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Dreßen rast zum Triumph

Ski-Weltcup

Dreßen rast zum Triumph

Abfahrt

Reichelt am Podest

,Der Herrgott“, so wurde Samstagvormittag – wohl wegen des Wetters - am Fuße der Streif  gewitzelt, ,,muss ein Kitzbüheler sein.“

Und wohl ein Deutscher, wurde der Satz spätestens nach der Triumphfahrt des Thomas Dreßen ergänzt. Nachdem der 24jährige völlig überraschend und geradezu mit einem sensationellen Husarenritt die Abfahrt in Kitzbühel für sich entschieden hatte. Dreßen gewann 0,20 Sekunden vor dem Schweizer Weltmeister Beat Feuz und dem Salzburger Hannes  Reichelt. Platz vier holt der Oberösterreicher Vincent Kriechmayr.

Für die restlichen ÖSV-Abfahrer gab es wie auch für Vorjahressieger Dominik Paris (12.) nichts zu holen. Als drittbester Österreicher schwang Christian Walder auf Platz 21  ab. Daniel Danklmaier (30.), Romed Baumann (31.) und Matthias Mayer (34.), der seinem hohen Risiko mit einigen schweren Schnitzern Tribut zollte, verloren schon mehr als drei Sekunden auf den Sensationssieger. Andreas Sander komplettierte den Erfolg der Deutschen in der berüchtigsten Abfahrt im Weltcup-Kalender noch als Sechster (0,74).

Dreßen dagegen konnte es kaum glauben, als im Ziel der grüne Einser aufleuchtete. Mit makelloser Fahrt ohne offensichtlichen Fehler holte er zu einer der ganz großen Überraschungen in der Geschichte der Streif-Abfahrt aus. Seinen bisher einzigen Weltcup-Podestplatz hatte der 24-Jährige als Abfahrtsdritter im Dezember in Beaver Creek geholt. Nun gewann er sogar als erster Deutscher seit Josef Ferstl vor 39 Jahren den Klassiker auf der Kitzbüheler Streif.

„Es ist für mich selbst überraschend, dass es so gut gelaufen ist“, sagte Dreßen. „Ich habe mir im Training schwer getan, speziell im Steilhang. Im Rennen war es das erste Mal, dass ich den auch gut erwischt habe, es ist ein Wahnsinn. Im Ziel abschwingen und der Einser leuchtet auf, da habe ich zuerst geglaubt, die wollen mich verarschen“, so Dreßen, der auch dem Trainerteam um den früheren ÖSV-Chefcoach Mathias Berthold dankte. „Ich habe nur versucht, umzusetzen, was die Trainer gesagt haben. Schlecht kann es nicht gewesen sein."

Davor war ÖSV-Routinier Reichelt, der vor vier Jahren als bisher letzter Österreicher die Streif-Abfahrt gewonnen hatte, als Testläufer mit Startnummer eins auf die Geduldsprobe gestellt worden. Als Super-G-Sieger Aksel Lund Svindal mit Nummer fünf 0,62 Sekunden hinter ihm geblieben war, durfte der 37-Jährige noch durchatmen. Gegen Feuz und Dreßen war später aber kein Kraut gewachsen.

Trotz des verpassten Sieges gab sich auch Feuz nicht unzufrieden. Umso schöner sei dieser zweite Platz nach den davor großen Problemen in den Trainings. „Die Fahrt war gut. Ich war im ersten Training noch komplett überfordert mit den Schlägen und Sprüngen. Ich habe da das Tempo rausgenommen, weil ich nicht so weit springen wollte. Im zweiten Training habe ich etwas versucht, das ist mir nicht geglückt. Im Rennen hat es zum Glück besser funktioniert.“

Vor Dreßen war es schon bei Kriechmayr noch einmal spannend geworden. Der 26-jährige Oberösterreicher, der mit Startnummer 16 drei Plätze vor Dreßen ins Rennen gestartet war, lag bei allen Zwischenzeiten klar voran, ehe ein Fehler in der Traverse die entscheidenden Hundertstelsekunden kostete. Davor schien Kriechmayr auf möglichem Kurs zu seinem zweiten Weltcup-Sieg nach dem Super-G-Erfolg im Dezember in Lake Louise zu sein.

Ergebnis Abfahrt

1. Thomas Dreßen (GER)
2. Beat Feuz (SUI)
3. Hannes Reichelt (AUT)
4. Vincent Kriechmayr (AUT)
5. Marc Gisin (SUI)

21. Christian Walder (AUT)
30. Daniel Danklmaier (AUT)

01:56.15
+ 00.20
+ 00.41
+ 00.46
+ 00.68

+ 02.53
+ 03.16

Weltcupstand Herren

Platz/NamePunkte
1. Marcel Hirscher974
2. Henrik Kristoffersen (NOR)800
3. Aksel Lund Svindal (NOR)666
4. Kjetil Jansrud (NOR)665
5. Alexis Pinturault (FRA)588

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