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Hundertstelpech verfolgt ÖSV-Damen

Alpine Ski-WM, Aare

Hundertstelpech verfolgt ÖSV-Damen

Venier verpasst hauchdünn Bronze

Stuhec siegt vor Suter, Vonn

Bild: Gepa Pictures

Während Österreichs vor den Titelkämpfen so erfolgreiche Speed-Damen auch im zweiten WM-Rennen bei den Titelkämpfen im schwedischen Aare leer ausgingen, verteidigte die Weltmeisterin von 2017, Ilka Stuhec ihren Titel erfolgreich. Die Slowenin hatte sich auf verkürzter Strecke vor der Schweizerin Corinne Suter durchgesetzt. Bronze holte in ihrem letzten Rennen sensationell Lindsey Vonn und wiederholte damit das Kunststück von Aksel Lund Svindal vom Vortag, gewann im letzten Rennen einer langen Karriere eine Medaille.

Gold war für die Konkurrenz außer Reichweite, diese Medaille sicherte sich Stuhec mit einer fast perfekten Fahrt auf der um etwa ein Viertel verkürzten Abfahrt. Mit einer Zeit von 1:01,74 Minuten distanzierte sie Corinne Suter um 23 Hundertstel. Wenn die Schweizerin nicht kurz vor dem Ziel einen Fehler eingebaut hätte, wäre für sie sogar der Titel möglich gewesen. Mit einem Rückstand von 49 Hundertstel auf Stuhec wurde Lindsey Vonn Dritte.

Die ÖSV-Speed-Damen, die mit fünf Siegen und neun Podestplätzen in sechs Saisonabfahrten nach Aare gereist waren, werden indes die WM ohne Medaille verlassen. Nach dem enttäuschenden Super-G fehlte diesmal aber nur ein Hauch auf Edelmetall. Stephanie Venier lag lange auf Bronzekurs, wurde aber noch von der mit Nummer 19 gestarteten Suter vom Podest verdrängt und belegte mit einem Rückstand von 0,04 Sekunden auf Vonn den undankbaren vierten Platz.

„Ich habe mir gleich gedacht, es wird eng. Die Fahrt war nicht so schlecht, es hat von meinen Gefühl gepasst. Ich habe mich daher auch zuerst gefreut. Aber dann habe ich gesehen, dass ich vier Hundertstel zurück bin, und da habe ich gleich gedacht, dass es noch eng werden wird mit der Medaille. Jetzt haben wir zwei Medaillen um acht Hundertstel verpasst, das ist extrem bitter. Ich wollte eigentlich nie Vierte werden, aber jetzt ist mir das Gleiche passiert wie der Ramona“, sagte Venier, die 2017 Abfahrtssilber geholt hatte.

Schmidhofer, zu Saisonbeginn noch für das Siegesdouble in Lake Louis verantwortlich, war nach der Abfahrt schwer enttäuscht. „Großer Fehler war eigentlich keiner dabei. Sonne habe ich keine gehabt, aber das ist das, was ich am wenigsten beeinflussen kann“, sagte die 29-Jährige, die mit Venier mitfühlte. „Es ist jetzt einfach bitter, dass die Steffi auch wieder so knapp vorbeifährt. Ich habe mir gedacht, wir haben zumindest die Medaille. Jetzt ist die auch flöten gegangen, da ist die Stimmung natürlich am Boden.“

Punktlandung von Vonn

US-Star Lindsey Vonn war zu Beginn der Saison vom Verletzungspech geplagt, hatte diesen Winter kein einziges gutes Weltcup-Ergebnis und stürzte auch noch spektakulär im WM-Super-G.  Doch zu ihrer letzten Abfahrt mobilisierte die 34-Jährige noch einmal alle Kräfte und just zum Karriereende holte sie noch einmal eine Medaille - ausgerechnet in Are, wo sie 2007 ihre ersten beiden WM- Titel einfuhr (Abfahrt und Super-G). Vonn ist übrigens die älteste Fahrerin, die eine WM-Medaille erobern konnte. ,,Das ist der helle Wahnsinn. Ich bin mit viel Herz und viel Risiko gefahren", sagte Vonn, die sich riesig darüber freute, dass sie im Zielbereich vom schwedischen Weltcup-Rekordsieger Ingemar Stenmark begrüßt wurde.

Ergebnisse, Damenabfahrt, Aare

1Ilka Stuhec  (SLO)1:01,74 
2Corinne Suter (CH)+ 0,23
3Lindsey Vonn (USA)+ 0,49
4Stephanie Venier (Ö)+ 0,53
5Ragnhild Mowinckel (N)+ 0,59
6Nicole Delago (I)+ 0,62
7Ramona Siebenhofer (Ö)+ 0,64
8Lara Gut-Behrami (CH)+ 0,78
9Tamara Tippler (Ö)+ 0,81
9Nicole Schmidhofer (Ö)+ 0,81

Medaillenspiegel

1Norwegen
1Schweiz11
3Italien11
4USA101
5Slowenien100
6Österreich0
7Frankreich10
7Slowakei010

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