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Rodel-Weltcup

56 Tausendstel fehlten Kindl

Tolle Aufholjagd belohnt


Der Doppelweltmeister ist auch in der Olympiasaison eine ganz heiße Aktie im Rodelkanal. Wolfgang Kindl jedenfalls hat die Olympiasaison mit einem zweiten Platz eröffnet. 

Der zweifache Goldmedaillengewinner der WM 2017 hatte sich zum Auftakt auf seiner Hausbahn in Innsbruck-Igls nur dem Russen Semen Pawlitschenko um 56 Tausendstelsekunden geschlagen geben müssen. Rang drei holte der Deutsche Felix Loch. Dabei war Kindl nach dem ersten Lauf nur an sechster Stelle gelegen, doch mit einer starken zweiten Fahrt schaffte der Tiroler noch den Sprung auf das Podest. Die Bedingungen waren durch den Schneefall nicht gerade einfach. Das Material wurde zum großen Problem. „So gesehen muss ich wirklich zufrieden sein“, sagte Kindl. Im zweiten Durchgang hatte er sich mit der siebenten Laufzeit von Platz sechs noch auf Rang zwei verbessert und von der durch Schneefall langsamer werdenden Bahn profitiert, der die Top Drei des ersten Laufes zum Opfer fielen. Halbzeitführender Dominik Fischnaller (ITA) wurde Sechster, Andi Langenhan  fiel von Rang zwei auf neun zurück, sein Landsmann Julian von Schleinitz gar von drei auf 22.„Im Endeffekt haben wir alles richtig gemacht. Es war ein bisschen ein Materialpoker wegen der Witterungsbedingungen. Wenn ich den einen oder anderen Fehler nicht gehabt hätte, wäre sogar der Sieg drin gewesen. Man hat gesehen, dass jeder am Limit war. Auch Pawlitschenko hat den einen oder anderen Fehler gemacht. Man muss in Igls am Limit sein, damit man vorne dabei ist“, sagte Kindl zufrieden.Hektik war im ersten Lauf im rot-weiß-roten Betreuerteam aufgekommen Nachdem die Crew um Materialchef Tobias Schiegl nach ihren ersten Schützlingen erkannte, dass sie sich bei den Kufen und den Schienen etwas vergriffen hatten, beschlossen sie, die Rodel von Kindl kurzfristig umzubauen.Erst vier Rodler vor Kindls Start war der Schlitten fertig und auch der Tiroler bereit zum Anziehen des Rennanzugs. „Der Stress hat sich ausgezahlt“, sagte der Routinier, der die Aufregung locker wegstecken konnte. „Wir haben gesehen, dass es bei den Teamkollegen nicht wirklich nach vorne gegangen ist. Wir haben dann ganz schnell umgebaut. Wie man sieht, ist es die richtige Entscheidung gewesen.“Nico Gleirscher fuhr als zweitbester Österreicher auf den zehnten Platz, Routinier Reinhard Egger schaffte den zwölften Endrang.

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