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Toller Kampfgeist in Wien

Eishockey-Play-offs

Toller Kampfgeist in Wien

Erster Play-off-Sieg mit 4:3

Das war ein Play-off-Sonntag wie aus dem Märchenbuch für die Eishockeyfans.

Sowohl der HC TWK Innsbruck (in Wien), wie auch die Dornbirn Bulldogs (in Salzburg) und der HCB Südtirol (in Klagenfurt) feierten jeweils knappe Auswärtssiege und verlängerten die Spannung. Damit gehen heuer erstmals in der 15-jährigen Geschichte der Erste Bank Eishockey Liga alle vier Viertelfinalserien mindestens über sechs Spiele! Sensationell vor allem Dornbirn und die Innsbrucker Haie, die nach scheinbar aussichtslosen 3:0-Rückständen in den Serien auf 3:2 stellten. Nun folgt am Dienstag Spiel sechs in der Tiwag-Arena (19.15 Uhr).

So zerfahren und emotional Spiel fünf der Serie in Wien auch begonnen hatte, so schnell wurde es zur Mitte des ersten Drittels ein munterer Schlagabtausch. Zuvor waren nur die Gäste in Überzahl durch Sacha Guimond (4./Weitschuss) und Andrew Clark (9.) offensiv aufgefallen, dann kamen aber auch die Wiener. Mit Rückkehrer Ali Wukovits im Line-up erarbeiteten die Caps sich mehr Kontrolle im Offensvidrittel, der letzte Pass war aber zu selten ein verwertbarer. Die einzige echte Möglichkeit fand Jungstar Dominic Hackl vor, der im Slot verzog (12.). Unmittelbar davor hatten Guimond und Fabio Schramm gleich zweimal im glänzend aufgelegten Caps-Goalie JP Lamoureux ihren Meister gefunden, der das torlose Pausen-Remis festhielt. Auf der anderen Seite scheiterten die Hausherren in Minute 19 am eigenen Unvermögen daran, in doppelter Überzahl zuzuschlagen. Rafael Rotter traf nur die Stange, Jerry Pollastrone hämmerte das Spielgerät aus kurzer Distanz neben das Gehäuse.

Im zweiten Abschnitt bot sich ein ähnliches - emotional höchst aufgeladenes - Bild. Wien brauchte lange, um spielerisch Akzente gegen gut eingestellte Haie zu setzen, die selbst im Konter des öfteren gefährliche Nadelstiche setzten. Pollastrone (29.) und Niki Hartl (30.) gaben erste Warnschüsse in Richtung Patrik Nechvatal ab. Das sollte es bis zum zweiten Kabinengang von den Caps aber auch schon wieder gewesen sein. Die Tiroler witterten und nutzten ihre Chance 96 Sekunden vor der Pause, als Fabio Schramm einen Blueliner von Kevin Wehrs in die Maschen lenkte.

Aus der Kabine kamen die Wiener nach diesem „Weckruf“ wie von der Tarantel gestochen und schnürten die Haie regelrecht ein. Den Ausgleich verhinderte Nechvatal mit einem sensationellen Reflex gegen den heranbrausenden Brandon Buck schon nach wenigen Sekunden. Dem Wiener Dauerbeschuss hielten die Gäste bravourös stand, um im Gegenzug durch Andrew Yogan im Konter zuzuschlagen. Der HCI-Stürmer hämmerte den Puck nach schnellem Antritt genau ins lange Kreuzeck (49.). Der Titelverteidiger steckte aber nicht auf und verkürzte in Minute 57 im wilden Gestocher durch Taylor Vause in Überzahl. Die ultimative Schlussoffensive blieb allerdings wirkungslos, die Haie retteten den Sieg in dramatischen Schlussminuten mit viel Kampfgeist über die Zeit.

Alle Ergebnisse:

Vienna Capitals – HC TWK Innsbruck „Die Haie“ 1:2 (0:0 0:1, 1:1), 4.200 Zuschauer

EC-KAC – HCB Südtirol Alperia 2:3 OT (0:0/1:1/0:0/0:1);  4.202 Zuschauer

EC Red Bull Salzburg – Dornbirn Bulldogs 2:3 n.V. (1:0,1:1,0:1,0:1), 2.580 Zuschauer;

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