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Hirschers wilder Ritt zum Sieg

Ski-Weltcup

Hirschers wilder Ritt zum Sieg

49. Erfolg nach Hundertstel-Krimi

Marcel Hirscher hat zum insgesamt 49. Mal in seiner Karriere ein Weltcup-Rennen gewonnen.

Der 28-jährige Salzburger hatte im Nachtslalom von Madonna di Campiglio nach einem wahren Thriller triumphiert. Lediglich 0,04 Sek. entschieden am Ende für Hirscher und gegen den Schweizer Luca Ärni. Für den Salzburger war es am 22. Dezember der 22. Slalom-Sieg seiner Karriere.
 

Hirscher nahm mit dem knappen Sieg auch kleine Revanche für die WM-Kombination in St. Moritz 2017. Damals hatte Ärni mit 0,01 Sek. Vorsprung vor dem Salzburger Gold gewonnen. Auch hinter dem Spitzenduo ging es eng her. Henrik Kristoffersen aus Norwegen, der die vergangenen beiden Jahre in Madonna gewinnen konnte, belegte 0,05 Sek. hinter Hirscher den dritten Platz, Ärnis Schweizer Landsmann Daniel Yule wurde mit 0,07 Rückstand auf die Bestzeit Vierter. Zur Halbzeit war Hirscher noch mit 0,23 Sek. Vorsprung auf den Russen Alexander Choroschilow, der in der Entscheidung ausfiel, in Führung gelegen. Bis zur letzten Zwischenzeit sah es auch im zweiten Lauf nach einem klaren Sieg des Weltmeisters aus, doch dann passierte Hirscher ein schwerer Schnitzer. Am Ende rettete der Österreicher dennoch den Sieg ins Ziel.

„Voll schräg. Es hat eigentlich nichts so geklappt, wie ich mir das gedacht habe. Ich war selbst überrascht“, war Hirschers erste Reaktion. Nach dem Fehler habe er unten dann probiert, alles herauszuholen“, so Hirscher.  Auf dem selektiven, ausgerechnet vom österreichischen Techniktrainer der Norweger Stefan Kornberger ausgeflaggten Kurs kam allerdings kaum ein Fahrer fehlerfrei ins Ziel.

Kristoffersen war der Frust über die knappe Niederlage anzusehen. Der 23-Jährige führte seinen aktuellen Rückstand im Slalom auf die Vorbereitung zurück. „Ich hatte zu viel RTL-Training diesen Sommer, nicht so viel Slalom. Mir unterliefen viele Fehler, aber nicht so große wie der von Marcel. Er ist unschlagbar, und so ist es“, sagte der Norweger.

Hirschers „Vize“ bei der WM in St. Moritz, Manuel Feller, belegte als zweitbester Österreicher Rang fünf, was immerhin eine Rangverbesserung um vier Plätze im Vergleich zum ersten Durchgang bedeutete. „Im Nachhinein wurmt es mich ein bisschen, was ich oben liegen gelassen habe. Aber ich brauche das Ergebnis so dringend nach den zwei Nullern, daher bin ich super happy mit dem fünften Platz“, sagte Feller. Christian Hirschbühl lag bei den Zwischenzeiten zwar noch auf Kurs zu seinem dritten Top-Ten-Platz, knapp vor dem Ziel vermied der Vorarlberger jedoch mit Mühe einen Ausfall und war mit Rang zwölf noch gut bedient.

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