuschauern schnell für klare Verhältnisse gesorgt. Stefan Meusburger (69.) und Alexander Gründler (87.) machten den Sack nach der Pause zu. Die erhoffte Schützenhilfe der Admira blieb aber aus. Dario Tadic (18.,60.) avancierte in der Steiermark zum Helden des Abends und sicherte Hartberg den Klassenerhalt. Kresimir Kovacevic (90.) setzte den Schlusspunkt, Sinan Bakis (93.) gelang lediglich Ergebnis-Kosmetik für die Gäste.

Ein Jahr nach dem rauschenden Aufstiegsfest als Zweitliga-Meister erlebte das Tivoli damit also wieder einmal einen tränenreichen Fußballabend und den dritten Bundesliga-Abstieg seit 2008. Direkte Auswirkungen hat das auch auf die Zweier-Mannschaft, die die 2. Liga nach einer starken Saison verlassen muss. ,,Im Fußball ist es so, dass auch der Abstieg dazugehört", hatte Wacker-Präsident Gerhard Stocker bereits vor dem Endspiel gesagt. Der Gang in Liga zwei sei zwar ein Rückschlag, aber keine Katastrophe. ,,Man muss wieder aufstehen. Wacker wird es weiterhin geben."

,,Jetzt ist eine gewaltige Leere da. Wir haben bis zuletzt an unsere Chance geglaubt. In diesem Spiel gegen Mattersburg  haben wir es nicht verloren, doch über die Saison war es einfach zu wenig", gestand Kapitän Roman Kerschbaum mit Tränen in den Augen. Einen einzelnen Grund für den Abstieg gebe es nicht, man habe einfach zu oft leichtfertig Punkte aus der Hand gegeben. Als Beispiele nannte der Mittelfeld-Abräumer die vier Niederlagen gegen die Admira oder die drei Null-Nummern gegen Mattersburg.

Wie es personell bei den Tirolern weitergeht, wird sich in den kommenden Tagen entscheiden. General-Manager Alfred Hörtnagl dürfte vor der Ablöse stehen. Fakt ist auch, dass im Profikader zwölf Verträge (Knett, Hankic, Wedl, Maak, Klem, Buchacher, Schimpelsberger, Kerschbaum, Harrer, Freitag, Rakowitz und Dedic) auslaufen, Manuel Maranda sich ab Sonntag auf den Sprung nach England zum FC Barnsley vorbereitet sowie die Leihspieler Sascha Horvath (Dynamo Dresden) und Muhammed Kiprit (Hertha BSC Berlin) zurück zu ihren Arbeitgebern müssen. Und Roh-Diamant Taferner wohl nicht zu halten sein wird.


Stimmen zum Spiel

Enttäuscht und doch gefasst stellte sich Wacker-Präsident Gerhard Stocker nach dem Schlusspfiff: „Es tut mir leid für beide Teams, die jetzt runter müssen. Jetzt wissen wir, was die Herausforderungen sind und müssen warten, auf welche Unterstützung wir bauen können. Es könnte passieren, das man den FC Wacker radikal umpositionieren muss. Wir haben noch wenig Zusagen für eine Zusammenarbeit am Projekt Profi-Fußball in Tirol. Es kann nicht alleine von mir abhängen, ob es eine Zukunft gibt.“ Und Thomas Grumser, der Karl Daxbacher als Trainer abgelöst hatte: „Es war einfach zu wenig. Nun ist eine riesige Leere da. Die Niederlage gegen die Admira war der Knackpunkt und danach haben wir es nicht mehr in der eigenen Hand gehabt.“ Wie er seine Rolle in der Abstiegssaison sieht? „Am Ende ist alles zu hinterfragen. Also auch meine Position.. Ob oder wie es mit mir weitergeht, ist nicht wichtig. Jetzt ist einmal Zeit für Enttäuschung. Am Montag oder Dienstag sehen wir weiter.“

Qualifikationsgruppe
1Rapid Wien321371248:44+432
2SV Mattersburg321271341:48-728
3SC Rheindorf Altach329101348:44+328
4FC Admira Wacker Mödling32891542:62-2022
5TSV Hartberg321051748:66-1822
6Wacker Innsbruck32851932:51-1920

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