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Radsportmagnet Kufstein    

Gran Fondo Team

Radsportmagnet Kufstein    

Gran Fondo Fahrer Manfred Auer über seine Heimatregion und den Kufsteinerland Radmarathon 

Text: Kathrin Fenkiw, Bild: Franz Oss 

Dass die Region Kufstein bei Radsportlern mehr als beliebt ist, hat der heurige Kufsteinerland Radmarathon erneut mit zahlreichen Teilnehmern bewiesen. Für das Gran Fondo Team sind sechs Mitglieder an den Start gegangen – unter anderem der Kufsteiner Manfred Auer.

Nasser Asphalt, kalte Temperaturen und leuchtend grüne Regenjacken – die Wetterbedingungen beim zweiten Kufsteinerland Radmarathon am 10. September 2017 waren nicht ideal, die Motivation der Teilnehmer dafür umso größer. „Total lässig und aufregend“ – so beschreibt Manfred Auer seinen Tag beim Kufsteinerland Radmarathon. Und das, obwohl ihm die Strecke mehr als bekannt war. Der Gran Fondo Fahrer kommt nämlich aus Kirchbichl und ist in der Region Kufstein aufgewachsen. „Trotz Heimvorteil war der Marathon eine große Herausforderung für mich. Ich kenne den Verlauf und Schlüsselstellen wie Brandenberg und Aschau, aber wenn man im Rennen ganz vorne dabei ist und unter höchster Anstrengung mithalten will, erlebt man die Strecke nochmal ganz anders“, erzählt er. Unter den 24 Teilnehmern in seiner Gruppe hat er es mit einer Zeit von vier Stunden und 23 Minuten auf den elften Platz geschafft. Ein Ergebnis, mit dem nicht nur er selbst vollkommen zufrieden ist, sondern auch das restliche Team.

Gran-Fondo-Team-Fahrer Franz Maurer 

Heimspiel 

Die Platzierung war für Manfred Auer aber nicht das Wichtigste, in erster Linie ging es ihm darum, mit dabei zu sein. Letztes Jahr verfolgte er die Premiere des Marathons als Zuschauer und nahm sich schon damals fest vor, nächstes Mal selbst teilzunehmen. „Warum wegfahren, wenn wir doch hier in Kufstein eine so tolle Veranstaltung und super Bedingungen haben?“, sagte er sich. Bereits seit über 20 Jahren ist er nun schon aktiver Radsportler. Während er anfangs noch mehr mit dem Mountainbike unterwegs war, steht inzwischen sein Rennrad an erster Stelle. Ganze vier bis fünf Mal pro Woche ist er damit in der Region Kufstein unterwegs und genießt dabei vor allem ihre Vielfältigkeit – von flachen, entspannenden Strecken inmitten einzigartiger Natur bis hin zu steilen, gebirgigen Passagen. „Kufstein bietet alle Möglichkeiten, die der Radsport braucht. Hier gibt es für jeden Sportler die perfekte Strecke“, ist er sich sicher. 

Abwechslung pur

Besonders beliebt sind in Kufstein vor allem Radtouren um das massive Kaisergebirge bis hin zum Kitzbüheler Horn oder dem Großglockner. Abseits der Strecken punkten idyllische Seitentäler wie zum Beispiel Thiersee und Sudelfeld sowie malerische Almlandschaften – vor allem rund um Ebbs, Erl und den Niederndorferberg. Genau diese Abwechslung zeichnet auch die Strecke des Kufsteinerland Radmarathons aus: Sie startet in der Innenstadt am oberen Stadtplatz Kufsteins und führt dann mit dem ersten steilen Streckenabschnitt ins Thierseetal. Weiter geht es über Niederbreitenbach und Mariastein zum Reintaler See. 

Daraufhin führt die zweite lange Steigung weiter nach Brandenberg, von wo aus es nach einer letzten Abfahrt eher flach zurück nach Kufstein geht. Mit 120 Kilometern Länge, 1.800 Höhenmetern und Highlights wie der zwei Kilometer langen Steigung des „Leidensberges“- dem Anstieg nach Hinterthiersee – bringt die Strecke auch absolute Profis ins Schwitzen. Trotz Schlechtwetter stellten sich heuer knapp 250 Teilnehmer aus 14 Nationen dieser sportlichen Herausforderung – den ersten Platz konnte Lokalmatador Michael Mayer für sich entscheiden. Für all jene, die sich diese kräftezehrende Marathonstrecke nicht zutrauen, hat Kufstein aber auch eine Route zu bieten: Die sogenannte Panoramarunde erstreckt sich über lediglich 50 Kilometer und ist auch für Gelegenheitsfahrer geeignet.

WM als Chance

Auch Stefan Pühringer, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Kufsteinerland, weiß die sportlichen Vorzüge der Region zu schätzen: „Topografisch gesehen ist das Kufsteinerland ein sehr günstiger Ausgangspunkt für Rennradtouren. Aufgrund der Nähe zu Bayern bietet die Gegend steile Herausforderungen, aber auch flache Strecken im heimischen oder bayrischen Seengebiet.“ Nicht zuletzt deshalb wird Kufstein neben den Regionen Ötztal, Alpbachtal Seenland und Hall-Wattens einer von vier Startorten bei der UCI Straßenrad-Weltmeisterschaft 2018 sein. Die Vorbereitungen für dieses Sport-Großevent laufen in Kufstein bereits auf Hochtouren – gearbeitet wird zum Beispiel an Rennradkampagnen, Side-Events und der nötigen Infrastruktur. Die Weltmeisterschaft stellt für die Region aber nicht nur ein aufregendes Event dar, sondern auch eine große Chance: „Durch die Weltmeisterschaft kann das Kufsteinerland und Tirol ein tolles und sportliches Image in die Welt hinaustragen. Außerdem denke ich, dass sie eine nachhaltige Entwicklung im Rennrad-Tourismus mit sich bringen wird – auch was die Produktentwicklung und Spezialisierung der Betriebe angeht“, meint Stefan Pühringer. 

Viele Teilnehmer trotz Regen

Trotz Schlechtwetter stellten sich heuer knapp 250 Teilnehmer aus 14 Nationen der sportlichen Herausforderung Kufsteinerland Radmarathon.

Gran Fondo mit Stolz

Die Weltmeisterschaft 2018 in Innsbruck/Tirol war auch ein Hauptgrund für Manfred Auer, Gran Fondo Mitglied zu werden. „Ich bin stolz darauf, im Team mit dabei zu sein und den Startort Kufstein zu repräsentieren. Außerdem ist es ein tolles Gefühl, das Gran Fondo Trikot zu tragen und damit die WM-Botschaft in der Radwelt zu verbreiten.“ Andererseits freut er sich aber auch über die Möglichkeit, durch das Team und die gemeinsamen Rennen neue Leute kennenzulernen und sich miteinander auszutauschen. 

Die Leidenschaft zum Radsport teilt Manfred Auer aber nicht nur mit seinen Kollegen und Kolleginnen aus dem Gran Fondo Team, sondern auch mit seinem 18-jährigen Sohn Christoph. „Wir trainieren oft zusammen und nehmen auch gemeinsam an Marathons teil. Dabei matchen wir uns natürlich auch immer ein bisschen.“ Heuer hat das Vater-Sohn-Gespann bereits zwei Rennen gemeinsam bestritten: den Rad-Marathon Tannheimer Tal und den Arlberg Giro.

Klare Vision

Vielleicht werden die beiden nächstes Jahr auch beim dritten Kufsteinerland Radmarathon gemeinsam zu sehen sein, eine Fortsetzung wird es laut Stefan Pühringer nämlich bestimmt geben: „Unser Kufsteinerland Radmarathon soll sich in den nächsten Jahren zu einem bekannten Rennrad-Festival für Einheimische und Gäste entwickeln, das unser Image als Radregion stärkt und prägt.“ Manfred Auer wird auf jeden Fall wieder mit dabei sein – ob mit Regen oder ohne. 

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