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Die TirolBerge in Bildern

Platz für Weltmeister

Die TirolBerge in Bildern

Sportfotograf Erich Spiess erzählt von den schönsten Momenten in den  TirolBergen.

Text: Eva Schwienbacher, Bilder: Erich Spiess, Tirol Werbung, privat

Der Tiroler Erich Spiess ist seit Jahren als Sportfotograf im Skizirkus unterwegs. Auch in den TirolBergen hat der ÖSV-Fotograf die schönsten Momente der Ski WMs festgehalten. Was die Highlights dabei waren und was die Faszination seiner Arbeit ausmacht, hat er Sport.Tirol erzählt.

Mit der Linse auf der Piste

Erich Spiess war von 1989 bis heute bei allen Ski-WMs dabei. In St. Moritz wird er heuer auf der Piste und im Zielraum Aktionen und Emotionen einfangen und abends das Geschehen im TirolBerg dokumentieren. 

Bormio 2005

„Der TirolBerg in Bormio war genial. Die Lage war perfekt. Der TirolBerg befand sich in unmittelbarer Nähe der Medal Plaza. Auch optisch beeindruckte er besonders, da er tatsächlich die Form eines Berges hatte. Die Stimmung war gewaltig.“ Erich Spiess

Åre 2007 

„Das war mit Sicherheit der schönste TirolBerg von allen, weil er mitten im Geschehen war. Ganz in der Nähe war die Medal Plaza, wo ich als Fotochef der Weltmeisterschaft bei den Siegerehrungen für die Fotos der Medaillenverleihung verantwortlich war. Besonders beeindruckte mich, dass das schwedische Königspaar immer wieder zu den Feiern im TirolBerg kam. Die internationalen Stars und Sportler feierten mit uns.“ Erich Spiess

Val d’Isere 2009

„Der TirolBerg in Val d’Isere wurde in einem ehemaligen Hotel untergebracht, das sich direkt hinter dem Zielraum befand und damit einen sehr prominenten Platz hatte. Immer wenn ein Läufer die Ziellinie erreichte und gefilmt wurde, nahm die Kamera auch Bilder des TirolBergs auf. Es gab damals eine Druckstelle für Fotos. Damit haben wir zum Beispiel eine Autogrammkarte für Maria Riesch gefertigt und ihr damit direkt vor Ort zu ihrem WM-Titel gratuliert.“  Erich Spiess

Garmisch-Partenkirchen 2011

„Hier befand sich der TirolBerg im sogenannten WM-Park, einem Areal rund um den Michael-Ende-Kurpark. Die Weltmeister wurden in unmittelbarer Nähe gekürt. Zum ersten Mal gab es einen öffentlich zugänglichen Bereich. Die Gäste standen teilweise Schlange, um in den TirolBerg zu gelangen. Es waren sehr viele internationale Gäste und Spitzensportler vor Ort. Im Laufe der Zeit wurde es zur Tradition, dass für jeden Promi, der den TirolBerg betrat, ein Lied angestimmt wurde.“ Erich Spiess

Schladming 2013

„In Schladming gab es zum ersten Mal ein Fernsehstudio im TirolBerg. Von dort wurde über das Renngeschehen und das Rahmenprogramm berichtet. Da die WM auf heimischem Boden stattfand, gab es verschiedene Treffpunkte, um die Skistars zu feiern, allen voran der TirolBerg.“  Erich Spiess

St. Moritz 2003 und 2017

Heuer kehrt der TirolBerg dorthin zurück, wo er bereits bei der Alpinen Skiweltmeisterschaft 2003 war: nach St. Moritz. Damals wie heute bietet er Prominenz aus Politik, Kultur und Sport einen Rahmen, um sich auszutauschen.

Erich Spiess im Gespräch

"Wie Tontaubenschießen"

Erich Spiess über Sportfotografie, gelungene Fotos und die Bedeutung der TirolBerge bei Weltmeisterschaften. 

Herr Spiess, Sie sind seit fast 30 Jahren als Fotograf auf den Skipisten der Welt unterwegs. Ist die Arbeit nach so langer Zeit immer noch spannend?

Erich Spiess: Wie die Athleten sind auch wir Sportfotografen den Rahmenbedingungen im Skiweltcup ausgesetzt. Jeder Tag, jedes Rennwochenende ist anders. Das Wetter spielt im Kampf um das beste Foto genauso eine Rolle wie die Ausstattung der Pressezentren oder die WLAN-Geschwindigkeit vor Ort. Als Fotochef bei allen österreichischen Skiweltcup-Rennen bin ich darüber hinaus für die Betreuung der internationalen weltweiten Fotoagenturen, die Einteilung der Fotografen und Zuweisung der Fotostellen auf den Skipisten zuständig. Meine Erfahrung hilft mir, mit bis zu 150 akkreditierten Fotografen pro Rennen umzugehen und auch selbst am Hang oder im Fotokorridor im Ziel konzentriert zu bleiben, um das beste Aktions- oder Emotionsfoto der Skistars zu schießen. 

Schätzen Sie es, viel unterwegs zu sein?

Spiess: Ja. Ich habe die ganze Welt gesehen, von Lillehammer bis zur Siera Nevada, von Korea bis Neuseeland. Andererseits bleibt viel zu wenig Zeit, sich das Drumherum anzusehen. Der Weltcup-Kalender ist dicht gedrängt. Auf einen Wettkampf folgt der nächste. Ich war 25 Mal in Amerika, kenne die Autostrecke von Denver nach Beaver Creek und Aspen, ein paar Lokale und Restaurants, aber die Städte selbst kenne ich leider kaum. 

Was ist das Spezielle an der Sportfotografie?

Spiess: Das kann man nicht erklären. Es ist wie Tontaubenschießen. Neben der richtigen Technik und dem passenden Objektiv braucht es viel Routine, um auf der Piste einen Skiläufer in Aktion zu „treffen“. Auf fast allen Weltcup-Pisten weiß ich genau, wohin ich mich stellen muss, um ein gutes Bild zu schießen. Die Digitalisierung hat natürlich viel verändert. Früher dauerte es bis zu einer Stunde, um ein Bild zu übertragen, heute nur ein paar Sekunden. Die digitale Fotografie bedeutet aber nicht weniger Arbeit, sondern eher sogar mehr. Pro Renntag fallen bis zu 2.000 Fotos an. Die müssen gesichtet, bearbeitet, beschriftet und archiviert werden.

"Es mag klischeehaft klingen, aber ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Schlägt man eine Zeitung auf, wird man zuallererst auf das Bild schauen. Diese alte „Foto-Weisheit“ hat sich durch die sozialen Medien sogar noch verstärkt." Erich Spiess

Wann ist ein Bild aus Ihrer Sicht gelungen?

Spiess: Ein Foto muss den Leuten im Kopf bleiben. Es mag klischeehaft klingen, aber ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Schlägt man eine Zeitung auf, wird man zuallererst auf das Bild schauen. Diese alte „Foto-Weisheit“ hat sich durch die sozialen Medien sogar noch verstärkt.

Wie haben Sie als Fotograf die bisherigen TirolBerge erlebt?

Spiess: Der TirolBerg war immer das Highlight jeder Weltmeisterschaft. Hier treffen sich die Spitzensportler, Weltmeister, Promis, Fotografen und Medienleute und feiern. Er ist der „place to be“. 

Gibt es ein Erlebnis, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

Spiess: Es war ein besonderer Moment, das schwedische Königspaar bei der Ski-WM in Åre 2007 im TirolBerg zu treffen. Und natürlich ist meine Aufgabe schön, die Medaillengewinner im TirolBerg fotografisch zu empfangen.

 In welcher Funktion werden Sie bei der Alpinen Ski-WM in St. Moritz dabei sein?

Spiess: Ich werde auf der Piste und im Zielraum Aktionen und Emotionen einfangen und abends das Geschehen im TirolBerg dokumentieren. 

Vielen Dank für das Gespräch.

Zuhause auf den Skipisten der Welt

Erich Spiess ...

... besuchte das Schigymnasium Stams, setzte seiner Skikarriere aber aufgrund einer Verletzung ein vorzeitiges Ende. Er machte eine Doppellehre als Verkäufer und Fotograf und legte die Fotografen-Meisterprüfung ab. Von 1979 bis 1989 arbeitete er als Pressefotograf bei der Tiroler Tageszeitung und beim Kurier. Von der Sportfotografie fasziniert, machte sich Spiess schließlich selbstständig und baute u. a. das Foto-Archiv der Tirol Werbung auf. Er ist bis heute offizieller Fotograf des Österreichischen Skiverbands und war von 1989 bis heute bei allen Ski-WMs und Olympischen Winterspielen dabei. Bei den WMs in St. Anton (2001), St. Moritz (2003), Bormio (2005), Åre (2007), Val d'Isere (2009), Garmisch-Partenkirchen (2011) und Schladming (2013) war Spiess als Fotochef für die Organisation und Koordination aller akkreditierten Fotografen verantwortlich. 

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