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Die Höhepunkte im Rückblick

Die Höhepunkte im Rückblick

03. bis 06.01. 2020

Bild: Gepa

Polnischer Triumph zum Tourneefinale

Dawid Kubacki heißt der Sieger der 68. Internationalen Vierschanzentournee. Der Pole, der nach drei Springen geführt hatte, siegte erstmals zum Abschluss in Bischofshofen und machte damit vor dem sensationell starken norwegischen Jungstar Marius Lindvik seinen Triumph perfekt. Der Deutsche Karl Geiger, ein Schützling des Tirolers Stefan Horngacher, darf sich über Platz zwei in der Tages- und Rang drei in der Tourneewertung freuen. Bester Österreicher wurde Stefan Kraft, der wie in Oberstdorf und Innsbruck Vierter wurde. Die ÖSV-Adler blieben damit in allen Springen ohne Podestplatz.

Kubacki, der in seiner Karriere zuvor erst ein Weltcupspringen für sich entscheiden konnte, war einfach nicht zu bezwingen. Er zeigte über die vier Wettbewerbe die konstanteste Leistung aller Athleten und krönte sich auf der Paul-Außerleitner-Schanze mit tollen Sprüngen auf 143 und 140,5 Meter zum verdienten Tages- und Tourneesieger. ,,Ich wollte hier meinen Weg zu Ende gehen. Und jetzt bin ich einfach nur wahnsinnig glücklich", sagte der Triumphator in einer ersten Reaktion. Dritter in Bischofshofen und Zweiter in der Gesamtwertung wurde der Norweger Marius Lindvik (139/137 m), der zuvor die Springen in Garmisch-Partenkirchen und auch Innsbruck am Bergisel gewonnen hatte. In der Tournee-Endabrechnung lag er denkbar knappe 2,6 Punkte vor Karl Geiger. Gesamtvierter wurde der japanische Titelverteidiger Ryoyu Kobayashi, in der Tageswertung diesmal Siebenter. Kraft holte als bester Österreicher den fünften Platz. Den heuer ersten ÖSV-Podestplatz bei dieser Traditionsveranstaltung verpasste er gegenüber Lindvik um 2,0 Punkte, gesamt fehlten letztlich 45,6 Zähler auf den ersten Platz und 22,4 Punkte auf das Podest.

Erst zweiter Weltcupsieg für Kubacki

Für Kubacki, Weltmeister von der Normalschanze 2019 in Seefeld, war es überhaupt erst der zweite Weltcup-Sieg in einem Einzel-Springen, vor einem Jahr hatte er erstmals in Predazzo gewonnen. Die Polen durften den insgesamt vierten Gesamtsieg feiern, zuvor hatten bereits Adam Malysz (2001) sowie Kamil Stoch (2017, 2018) bei der Tournee triumphiert.

ÖSV-Cheftrainer Andreas Felder trauerte einer besseren Platzierung nach: „Die Mannschaft hat gut gekämpft. Wir hatten einen holprigen Start. Ich hätte mir Platzierungen weiter vorne gewünscht, wir hätten es drauf gehabt, aber just bei der Tournee nicht ganz umsetzen können. Einige waren ein bisschen verkrampft, waren nicht so locker wie im Vorfeld. Aber alle haben gekämpft wie die Löwen!“ 

Die Platzierungen der Österreicher in Bischofshofen: 4. Stefan Kraft, 10. Philipp Aschenwlad, 15. Daniel Huber, 17. Gregor Schlierenzauer, 19. Michael Hayböck, 24. Stefan Huber, 25. Clemens Leitner, 26. Clemens Aigner.

Gesamtwertung: 1. Dawid Kubacki (Pol) 11.31,6 Punkte, 2. Marius Lindvik (N) 1.110,0; 3. Karl Geiger (D) 1.108,4; 4. Ryoyo Kobayashi (JAP) 1.096,0; 5. Stefan Kraft (Ö) 1.ß06,0. Die weiteren Österreicher: 12. Philipp Aschenwald 10.35,7; 18. Michael Hayböck 990,6; 25. Jan Hörl 834,ß; 25. Daniel Huber 746,1; 28. Gregor Schlierenzauer 737,3.

Vlhova entthronte Shiffrin, Liensberger 3.

Überzeugender hätte Petra Vlhova wohl nicht in das neue Jahr starten können! Die Slowakin hatte im Slalom von Zagreb die Konkurrenz quasi im Stil der Mikaela Shiffrin förmlich deklassiert und das US-Girl sowie Katharina Liensberger mit zwei Laufbestzeiten auf die Plätze zwei und drei verwiesen. Vlhova stoppte mit ihrer beeindruckenden Vorstellung nicht nur die Slalom-Siegesserie von Shiffrin, sondern holte sich mit 1,31 Sekunden Vorsprung erstmals die ,,Snow Queen Trophy". Liensberger lag als Dritte bereit 3,49 Sekunden zurück, zuletzt war vor fünf Jahren eine ÖSV-Läuferin am Podest gestanden.

Seit 8. Jänner 2019 war Shiffrin im Slalom unbesiegt, damals hatte Vlhova in Flachau triumphiert. Für die 24-jährige Slowakin war es nun der elfte Weltcupsieg, der sechste im Spezialslalom. ,,Es ist immer ein großer Kampf", sagte Shiffrin, die nach großem Rückstand im ersten mit der Performance im zweiten Durchgang zufrieden war.

Liensberger wiederum hatte es geschafft, ihre Form vom Ende des alten Jahres, als sie Dritte im Riesentorlauf und Vierte im Slalom in Lienz wurde, ins neue Jahr mitzunehmen. ,,Großartig, es hat so viel Spaß gemacht zu fahren. Es hat mir alles abverlangt", so die Vorarlbergerin. Sie hatte zum zweiten Mal in ihrer Karriere ein Slalom-Podest erreicht, zum ersten Mal war ihr das ebenfalls vor einem Jahr in Flachau (3.) gelungen.

Die übrigen ÖSV-Läuferinnen? Katharina Truppe wurde siebte, Chiara Mair (+5,65) und Franziska Gritsch (+6,12), beide aus Tirol, schwangen auf den Rängen 15 und 20 ab.

Noel krönte sich zum Hirscher-Nachfolger

Nichts ist es also geworden mit dem ersten Slalom-Weltcupsieg eines ÖSV-Läufers im Jahr eins nach Marcel Hirscher. Beim Triumph des Franzosen Clement Noel in Zagreb hatten sich die Österreicher zwar im ersten Durchgang eine hervorragende Ausgangsbasis geschaffen, am Ende reichte es aber für Marco Schwarz (11.) und Manuel Feller (12.) nicht einmal zu Top-Ten-Plätzen. Der nach Lauf eins zweitplatzierte Tiroler Michael Matt war im zweiten Durchgang ausgeschieden, Feller von Rang sieben auf zwölf zurückgefallen, der dritte Tiroler, Fabio Gstrein rutschte in der Entscheidung von Platz elf auf Rang 17 zurück.

An der Spitze hatte sich Noel vom vierten auf den ersten Platz verbessert und damit die Nachfolge von Marcel Hirscher, der auf dem Sljeme fünfmal gewinnen konnte, angetreten. Auf Rang zwei landete der Halbzeitführende Schweizer Ramon Zenhäusern (+ 0,07). Dritter wurde der Südtiroler Alex Vinatzer (0,29).

Auch für die Saisonsieger Alexis Pinturault (Val d’Isere) und Henrik Kristoffersen endete das Rennen auf dem Zagreber Hausberg – wie für die Österreicher - nicht nach Wunsch. Der Franzose belegte nach einem schweren Fehler im ersten Durchgang Rang neun (0,97). Kristoffersen musste sich überhaupt nur mit dem enttäuschenden 19. Platz (1,36) zufriedengeben. Sein Landsmann Alexander Aamodt Kilde behielt damit die Führung im Gesamtweltcup.

Aus der ÖSV-Truppe sorgte zumindest Gstrein für einen Lichtblick. Der 22-jährige Ötztaler hatte sich mit Startnummer 53 für die Entscheidung qualifiziert und in seinem zehnten Weltcup-Slalom erstmals Punkte geholt. „Es ist lässig, dass ich in die Punkte gefahren bin. Das ist sicher für den Kopf gut. Dann kann man in den nächsten Rennen Vollgas geben“, sagte Gstrein.

Böse Bescherung für die Haie

Das waren – aus sportlicher Sicht – für den HC Innsbruck ,,die Haie“ Weihnachts-Feiertage und ein Jahreswechsel zum Vergessen. Dabei hatte die Derby-Zeit am Stefanitag so richtig stark begonnen, der 6:1-Erfolg über Dornbirn hatte Lust auf mehr gemacht. Aber es war eben nur ein Sieg gegen den an diesem Tag besonders schwachen Tabellenletzten, die Stunde der Wahrheit schlug den Haien 48 Stunden später, als das Tiroler Derby in Bozen mit 7:0 verloren wurde. Dann ging es Schlag auf Schlag. 1:5 in Salzburg, 0:2 in Dornbirn, 1:3 zu Hause gegen Bozen und als bitterer, weil negativer Höhepunkt der Serie das 2:8 in Innsbruck gegen Salzburg.

Dabei hatten die Gastgeber fast zwei Drittel mit dem Tabellenführer gut mitgehalten, die 3:2-Führung der Salzburger nach 40 Minuten schmeichelte den ,,Bullen“.

Im Schlussdrittel musste Innsbrucks nicht ganz fit wirkender Stammtorhüter Scott Darling verletzt vom Eis, der 17-jährige Kilian Leitner feierte dafür sein Heimdebüt. Rund vier Minuten drängten die Haie vehement auf den Ausgleich, aber die Salzburger waren ganz einfach effizienter und legten durch Mario Huber aufs 4:2 vor. Danach zeigten die Gäste kein Erbarmen mehr und netzten weitere vier Mal zum letztlich in dieser Höhe nicht verdienten 8:2-Auswärtssieg ein.

Weltcupsiege und Podestplätze für Tiroler

Damit war ja nach den Hiobs-Botschaften aus dem österreichischen Lager nicht zu rechnen, doch Janine Flock hat sich trotz einer in der Mannschaft grassierenden Magen-Darm-Virusinfektion beim Skeleton-Weltcup in Winterberg als Dritte sehr beachtlich gehalten. Die Tirolerin musste sich nach zwei Läufen nur der deutschen Weltmeisterin Tina Hermann (um 0,16 Sekunden) sowie der Kanadierin Mirela Rahneva (0,13 Sekunden) geschlagen geben.

Eine starke Vorstellung lieferten Österreichs Naturbahnrodler zum Weltcup-Auftakt ab. Der Steirer Michael Scheikl feierte in Obdach-Winterleiten in der Steiermark gleichsam einen umjubelten Heimsieg. Der regierende Weltcupsieger Thomas Kammerlander aus Tirol belegte hinter dem Südtiroler Patrick Pigneter (+0,89) Rang drei (1,08). Den Teambewerb gewannen Scheikl und die Wahltirolerin Tina Unterberger für Österreich vor Russland (4,24). Bei den Damen wurde Unterberger (1,85) beim Sieg der Südtirolerin Evelin Lanthaler Dritte.

Das war ein großartiges Lebenszeichen der österreichischen Langlaufszene. Teresa Stadlober gelang in der Abschluß-Etappe der Tour de Ski in Val di Fiemme ein toller fünfter rang. Die 26-Jährige beendete den finalen Massenstart-Bewerb über zehn Kilometer mit Bergankunft (Alpe Cermis) nur 1:15,1 Minuten hinter der überlegenen Siegerin Therese Johaug aus Norwegen. „Mit dem Ausgang der Tour sowie mit dem Rennen bin ich mehr als glücklich“, sagte Stadlober, die sich dank der starken Leistung zum Abschluss auch in der Gesamtwertung der Tour de Ski mit letztlich 4:34,1 Minuten Rückstand noch von der 13. auf die sechste Position und damit ins Spitzenfeld verbesserte. Große Siegerin war aber Johaug, die sich souverän den letzten Teilbewerb sowie ihren insgesamt dritten Gesamterfolg nach 2014 und 2016 sicherte. Die 31-Jährige setzte sich vor ihren Landsfrauen Heidi Weng (+ 50,3) und Ingvild Flugstad Östberg (+ 54,5) durch. Als beste Nichtnorwegerin belegte die Russin Natalia Neprjajewa unmittelbar vor Stadlober den fünften Platz (+57,1).

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