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Ein spanischer Höllenritt

UCI-Rad-WM 2018

Ein spanischer Höllenritt

Valverde's großer Triumph

Radsportfest zum Abschluss

Bild: Innsbruck-Tirol 2018 / BettiniPhoto

,Ich bin sprachlos, weil ich es noch nicht glauben kann. Ich war schon so viele Male sehr nahe dran, habe schon einige Medaillen gewonnen, nur Gold fehlte. Hier in Innsbruck ist mein Traum Wahrheit geworden“ jubelte ein von großen Emotionen gezeichneter Alejandro Valverde. Der 38-jährige Spanier hatte sich mit einem wahren Höllenritt  über 258,5 Kilometer in Tirol erstmals zum Straßenweltmeister im Straßenrennen gekrönt.

Tirol stand Kopf an diesem Prachtsonntag – hunderttausende Radsportfans aus aller Welt erwiesen den Besten der Welt ihre Referenz, hatten für eine phantastische Kulisse und Stimmung vom Start in Kufstein bis ins Innsbrucker Ziel gesorgt. Menschenmassen, wohin man auch blickte; bei den Anstiegen nach Gnadenwald sowie bei den sieben ,,gnadenlosen“ Runden von Innsbruck über Aldrans, Lans, Igls und nicht zuletzt entlang der Strecke bei der ,,Höttinger Höll“ herrschte ein Gedränge wie bei der Tour de France – Tirol bescherte der Radsportwelt bei Traumwetter ein unvergessliches Sportfest. Nicht zuletzt deshalb, weil auch der Sprint eines Quartetts auf den letzten 500 Metern einem Hitchcock-Thriller ähnelte. Und in diesem blieb ausgerechnet dem Holländer Tom Dumoulin nur die Rolle des tragischen ,,Opfers“.  Der Vizeweltmeister im Zeitfahren, der sich nach der Höll mit einem ,,teuflischen“ Finale an die drei Führenden herangekämpft hatte, musste mit Platz vier vorlieb nehmen. Silber ging an den Franzosen Romain Bardet vor dem Kanadier Michael Woods. Große Geste im Ziel - der entthronte Weltmeister Peter Sagan hatte es sich nicht nehmen lassen, dem neuen Rad-Champion die Goldmedaille zu überreichen. Chapeau dem Slowaken!Danach jubelte Valverde, lag seinen Teamkollegen und Betreuern in den Armen. „Das ist nicht nur mein Sieg, sondern der Sieg der ganzen Nationalmannschaft. Das ist der größte Erfolg meiner Karriere“, sagte der Movistar-Profi nach dem Rennen.Für die sechs gestarteten Österreicher lief es dagegen bei der Heim-WM nicht nach Wunsch. Als Bester hatte Michael Gogl 5:56 Minuten hinter dem Sieger das Ziel auf dem 45. Platz, ÖRV-Teamkapitän Patrick Konrad wurde 59. (+ 13:05). Georg Preidler, Lukas Pöstlberger, Gregor Mühlberger und Felix Großschartner, die lange Zeit sehr aktiv in der Spitze gefahren waren und für Tempo gesorgt hatten, mussten das Rennen vorzeitig beenden.Dabei befanden sie sich allerdings in prominenter Gesellschaft, denn auch der dreifache Weltmeister Peter Sagan gab auf. Der sechsfache Gewinner des Grünen Trikots bei der Tour de France hatte schon 90 Kilometer vor dem Ziel Probleme, dem Tempo des Feldes zu folgen. Wenig später stieg der 28-jährige Slowake vom Rad.

Straßenrennen Herren Elite
RangName Nationalität Zeit
1.Valverde AlejandroESP 6:46:41
2.Bardet RomainFRA 
3.Woods MichaelCAN 
4.Dumoulin TomNED+ 0:13
5.Moscon GianniITA+ 0:13
6.Kreuziger RomanCZE+ 0:13
7.Valgren MichaelDEN+ 0:13
8.Alaphilippe Julian FRA+ 0:13
9.Pinot ThibautFRA+ 0:13
10.Costa RuiPOR+ 0:13
   
Platzierung der Österreicher:
45.Gogl Michael+ 5:56
59.Konrad Patrick+ 13:05
-Großschartner FelixAufgabe
-Preidler GeorgAufgabe
-Mühlberger GeorgAufgabe
-Pöstlberger GeorgAufgabe

Alle Weltmeister seit 2008

2008 Varese (ITA): Alessandro Ballan (ITA)
2009 Mendrisio (SUI): Cadel Evans (AUS)
2010 Geelong (AUS): Thor Hushovd (NOR)
2011 Kopenhagen (DEN): Mark Cavendish (GBR)
2012 Valkenburg (NED): Philippe Gilbert (BEL)
2013 Florenz/Toskana (ITA): Rui Costa (POR)
2014 Ponferrada (ESP): Michal Kwiatkowski (POL)
2015 Richmond (USA): Peter Sagan (SVK)
2016 Doha (QAT): Peter Sagan (SVK)
2017 Bergen (NOR): Peter Sagan (SVK)
2018 Innsbruck: Alejandro Valverde (ESP)

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