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Giro d‘ Italia

Dramatik vor dem Finale

Führungswechsel in Piancavallo

Zwei Tage vor dem großen Finale hat die Spannung im Jubiläums-Giro einen neuen Höhepunkt erreicht.

Denn der Kolumbianer Nairo Quintana übernahm auf der drittletzten Etappe des 100. Giro d’Italia das Rosa Trikot des Gesamtführenden vom Niederländer Tom Dumoulin. Quintana hatte seinem Konkurrenten auf dem Abschnitt über 191 km von San Candido/Innichen nach Piancavallo über eine Minute abgenommen  und setzte sich damit an die Spitze des Klassements.

Den Tagessieg sicherte sich nach den 191 Kilometern der Spanier Mikel Landa mit 1:49 Minuten Vorsprung auf Ex-Weltmeister Rui Costa aus Portugal  und 1:54 vor dem Franzosen  Pierre Rolland. In der Gesamtwertung führt nun Quintana, der auf dem 19. Abschnitt mit über acht Minuten Rückstand auf Landa als 16. ins Ziel kam, mit 38 Sekunden Vorsprung auf Dumoulin aus dem Sunweb-Team des Steirers Georg Preidler. Auf Rang drei liegt mit 43 Sekunden Rückstand auf den Spitzenreiter Vorjahressieger Vincenzo Nibali. Der Italiener überquerte in Piancavallo zwei Sekunden hinter Quintana als 18. die Ziellinie. Patrick Konrad erwies sich einmal mehr als bestplatzierter Kletterer des Österreicher-Quintetts. Der Niederösterreicher hielt sich bis sechs Kilometer vor dem Ziel in der Gruppe der Favoriten und musste dann abreißen lassen. Nach dem 28. Platz (+10:41 Min.) verbesserte sich der Bora-Profi um eine Position auf den 18. Gesamtrang (+32:39). Keiner der ÖRV-Profis hatte es in die große Ausreißer-Gruppe geschafft, aus der Landa schließlich einen Solo-Sieg feierte.

Dumoulin hatte schon sehr früh viel Energie verbraucht, als er mit seinem Sunweb-Team den verlorenen Anschluss an seine Rivalen wiederherstellen musste. Im 15,4 Kilometer langen Schlussanstieg mit maximal 14 Prozent Steigung fiel der 26-Jährige etwa zur Hälfte hinter die Gruppe mit Quintana und Nibali zurück. „Ich habe versucht, den Zeitverlust in Grenzen zu halten, zum Glück war mein Team sehr stark, sonst wäre es noch schlimmer geworden“, sagte Dumoulin. Er büßte als 22. 1:09 Minuten auf Quintana und 1:07 auf Nibali ein, die beide nicht mehr zu attackieren vermochten. Das tat der Franzose Thibaut Pinot. Der Gesamtvierte setzte sich auf den letzten Kilometern um zwölf Sekunden von den übrigen Assen ab. Damit liegen nun die ersten vier Fahrer in der Gesamtwertung innerhalb von einer Minute. Am Samstag folgen auf der Fahrt von Pordenone nach Asiago die letzten Berge, der Monte Grappa und eine weitere Bergwertung der ersten Kategorie 15 Kilometer vor dem Ziel. Der letzte Abschnitt, ein Einzelzeitfahren von Monza nach Mailand (29,3 km), kommt am Sonntag allerdings wieder Dumoulin entgegen, der die erste Prüfung gegen die Uhr souverän gewonnen hatte.

Tagessieger Mikel Landa (c) EXPA

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