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Erfolgsgeschichte TirolBerg

TirolBerg

Erfolgsgeschichte TirolBerg

Über die Entstehung eines besonderen Treffpunkts bei Weltmeisterschaften

„Und dann war dort jeden Tag der Teufel los.“

Text: Rebecca Müller,  Bild: Manfred Jarisch

Adi Werner ist Wirt mit Leib und Seele. Das beweist er nicht nur seit über 50 Jahren in seinem 5-Sterne-Hotel Hospiz am Arlberg, sondern auch als Gastgeber der ersten Stunde im TirolBerg. Im Interview erzählt er, wie es dazu kam und was dieser Umstand mit einer guten Kiste Wein zu tun hat. 

Herr Werner, fangen wir am Anfang an. Wie ist der erste TirolBerg bei der Ski-WM in St. Anton 2001 entstanden?

Adolf Werner: Der TirolBerg hat interessanterweise als ORF-Berg begonnen. Der ORF hatte bei der WM ein Zelt in bergähnlicher Form aufgestellt, der als Treffpunkt für Journalisten und Freunde des ORF gedacht war. Als solcher hat er sich in den ersten Tagen aber nicht besonders bewährt – gefehlt haben die Profis.

Und wie kamen Sie dann ins Spiel?

Über Gerd Bacher, der ja jahrelang Generalintendant des ORF war. Wir sind nach einem Rennen mit ihm zusammengesessen – so ca. zehn bis zwölf Leute – und haben dann ausgemacht, wir gehen zum ORF-Zelt. Dort waren wir die einzigen Gäste. Also hat Gerd zu mir gesagt: „Bruder“ – Herr Bacher ist Mitglied in der Bruderschaft St. Christoph wie ich – „organisier' uns einen guten Wein!“ Da ist mir natürlich nichts anderes übriggeblieben, bin also ins Auto rein, nach St. Christoph gefahren und habe eine Kiste Bordeaux aus dem Weinkeller geholt. Dann habe ich mir noch zwei meiner Angestellten geschnappt, die dann im ORF-Berg den Service übernommen haben. Darauf hat der Gerd Bacher gemeint: „Das war toll, morgen um halb fünf treffen wir uns wieder hier.“

Im Museum St. Anton am Arlberg spricht Adi Werner über die Entstehung des TirolBergs. 

Also ist der TirolBerg sozusagen zufällig entstanden?

Eigentlich ja. Am nächsten Tag waren wir dann im Zelt 30 Leute und so ist es für die restliche Ski-WM weitergegangen. Am Ende der WM hat man dann den Plan geschmiedet, das Konzept für die Ski-WM in St. Moritz, die zwei Jahre darauf 2003 stattfand, weiterzuentwickeln. Der TirolBerg an sich wurde also in St. Moritz zum ersten Mal umgesetzt.  

In St. Moritz hat die Erfolgsgeschichte so richtig begonnen?

Genau, in St. Moritz haben wir einen Superplatz bekommen und hatten jeden Tag zwischen 400 und 500 Besucher. Wir haben Käse und Speck von heimischen Produzenten gesponsert bekommen. Und dann war dort jeden Tag der Teufel los. Am dritten Tag hat eine Engadiner Zeitung getitelt: „Statt Engadin wirbt Tirol“. Die St. Moritzer selbst haben nämlich in der Nähe von unserem Zelt einen kleinen Stand gehabt und dort „Küppli“, also ein Glas Champagner, um neun Franken verkauft und sonst keine Werbung gemacht. Wir sind dann an dem Tag durch die Gegend gerannt und haben alle Zeitungen gekauft, die wir gefunden haben und sie im TirolBerg aufgelegt.

„Ich bin mir sicher, dass der TirolBerg in St. Moritz wieder eine hervorragende Plattform für das Land sein wird.“ Adi Werner 

Wie ist es dann weitergegangen?

Das war also ein großer Erfolg, weshalb wir 2005 nach Bormio gefahren sind. Da war das Ambiente ein anderes wie in St. Moritz, außerdem wurde gerade das Rauchverbot eingeführt. Nach Bormio kam dann Aare in Schweden und dort war es super. Dann kam Val d’Isère und das war auch besonders spitze! Als nächstes haben wir unseren TirolBerg in Garmisch aufgestellt, was ein Höhepunkt war. In Garmisch haben auch quasi alle großen Tiroler Tourismusverbände mitgearbeitet, weil es so nah war. Und das galt dann auch für die Ski-WM in Schladming 2013. Wie bei jeder Erfolgsgeschichte gab es also auch beim TirolBerg ein paar Rückschläge. Prinzipiell ist er aber immer sehr gut angekommen.  

Und jetzt steht wieder St. Moritz auf dem Plan.

Ja, bei der Ski-WM in St. Moritz 2017 ist der TirolBerg wieder präsent. Seit Schladming hat Manfred Furtner vom Golfhotel Wiesensee am Achensee die Gastwirtrolle des TirolBerg über. 2017 wird es erstmals eine Terrasse geben, wo Speis und Trank angeboten wird. Drinnen im TirolBerg wird man die Gäste aber wie gewohnt einladen. Durch die Nähe zu St. Moritz und auch, weil es in Tirol immer mehr Gäste aus der Schweiz gibt, konnten wir auch die großen Tourismusverbände wieder an Bord holen, die sich wiederum dort präsentieren können. Das Projektteam hatte auch mit dem Österreichischen Skiverband Kontakt, um sicherzustellen, dass wieder die Medaillengewinner im TirolBerg begrüßt und gefeiert werden dürfen – was ja für die meisten Gäste immer das größte Highlight ist.

Adi Werner wurde 1936 in Wien geboren und wuchs in Salzburg auf. 1964 übernahm er gemeinsam mit seiner Frau Gerda Ganahl die Leitung des 5-Sterne-Hotels Hospiz in St. Christoph am Arlberg, das mittlerweile sein Sohn Florian Werner führt. Seit 1964 ist er auch Bruderschaftsmeister der karitativen Bruderschaft St. Christoph. Mit dem TirolBerg ist der leidenschaftliche Wirt als Gastgeber von Beginn an verbunden. 2016 wurde Werner die Auszeichnung „Tiroler Tourismus Pionier“ durch das Land Tirol verliehen.

 

Wie wichtig ist der TirolBerg in puncto Werbung für das Land Tirol?

Sehr wichtig und ich bin mir sicher, dass der TirolBerg in St. Moritz wieder eine hervorragende Plattform für das Land sein wird. 

Was bedeutet er Ihnen persönlich?

Ich bin nicht nur ein gelernter, sondern ein begeisterter Wirt und mir gefällt es einfach, wenn viele Gäste kommen. Ich mag es, mit ihnen zu reden und sie zu verwöhnen. St. Moritz ist jetzt mein siebter TirolBerg, bei dem ich persönlich dabei bein.  

Wird der nächste TirolBerg besonders für Sie, auch wenn Sie zum bereits siebten Mal dabei sind?

Bestimmt! Ich wünsche mir auch, dass viele Tiroler und Österreicher kommen und sich anschauen, was dort los ist. 

Ob es nun der TirolBerg, ein Hotel oder ein kleines Café ist – was macht für Sie einen guten Gastgeber aus?

Dass er eine Freude hat, wenn Gäste kommen! Man muss auch immer im Hinterkopf haben, dass der Wirt vom Gast lebt und nicht umgekehrt. Ich – und ich bin seit 52 Jahren Wirt – bin jedem Tag beim Gast. Ich begrüße sie, unterhalte mich mit ihnen und wir trinken ein Glas zusammen – und das tue ich gerne.

Vielen Dank für das Gespräch

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