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Feuz weiter in Topform

Ski-Weltcup

Feuz weiter in Topform

Garmisch

Kriechmayr fehlten 18 Hundertstel

Was für eine Spannung - Vincent Kriechmayr ist in Garmisch-Partenkirchen bei der Generalprobe für Olympia in Pyeongchang nur knapp an seinem ersten Abfahrtssieg vorbeigeschrammt. 

Der Oberösterreicher belegte zeitgleich mit dem Südtiroler  Dominik Paris Rang zwei. Den Sieg auf der Kandahar-Abfahrt holte sich der Schweizer Beat Feuz, der zum dritten Mal in dieser Saison auf die oberste Podeststufe kletterte.

Am Ende fehlten Kriechmayr und Paris nur 18 Hundertstelsekunden auf den Sieger. Damit reisen Österreichs Abfahrer so wie 1988, 1992 und 2010 ohne Sieg in dieser Disziplin zu Olympischen Winterspielen. Weltmeister Feuz durfte sich hingegen auf der selektiven WM-Strecke von 2011 über ein rundes Jubiläum freuen. Der 30-Jährige, heuer schon Sieger in Lake Louise und Wengen, feierte mit seinem ersten Sieg in Garmisch seinen insgesamt zehnten Erfolg im Weltcup.

„Die Beine waren einfach müde, die Skier sind das gefahren, was sie wollten, und nicht, was ich wollte. Es ist so brutal zu fahren“, sagte Feuz zu seinem Lauf, in dem er vor allem im unteren Teil der Konkurrenz davonfuhr. „Besichtigt haben es viele so, aber letztendlich ist es wahrscheinlich nur mir so geglückt“, sagte der Sieger. Der Schweizer übernahm mit seinem insgesamt sechsten Abfahrtssieg im Weltcup auch die Führung in der Spezialwertung vor Aksel Lund Svindal, der diesmal 28 Hundertstelsekunden hinter Feuz Vierter wurde.

Kriechmayr vergab seinen möglichen ersten Abfahrtssieg - es wäre der zweite Saisonerfolg nach dem Super-G von Beaver Creek gewesen - im unteren Teil. Bis zur vorletzten Zwischenzeit lag Kriechmayr noch drei Zehntelsekunden vor Feuz, doch der 26-Jährige konnte so wie die restliche Konkurrenz mit der Linie des Schweizers vor dem spektakulären „Freien Fall“, der steilsten Stelle im Weltcup, nicht mithalten.

Hinter Kriechmayr holten sich auch Hannes Reichelt und Matthias Mayer Selbstvertrauen für die Olympiaabfahrt in zwei Wochen in Pyeongchang. Reichelt, vor einem Jahr in Garmisch weiter letzter österreichischer Abfahrtssieger, landete mit 0,36 Sekunden Rückstand auf Feuz auf dem fünften Platz. Auch der Salzburger verlor in der Passage „Freier Fall“ die entscheidende Zeit. „Es ist ein bisschen schade, aber wenn der Speed passt, ist es verkraftbar“, sagte Reichelt. Olympiasieger Mayer schaffte es als Achter (+0,64 Sek.) ebenfalls den Sprung in die Top Ten.

Erneut stark präsentierten sich beim Heimrennen die deutschen Läufer. Kitzbühel-Sieger Thomas Dreßen bestätigte mit Platz sieben seine Form. Sein Teamkollege Andreas Sander ließ die Zuschauer sogar von einer neuerlichen Sensation träumen. Der 28-Jährige lag kurz vor dem Ziel noch auf Podestkurs, nahm aber vor dem „Freien Fall“ zu viel Tempo aus seiner Fahrt und landete am Ende auf dem elften Platz.

Pech hatte hingegen Cristof Innerhofer. Der Südtiroler, der beide Trainingsläufe auf der Kanadahar-Srecke dominiert hatte, kam auf Kurs zur Bestzeit ausgerechnet vor dem Flachstück fast zu Sturz. Nur mit Mühe konnte der Super-G-Weltmeister einen Ausfall verhindern und musste sich am Ende mit Platz 13 begnügen.

Ergebnis Abfahrt

1. Beat Feuz (SUI)
2. Dominik Paris (ITA)
2. Vincent Kriechmayr (AUT)
4. Aksel Lund Svindal (NOR)
5. Hannes Reichelt (AUT)

8. Matthias Mayer (AUT)
18. Daniel Danklmaier (AUT)
24. Johannes Kröll (AUT)

01:55.39
+ 00.18
+ 00.18
+ 00.28
+ 00.36

+ 00.64
+ 01.32
+ 01.78

Weltcupstand Herren

Platz/NamePunkte
1. Marcel Hirscher1154
2. Henrik Kristoffersen (NOR)980
3. Aksel Lund Svindal (NOR)716
4. Kjetil Jansrud (NOR)665
5. Beat Feuz (SUI)636

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