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Ö-Rundfahrt

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Hermans gewinnt die Rundfahrt

Hattrick für Visconti in Wels

Fotos:EXPA

Tag der letzten Entscheidungen in der Jubiläums-Rundfahrt. Zum zweiten Mal nach 2017 endete die Österreich-Tour in Wels und der Belgier Ben Hermans hatte sich den Gesamtsieg auf dem letzten Abschnitt nicht mehr entreißen lassen. Davor hatte der Italiener Giovanni Visconti nach einem dramatischen Zielsprint einer fünfköpfigen Fluchtgruppe seinen dritten Etappensieg geholt. Hermans wiederum siegte in der Gesamtwertung 18 Sekunden vor dem besten Österreicher Hermann Pernsteiner, der damit das „Gebrüder Weiss“-Trikot gewann!

Trotz der Strapazen mit sechs Bergankünften in den letzten Tagen hatten die Radprofis auf der Abschlussetappe von Scheibbs im Mostviertel nach Wels im Hausruckviertel über 163,2 Kilometer hohes Tempo angeschlagen. Kurz vor der ersten Bergwertung ,,Luft“ formierte sich eine fünfköpfige Spitzengruppe. Bis Waidhofen a/d Ybbs lagen Alexey Lutsenko, Giovanni Visconti  & Co. bereits mit einem Vorsprung von  3:20 Minuten voran. Das Quintett brachte schließlich vor tausenden Zuschauern einen Vorsprung von knapp 50 Sekunden nach Wels. Dort triumphierte zum dritten Mal Giovanni Visconti. Der Bahrain-Merida-Profi, bereits Etappensieger beim Giro d’Italia, konnte den Hattrick im Ziel kaum fassen: „Mein Ziel war ein Etappensieg, jetzt sind es drei. Es ist einfach unglaublich gut für mein Team und mich mit fünf Etappensiegen und dem zweiten Gesamtplatz für Hermann (Pernsteiner) gelaufen.“ Visconti sprintete in Wels U23-Weltmeister und Wenigzell-Etappensieger Alexey Lutsenko nieder. Als bester Österreicher wurde Andreas Hofer (Hrinkow Advarics Cycleangteam) Elfter.

„Ich gratuliere Ben Hermans, er war einfach nicht zu schlagen. Mein Ziel für diese Jubiläumstour war das Podium und das habe ich klar geschafft“, freute sich Pernsteiner. Der „Kämpfer vom Sonntagberg“, wo er sich zwei Mal die Schulter ausgekugelt hatte, hielt tapfer  durch: „Natürlich habe ich die Schmerzen gespürt. Aber sobald der Startschuss fiel, konnte ich es gut ausblenden. das Rennen war hart, da spürt man die Beine mehr als die Schulter.“ Ben Hermans freute sich über seinen größten Triumph im Teamdress von Israel Cycling Academy. Die größten Emotionen in der Rundfahrtswoche erlebte er am Kitzbüheler Horn: „Der dritte Tag mit dem Sieg am Horn war für mich unfassbar. Ich bedanke mich bei meinem Team, das mich in den letzten Tagen toll unterstützt hat. Für mich ist dieser Rundfahrtssieg extrem wichtig!“ Dritter in der Gesamtwertung wurde Dario Cataldo (Astana/plus 44 Sek.), Vierter der Vorarlberg-Santic-Profi Patrick Schelling aus der Schweiz. Riccardo Zoidl vom Team Felbermayr Simplon Wels wurde toller Fünfter und war zufrieden: „Das war das Maximum. Ich bin absolut happy mit diesem Ergebnis nach so harten Etappen.“

Ben Hermans (Israel Cycling Team) krönte sich zum dritten belgische Gesamtsieger nach Stijn Devolder 2007 und Frank Vandenbroucke 1996. Der Neuseeländer Aaron Gate (Aqua Blue Sport) fixierte die Berpreiswertung. Als Punktebester und somit Träger des „Mautner Markhof“-Trikots setzte sich der dreifache Etappensieger Giovanni Visconti (Bahrain-Merida) durch. Sein Team mit Sitz in Bahrain dominierte auch die Teamwertung, in der das Team Vorarlberg-Santic den zweiten Platz belegte und somit beste österreichische Mannschaft wurde. Herausragend für das Vorarlberger Team ist natürlich auch der vierte Gesamtplatz des Schweizers Patrick Schelling!

Der starke Kletterer Ben Hermans zählt spätestens nach seinem Triumph bei der Österreich Rundfahrt zu den großen belgischen Hoffnungen neben Tim Wellens, Tiesj Benoot oder Serge Pauwels für die UCI Straßenrad WM in Innsbruck-Tirol. „Die schwere Rad WM in Tirol mit knapp 5.000 Höhenmetern sollte mir liegen. Das ist mein nächstes großes Ziel, wenn ich aufgestellt werde“, sagte Hermans. Auch der Bergkönig Aaron Gate setzt nach der Ö-Tour voll auf die Titelkämpfe in Österreich von 22. bis 30. September 2018. 

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