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Starke Norweger mit Doppelsieg

Alpine Ski-WM, Aare

Starke Norweger mit Doppelsieg

Jansrud 2 Hundertstel vor Svindal

Kriechmayr holte zweite Medaille

Bild: Gepa Pictures

Was für ein verrücktes WM-Abfahrtsrennen! Das dank Vincent Kriechmayr auf platgz drei mit der zweiten Medaille für Österreuich in die Ski-Geschichtsbücher eingehen wird. Das große Kapitel dieses – aus norwegischer Sicht – Ski-Märchens schrieben allerdings zwei Läufer aus dem ,,Lazarett“. Kjetil Jansrud holte mit gebrochener Hand Gold, zwei Hunderstel vor seinem Landsmann Aksel Lund Svindal, für den diese Abfahrt wegen anhaltender Knie-Beschwerden sein unwiderruflich letztes Rennen war. Gold und Silber also an Norwegen, Bronze für Österreich, dahinter landeten mit Beat Feuz (der Titelverteidiger), Matthias Mayer (Geheimfavorit) und Dominik Paris ( Weltmeister im Super-G) drei Männer, denen ebenfalls das Podest zugetraut worden war.

Schneefall, Wind, Nebel, schlechte Sicht auf der Areskutan-Piste: Das Wetter hatte in Are auch das Programm der Herren-kräftig  durcheinander gewirbelt. Ursprünglich war der Start um 12.30 geplant, doch sSchnell war klar, dass es nicht über die volle Distanz von 3.122 Metern zu absolvieren war. Man entschied sich für eine um gut ein Drittel verkürzte Strecke und eine Verschiebung des Starts auf 13.30 Uhr - obwohl das Wetter eher noch schlechter wurde.

Jansrud war als Fünfter gestartet, hatte sich von den äußeren Bedingungen nicht beeindrucken lassen – im Gegenteil: der 33-Jährige zeigte eine aggressive Vorstellung, sein Zeit von 1:19,98 Minuten sollte am Ende Gold bedeuten. Dabei hatte sich Jansrud im Januar in Kitzbühel zwei Finger gebrochen und fuhr mit bandagierter Hand.

Aber auch Svindal startete mit Handicap, fährt schon die gesamte Saison mit großen Schmerzen in den Knien. Die verdrängte der 36-jährige mehrfache Olympiasieger und Weltmeister im letzten Rennen seiner langen Karriere. Alle Zwischenzeiten deuteten darauf hin, dass es knapp würde zwischen ihm und Jansrud - zwei Hundertstel!

Toller Abschluss für Svindal

Es war ein fantastischer Karriere-Abschluss für Svindal, der seine ersten beiden WM-Goldmedaillen (Abfahrt und Riesenslalom) 2007 ausgerechnet in Are geholt hatte! Dritter - mit einem Rückstand von 33 Hundertstel auf Jansrud - wurde Vincent Kriechmayr. Der Österreicher war - wie Super-G-Sieger Dominik Paris - als Topfavorit gehandelt. Der Italinier kam diesmal auf Rang sechs.

Die ÖSV-Herren müssen damit zwar weiter auf das erste Abfahrtsgold seit Michael Walchhofer im Jahr 2003 warten, Kriechmayr gewann immerhin die zweite ÖSV-Bronzemedaille nach Max Franz in St. Moritz 2017. „Das war ein verrücktes Rennen. Ich bin echt gut gefahren und freue mich irrsinnig über meine Leistung. Ich glaube, ich habe das Maximum herausgeholt, mehr war nicht drinnen. Deshalb bin ich super happy, vor allem dass ich auf dem Podest bin“, so der Oberösterreicher.

„Die Strecke war langsam, aber nicht schwierig. Man musste versuchen eine enge Linie zu fahren und Tempo zu machen.“  „Aber ganz ehrlich, so ein Rennen habe ich noch nie erlebt. Es hat keiner mehr mit einem Start gerechnet. Es war schon eine sehr spezielle Abfahrt“, schmunzelte der nunmehr zweifache Medaillengewinner.

Ergebnisse der WM-Abfahrt, Aare

1Kjetil Jansrud  (N)1:19,98
2Aksel Lund Svindal (N)+ 0,02
3Vincent Kriechmayr (Ö)+ 0,33
4Beat Feuz (CH)+ 0,44
5Matthias Mayer (Ö)+ 0,65
6Dominik Paris (I)+ 0,74
29Hannes Reichelt (Ö)+ 1,89
31Otmar Striedinger (Ö)+ 1,94

Medaillenspiegel nach 4 Rennen

1Norwegen
2Italien11
3Schweiz10
4USA10
5Österreich1
6Frankreich0
6Slowakei10

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