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Die Höhepunkte im Rückblick

Die Höhepunkte im Rückblick

10. 03. – 14. 03. 2020

Bild: Gepa

Finale Entscheidungen im Banne der Pandemie

Angesichts der aktuellen Entwicklung und der Tatsache, dass die Welt sich derzeit durch die Ausbreitung des Corona-Virus in einer Ausnahmesituation befindet, waren die Absagen diverser Weltcup-Finale sowie das nunmehr feststehende Saisonende in allen Wintersport-Bereichen nur eine logische Konsequenz. Es gibt Wichtigeres im Leben – beklemmend wie wohl nie zuvor wurde u. a. auch der Sport mit dieser Realität konfrontiert. Sieger, Funktionäre, Verbände, Fans: ab sofort gilt daher für die Welt des Sports, alles dafür zu tun, um schnellstmöglich zur Normalität zurückkehren zu können. Dennoch - die letzten Entscheidungen und Gewinner diverser Weltcups haben es verdient, an dieser Stelle in einer Übersicht festgehalten zu werden.

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Nach der Absage der Alpinen Rennen in Aare (Damen) und Herren (Kranjska Gora) stehen erstmals die Italienerin Federica Brignone und der Norweger Aleksander Aamodt-Kilde als Sieger der Gesamtwertungen fest. Beste ÖSV-Vertreter? Nina Ortlieb auf Platz zwölf bei den Damen und Matthias Mayer als Vierter bei den Herren. „Die Absage war klar nachvollziehbar, wenn man sich rundherum die Welt ansieht. Es ist jetzt wirklich eine dramatische Geschichte. Für mich ist das die richtige Entscheidung“, sagte ÖSV-Herrenchef Andreas Puelacher, der Kilde als „verdienten“ Gesamtweltcup-Sieger bezeichnete.

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Auch bei den Skispringern war die Weltcupsaison vorzeitig beendet worden, womit Stefan Kraft endgültig jubeln durfte. Für den Einzel-Doppelweltmeister von Lahti 2017 war es der zweite Gesamtsieg nach 2016/17. Nach 28 Einzelbewerben weist Kraft 140 Zähler Vorsprung auf seinen letzten verbliebenen Konkurrenten Karl Geiger (GER) auf. Mit Philipp Aschenwald (10.) schaffte es ein zweiter ÖSV-Springer in die Top Ten der Endwertung. Im Nationencup musste sich Österreich allerdings Deutschland um 153 Punkte geschlagen geben und wurde Zweiter. Der frischgebackene Sieger, der auch die kleine Kristallkugel für das Skifliegen gewonnen hat, steht damit in Sachen Gesamtweltcup mit Armin Kogler, Thomas Morgenstern und Gregor Schlierenzauer auf einer Stufe. Auch dieses Trio hat die große Kugel zweimal gewonnen,

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Bei den Damen hatten die Österreicherinnen die Reise zu den letzten Bewerben nach Russland nicht mehr angetreten, womit der Sieg in der Gesamtwertung an die Titelverteidigerin Maren Lundby aus Norwegen ging. Chiara Hölzl beendete knapp dahinter die Saison auf dem zweiten Platz. Eine persönliche Bestleistung für die 22-jährige Salzburgerin. Ebenso für die Vorarlbergerin Eva Pinkelnig, die den dritten Platz der Gesamtwertung belegte. Im Nationencup siegt das Team von Cheftrainer Harald Rodlauer mit einem Rekordvorsprung auf Norwegen

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Martin Fourcade hat sich standesgemäß mit einem Sieg in den sportlichen Ruhestand verabschiedet. Der 31-jährige Franzose feierte im finnischen Kontiolahti in der Verfolgung über 12,5 km im letzten Rennen seiner Karriere seinen 79. Weltcup-Einzel-Sieg. Den achten Triumph im Gesamtweltcup verpasste der langjährige Dominator nur knapp. Die Kristallkugel für den Gesamtsieger ging an den Norweger Johannes Thingnes Bö, der es trotz vier Schießfehlern auf den vierten Rang schaffte und damit den Angriff Fourcades abwehrte. Bö, der nicht nur den Sprint in Kontiolahti am Donnerstag, sondern heuer auch neun weitere Einzel-Siege feierte, holte sich damit zum zweiten Mal in Folge den Gesamtweltcup. Beste Österreicher? Julian Eberhard als 20. Bzw. Lisa Hauser (18.).

Für Frankreich wurde der letzte Bewerb, der aufgrund des Coronavirus-Ausbruchs vor leeren Rängen absolviert wurde, mit einem Dreifachtriumph trotzdem zum Feiertag. Fourcade, der am Schießstand zwei Fehler verzeichnete, setzte sich vor seinen Landsleuten Quentin Fillon Maillet (+2,9 Sek./zwei Fehler) und Emilien Jacquelin (+4,5 Sek./drei Fehler) durch. Österreicher waren in Kontiolahti keine mehr am Start. Bereits in der Vorwoche war das eigentliche Weltcup-Finale in Oslo ersatzlos gestrichen worden.   

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Der König der Snowboardcrosser heißt so wie im Vorjahr Alessandro Hämmerle. Der 26-jährige Vorarlberger gewann das Saisonfinale im schweizerischen Veysonnaz und verteidigte damit seine Spitzenposition im Weltcup eindrucksvoll. Sein italienischer Konkurrent Lorenzo Sommariva landete in der Entscheidung nur auf Rang vier.

„Das ist unglaublich. Ich bin so froh, das war ein sehr enger Kampf“, sagte Hämmerle nach seinem zweiten Saisonerfolg. Insgesamt war es der neunte Einzel-Erfolg für den Vorarlberger. Das Teilnehmerfeld beim Finale war stark dezimiert, weil einige Nationen vorzeitig abgereist waren. ,,Ich halte zwar jetzt die Kristallkugel in der Hand, aber meine Gefühle sind sehr zwiespältig. Das Corona-Virus war in den vergangenen Tagen das beherrschende Thema hier, bis zuletzt gab es Gerüchte rund um eine Absage. Deshalb war es sehr schwer, konzentriert zu bleiben, aber ich habe es trotzdem irgendwie hinbekommen. In der aktuellen Situation ist der Sport nur sekundär – vorrangig ist jetzt einmal, dass sich die allgemeine Lage hoffentlich bald wieder entspannt", ergänzte Hämmerle.

Weltweite Zwangspausen für den Sport

Nicht nur weltweit ruht der Sportbetrieb, auch in den heimischen Bundesligen. Der Start der Formel 1 wurde abgesagt und findet wahrscheinlich nicht vor Mai statt, der Giro D'Italia wurde auf unbestimmte Zeit verschoben, die PGA hat das höchstdotierte Golfturnier der Welt nach der ersten Runde abgebrochen, das Masters wurde abgesagt, ebenso wie die großen Tennisturniere, in den USA wurde der Spielbetrieb in den großen Ligen wie NBA und NHL unterbrochen, mit Ausnahme der A-und B-Weltmeisterschaft sind bereits jetzt alle Weltmeisterschaften im Eishockey abgesagt worden, ebenso wie der Vienna City-Marathon, Olympia 2020 in Tokio ,,wackelt".
In Österreich und Europa finden keine Fußballspiele mehr statt, die UEFA stoppte EuroLeague und Champions League, die EBEL (Eishockey) und die Deutsche Volleyball-Liga (mit HYPO Tirol) haben ihre Meisterschaften beendet, Handball (Schwaz) pausiert.

Die Ampel steht auf Rot für den Sport. Bild: Gepa

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