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Wo Profis profitieren

Prime Park Sessions

Wo Profis profitieren

Der Schweizer Freeskier Elias Ambühl über seine Teilnahme an den Prime Park Sessions am Stubaier Gletscher

Text: Kathrin Fenkiw, Aufmachervideo: Prime Park Sessions

Die Prime Park Sessions bieten Profi-Freeskiern und -Snowboardern im Herbst die Möglichkeit, unter Top-Bedingungen zu trainieren. Dafür ist den internationalen Spitzenathleten kein Weg zu weit – sie reisen unter anderem aus Schweden, Norwegen und den USA an. Auch Profis aus der Schweiz trainieren in Tirol, etwa der Freeskier Elias Ambühl. 

Kurz vor neun Uhr in der Früh am Stubaier Gletscher: Es herrscht noch angenehme Morgenruhe und die ersten Sonnenstrahlen treffen auf die frisch präparierten Pisten. Ganz oben, beim Ausstieg der Schaufeljochbahn, trudeln allerdings schon die ersten Gäste ein. Sie begrüßen sich freundschaftlich – hier ein Handschlag, dort eine kleine Umarmung. Man könnte fast meinen, hier treffen sich ein paar Freunde zum entspannten Skitag. Aber spätestens bei ihrer ersten Abfahrt wird klar: Das sind keine Hobbysportler, sondern absolute Profis. 

Die riesigen Kicker, über die sie springen, sind nämlich Teil der Prime Park Sessions, eines exklusiven Trainingscamps für die Elite der Snowboard- und Freeski-Szene. Um daran teilzunehmen, kommen viele Fahrer jedes Jahr aufs Neue nach Tirol – wie zum Beispiel Elias Ambühl. Der 25-Jährige, der unter anderem bereits vier X-Games-Medaillen zu seinen Errungenschaften zählt, war auch heuer mit dem Schweizer Nationalteam für ganze drei Wochen am Stubaier Gletscher, um an seinen Sprüngen zu arbeiten. Mit Erfolg: Beim Weltcup im Big Air in Mailand Mitte November konnte er sich bereits den ersten Platz sichern. 

Elias Ambühl bei den Prime Park Sessions am Stubaier Gletscher © Swiss-Ski

  © Pally Learmond

Ein Camp – viele Vorteile

Elias ist aus mehreren Gründen jedes Jahr bei den Prime Park Sessions mit dabei: „Vor allem die schnellen Abläufe machen das Training hier am Stubaier Gletscher sehr effektiv. Durch den eigenen Lift, der nur für uns reserviert ist, haben wir keine Wartezeiten und können in kurzer Zeit relativ viele Sprünge machen. Das ist ein Riesenvorteil.“ Insgesamt kommen die Teilnehmer hier täglich auf ca. drei bis dreieinhalb Stunden intensives Training. Gestartet wird meistens schon zwischen acht und neun Uhr morgens im Tal und nach ein paar Dehnübungen und Aufwärmsprüngen wird bis ca. 13.30 Uhr trainiert. Zeit für Pausen nimmt man sich dabei nur ungern, stattdessen stärken sich die Athleten zwischendurch bei einem für sie bereitgestellten Buffet mit warmen Getränken und verschiedenen Snacks. 

Stärkung während des Trainings © Pally Learmond

„Die Verpflegung oben am Berg ist Gold wert. Wenn man im Flow ist, will man ihn nur ungern durch lange Pausen unterbrechen, die wertvolle Zeit und Konzentration rauben“, so Elias. Aber auch die Qualität des Parks lockt ihn immer wieder ins Stubaital. Jene Shaper, die unter anderem auch den Olympia-Kurs für Pyeongchang bauen, errichten hier anlässlich des Profi-Camps alljährlich die sogenannte Prime Line, die nur für offizielle Teilnehmer zugänglich ist. Die Kicker dieser Line sind um einiges höher als die des regulären Parks und ermöglichen Trainingsbedingungen auf Wettkampfniveau. Nach den Sprüngen ist der Trainingstag für die meisten Fahrer aber noch nicht zu Ende. „Während einer so intensiven Session merkt man deutlich, dass die Konzentration irgendwann nachlässt und man erschöpft wird. Dann weiterzuspringen, wäre einfach zu gefährlich“, erklärt Elias. Stattdessen geht es runter ins Tal zum Regenerationstraining, um die Muskeln zu stärken, zu dehnen und zu lockern. 

Das gesamte Training bei den Prime Park Sessions findet immer gemeinsam mit Mitgliedern unterschiedlicher Nationalteams statt. Trotz der bevorstehenden Wettkämpfe ist von Konkurrenzkampf aber wenig zu spüren: „Gemeinsam mit Konkurrenten zu trainieren ist meiner Meinung nach eher ein Vorteil als ein Nachteil. Man sieht jeden Tag, woran die anderen arbeiten und welche Sprünge sie machen. Das motiviert einen selbst, noch mehr Gas zu geben. Außerdem läuft hier alles sehr kollegial ab, man gibt sich sogar Tipps“, erzählt Elias. 

© Prime Park Sessions

Der Stubaier Gletscher als Vorreiter

Die Prime Park Sessions wurden im Jahr 2013 ins Leben gerufen. Seither wurde das Konzept eines exklusiven Trainingscamps für die weltbesten Freeskier und Snowboarder auch von anderen Skigebieten übernommen und über die Jahre hinweg sind ähnliche Angebote entstanden. „Die Prime Park Sessions waren das erste Camp dieser Art und definitiv ein Vorreiter auf dem Gebiet. Ich habe auch schon an ähnlichen Angeboten teilgenommen, aber man merkt eindeutig: Die Prime Park Sessions sind anders. Die Leidenschaft, die das Team hier an den Tag legt, ist den anderen Camps auf jeden Fall einen Schritt voraus.“, freut sich Elias. 

Auch seine Camp-Kollegen sind überzeugt, wie zum Beispiel Henrik Harlaut, Freeskier aus Schweden. Er war heuer bereits zum vierten Mal dabei, und das aus gutem Grund: „So früh in der Saison gibt es nirgendwo anders einen so guten Park. Er ist jeden Tag perfekt in shape.“ Lob kommt ebenso aus Norwegen, vom Snowboarder Marcus Kleveland, der die letzten drei Jahre immer teilgenommen hat: „Stubai ist zurzeit der beste Ort, an dem man als Profi-Snowboarder sein kann.“

Der schwedische Freeskier Henrik Harlaut © Fabi Hyden

Saisonauftakt

Elias hat sich für die kommende Saison ein „durchaus realistisches“ Ziel gesetzt: Er will zwei bis drei Podestplätze erringen. Neben intensivem Training versucht er diese unter anderem auch durch Gelassenheit zu erreichen. „Der Druck der Olympia-Qualifikation ist sicherlich groß, aber ich versuche, mich ein bisschen davon zu distanzieren und mich nicht selbst nervös zu machen.“ Drei Wettkämpfe hat er heuer bereits bestritten, unter anderem den Weltcup letztes Wochenende. Weit fahren musste er dafür nicht, denn er wurde direkt am Stubaier Gletscher ausgetragen. Trotz des bekannten Gebiets ging sich für ihn diesmal aber leider kein Podestplatz aus. „Sometimes you win, sometimes you lose“, postet er nach dem Wettkampf auf Facebook. Schließlich sah es Mitte November in Mailand noch ganz anders aus. Dort konnte er sich die Goldmedaille sichern. 

Schritt für Schritt zurück zur Topform

Der Sieg beim Weltcup in Mailand war ein ganz besonderer für den Freeskier. Nicht zuletzt, da er noch kurz zuvor mit einer schweren Knieverletzung zu kämpfen hatte. Nach einem Sturz letzten Winter legte er eine fast fünfmonatige Trainingspause ein – die Aufregung vor dem diesjährigen Saisonauftakt war dementsprechend groß. Um sich allerdings nicht nur gesundheitlich zu regenerieren, sondern auch zu seiner Form vom letzten Jahr zurück zu kommen, haben ihn die Prime Park Sessions maßgeblich unterstützt. „Die Supertrainingstage, die ich vor Mailand in Stubai hatte, haben mir nach meiner langen Pause die Sicherheit wieder zurückgegeben. Das war wirklich ein großer Schritt, den ich durch die Prime Park Sessions machen konnte.“ Aber auch ohne verletzungsbedingte Trainingspause kommt Elias immer wieder gerne zum Trainieren auf den Stubaier Gletscher: „Die Prime Park Sessions sind wirklich top organisiert – vom Lift über die Verpflegung bis zu den perfekten Jumps im Park. Das ist es, was das Gesamtpaket ausmacht.“

Snowboarder Marcus Kleveland beim Training © Fabi Hyden

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