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Beim Ötztaler ist jeder Sieger

Gran Fondo Team

Beim Ötztaler ist jeder Sieger

Gran-Fondo-Fahrer Franz Maurer stellte sich erstmals der Herausforderung Ötztaler Radmarathon.

Text: Rebecca Müller, Aufmacherbild: Ötztal Tourismus

Franz Maurer, leidenschaftlicher Hobbysportler und Teil des Gran Fondo Teams Tirol, hat sich heuer zum ersten Mal der Herausforderung Ötztaler Radmarathon gestellt. Ein Muss für jeden fanatischen Radfahrer, findet er. Auch am Tag nach dem Rennen.

Bei der 37. Auflage des Ötztaler Radmarathons, der am 27. August 2017 veranstaltet wurde, gingen 4.331 Teilnehmer an den Start – ein Rekord. Einer davon war Franz Maurer. Franz Maurer ist 26 Jahre alt, stammt aus Innsbruck und ist Berufsfeuerwehrmann. Außerdem packt er beim elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb mit an, und dass er in seiner Freizeit oft sportlich unterwegs ist, ist für ihn nur natürlich. Er spielt zum Beispiel gerne Fußball und Volleyball – vor allem aber reizt ihn das Radfahren. Wiederum eine quasi logische Konsequenz für den jungen Innsbrucker: „Links und rechts die Berge – als junger, sportlicher Mensch gehört das Radfahren bei uns in Tirol ja fast dazu.“ Auch durch Freunde ist er aufs Rad gekommen, sozusagen positiver Gruppenzwang. „Am Anfang war ich mehr mit dem Mountainbike unterwegs, seit eineinhalb Jahren aber mehr mit dem Rennrad“, erzählt er. 

© GFT 

Radeln, radeln, radeln

Radfahren ist für Franz Maurer ein schöner Ausdauersport. Besonders gefällt ihm die Naturverbundenheit, die der Sport mit sich bringt, und dass man viele Gleichgesinnte trifft. Wenn er zum Beispiel in den Bergen um Innsbruck unterwegs ist, genießt er auch den speziellen Ausblick: „Oben am Berg ist man von Ruhe umgeben und unten hat man das Chaos im Blick.“ Teil des Gran Fondo Teams ist er geworden, weil er, wie er betont, voll hinter Innsbruck als Austragungsort von Rad-Großveranstaltungen steht. „Ich glaube, dass diese Events Innsbruck als Tourismusstadt einfach guttun und es auch wichtig ist, dafür – und für den Sport – Werbung zu machen.“

„Der Moment, wenn man in Sölden einfährt und die Leute jubeln, der ist schon besonders und lässt dich erst einmal alle Strapazen vergessen.“ Franz Maurer

Beim legendären Ötztaler Radmarathon wollte Franz Maurer schon letztes Jahr dabei sein, konnte dann aber aufgrund einer Verletzung in der Schulter nicht teilnehmen. Heuer hat es dann mit dem Startplatz geklappt. Seit Oktober 2016 hat sich der Hobbysportler auf die Teilnahme vorbereitet und dafür hauptsächlich eines getan: „Ich habe sehr viel Zeit am Rad verbracht.“ Auf 227,4 Kilometer und 5.500 Höhenmeter gilt es schließlich, sich entsprechend vorzubereiten.

Im zweiten Anlauf

Für den Marathon selbst hatte sich Maurer vorgenommen, unter neun Stunden zu bleiben, bzw. wollte er eigentlich achteinhalb Stunden schaffen. Letzteres ist ihm aufgrund eines Sturzes am Jaufenpass leider nicht gelungen – mit acht Stunden 46 Minuten ist er aber trotzdem deutlich unter den neun Stunden geblieben. „Und das oberste Ziel war ohnehin, gesund ins Ziel zu kommen“, betont Franz Maurer. 

Dabei ist sein Sturz nicht ganz ohne Folgen geblieben. „Das Bein habe ich mir aufgeschürft und mein Knie ist geschwollen“, erzählt er. Bei seinem Fahrrad wurden Felge und Reifen beschädigt, der Servicewagen wurde gebraucht. „Der ist dann auch bald gekommen. Das ganze Rennen war top organisiert – dafür ein großes Dankeschön an alle Beteiligten.“ Beim Rennen selbst hat der Hobbysportler die Schmerzen noch gar nicht wirklich wahrgenommen, die haben sich tags darauf gemeldet: „Heute tun Bein und Knie schon mehr weh, überhaupt zwickt es hier und da und irgendwie geht alles ein bisschen langsamer.“ Insgesamt geht es Franz Maurer am Tag nach dem großen Rennen aber gut – vor allem fühlt er sich so richtig gut. 

© Ötztal Tourismus (2), GFT (oben rechts)

Gran-Fondo-Team-Fahrer Franz Maurer 

Einmal dabei sein

Am Ötztaler Radmarathon teilnehmen wollte Franz Maurer wegen der Herausforderung: „Das Rennen gilt als härtestes Rennen in der Amateurklasse, dann ist es noch dazu bei uns vor der Haustüre, dieser Herausforderung wollte ich mich einfach einmal stellen.“ Und weil der Ötztaler Radmarathon eine derart große Herausforderung ist, empfindet Franz Maurer auch jeden der Teilnehmer als Gewinner: „Dabei ist es egal, ob man nach sieben oder 14 Stunden ins Ziel kommt. Dieses Rennen zu schaffen, ist eine große Leistung.“ Zwischendrin, so Franz Maurer, könne man sogar die unglaubliche Kulisse genießen, und was ihm besonders gut in Erinnerung bleiben werde, seien die Zuschauer: „Es waren viele Leute da, auch entlang der Strecke, und alle haben gejubelt, was einen schon sehr motiviert.“

Franz Maurer bleibt dabei: Als fanatischer Radfahrer muss man einfach einmal dabei gewesen sein. Und ein zweites Mal? Während des Rennens hätte er diese Frage wohl mit „Nein!“ beantwortet, sagt Maurer. Einen Tag später meint er aber dazu: „Der Moment, wenn man in Sölden einfährt und die vielen Leute sieht, der ist schon besonders und lässt dich erst einmal alle Strapazen vergessen“, schwärmt er. Und dann klingt es schon so, als wäre ein neuerlicher Start alles andere als ausgeschlossen: „Ich weiß noch nicht, vielleicht muss ich mir den Ötztaler doch noch einmal antun.“

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