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Zwei Räder, sieben Varianten

Kleines Mountainbike-Einmaleins

Zwei Räder, sieben Varianten

Die unterschiedlichen Facetten des Mountainbike-Sports

Text: Daniel Feichtner, Titelbild: Fritz Beck

Der Mountainbike-Sport entwickelt sich rasant. Inzwischen werden Wettkämpfe in dutzenden Disziplinen ausgetragen. Die häufigsten davon und die, auf die es auch bei Crankworx ankommt, im Überblick.

Mit dem Tirol-Debüt von Crankworx rückt der Mountainbike-Sport weiter ins Rampenlicht und damit auch die Vielfalt, die die Sportart bietet.

Bei Crankworx Innsbruck werden u. a. Bewerbe in den vier Disziplinen Slopestyle, Pump-Track, Dual Speed & Style und Downhill ausgetragen, bei Crankworx in Rotorua und Whistler außerdem auch Enduro-Rennen.

Downhill zählt zudem neben Four-Cross und drei Varianten des Cross Country zu den offiziellen Disziplinen des internationalen Radsport-Verbands UCI.

UCI-Disziplin Cross Country: Ausdauer zählt

Cross-Country-Bewerbe finden in drei Varianten statt: Cross-Country-Marathon, Cross-Country-Eliminator und seit 1996 auch Cross Country Olympic – der einzigen olympischen Form im Mountainbike-Sport. In der Letzteren ist die Tirolerin Elisabeth Osl unterwegs. Worauf es in ihrer Disziplin ankommt, fasst sie so zusammen:

„Wir gehen alle gemeinsam an den Start – zum Teil 80 bis 150 Mountainbiker. Es gilt auf einem vier bis sechs Kilometer langen Rundkurs mit Steigungen und Gefällen als Schnellste oder Schnellster eine bestimmte Rundenzahl zu bewältigen. Die Rundenzahl variiert von Kurs zu Kurs und ist so ausgelegt, dass das Rennen ungefähr 90 Minuten dauert. Pro Runde müssen wir rund 200 bis 250 Höhenmeter überwinden. Das verlangt enorme Kondition, aber auch viel Technik und man muss immer sauber fahren – auch wenn man erschöpft ist. Deswegen muss jeder beim Rad eine individuelle Balance zwischen geringem Gewicht für Steigungen und Federung für Gefälle finden.“

UCI- und Crankworx-Disziplin Downhill: Rasant bergab

André Vögele, Tiroler Downhiller und offizieller Mountainbike- und Gravity-Botschafter der Stadt Innsbruck, bringt das Wichtigste seiner Disziplin auf den Punkt:

„Ein Downhill-Durchgang dauert drei bis fünf Minuten. Jeder startet allein und muss die steile Strecke so schnell wie möglich überwinden. Vor jedem Bewerb gibt es zwei Tage, um den Kurs kennenzulernen. Im Rennen hat man aber nur einen Lauf, in den man alles packen muss, was man zu bieten hat. Dabei einen Fehler auszubessern, ist nahezu unmöglich. Deswegen kommt es auf perfekte Vorbereitung an. Man muss körperlich und mental topfit sein. Und das geht nur, wenn man das ganze Jahr trainiert. Dasselbe gilt auch für das Rad: Wir verwenden spezielle Downhill-Fullys, die perfekt eingestellt sein müssen. Und dazu kommen Vollvisierhelme und Arm-, Bein und Oberkörperprotektoren.“ 

UCI-Disziplin: 4X

Beim Four-Cross, das häufig als 4X abgekürzt wird, treten jeweils vier Rider gegeneinander an. Auf der zwischen 150 und 600 Meter langen Strecke müssen sie Wellen, Sprünge, Buckel und Anliegerkurven überwinden, um so schnell wie möglich ins Ziel zu kommen. Die ersten beiden kommen in die nächste Runde. Gestartet wird auf einer Rampe hinter einem Startgatter. Deswegen und wegen der relativ kurzen Distanz ist in dieser Disziplin der Start oft schon entscheidend und wird entsprechend hart trainiert. Um schnell genug beschleunigen zu können, wird außerdem sehr auf das Gewicht der Räder geachtet. Zudem tragen die Wettkämpfer Vollvisier-Helme und Protektoren.

Crankworx-Disziplin Slopestyle: Trickreich

Eigentlich aus dem Ski- und Snowboard-Sport kommend ist Slopestyle auch bei Mountainbikern eine immer beliebtere Disziplin. Gleich wie in den Wintersportarten gilt es auch am Rad, einen Hindernisparcours zu bewältigen, der aus Rampen und Sprüngen besteht. Dabei kommt es aber nicht auf die Zeit an. Stattdessen müssen die Rider Können und Kreativität beweisen. Denn die Strecke ist so gestaltet, dass sie verschiedenste Tricks vollführen können, für die sie Wertungen von Preisrichtern erhalten. Fixer Bestandteil der Schutzausrüstung ist der Helm. Auf zu viele Protektoren verzichten die meisten Teilnehmer aber zugunsten ihrer Bewegungsfreiheit. Slopestyle-Räder sind möglichst leicht und ungefedert. Slopestyle zählt zu den Freestyle-Sportarten bei Crankworx.

Crankworx-Disziplin Pump Track: Voller Körpereinsatz

Ausnahmsweise bewusst nicht in die Pedale getreten wird beim Pump Track. Stattdessen beschleunigen die Rider auf einem künstlich angelegten Rundkurs über Erdhügel und durch Steilkurven, indem sie mit „pumpenden“ Auf- und Abwärtsbewegungen des Körpers Schwung holen. Speziell bei Crankworx werden Pump-Track-Rennen in einem Duellmodus ausgetragen: Jeweils zwei Teilnehmer „pumpen“ parallel auf der Strecke und versuchen die bessere Zeit zu liefern. Gewinner ist auch hier, wer zuerst die Ziellinie erreicht. Beim Pump-Track kommen vor allem kleine und natürlich ungefederte Bikes zum Einsatz. Hier kommt es vor allem auf geringes Gewicht und Körperbeherrschung an.

Crankworx-Diziplin Dual Speed & Style: Die richtige Balance

In der Regel geht es bei Mountainbike-Bewerben entweder darum, am schnellsten zu sein oder die beeindruckendsten Tricks zu demonstrieren. In der Crankworx-Disziplin Dual Speed & Style kann beides zum Sieg verhelfen – wenn man die richtige Balance findet. Bei dem Wettkampf treten jeweils zwei Rider parallel gegeneinander an. Auf einer aus Rampen, Wellen, Sprüngen und Slaloms bestehenden Strecke gilt es, als Erster das Ziel zu erreichen. Zugleich bietet der Kurs aber auch die Möglichkeit, allerlei Tricks zu vollführen, für die eine Jury Punkte vergibt. Die daraus entstehende Gesamtwertung entscheidet, wer schlussendlich gewinnt. So muss jeder Rider seine Stärken richtig ausspielen, ohne die andere Seite zu vernachlässigen.
Crankworx

Enduro: Back to the Roots

Bei Enduro-Rennen wird gewissermaßen die Urform des Mountainbikens zur Wettkampfdisziplin: Auf einem Rundkurs von circa 40 bis 50 Kilometern muss Gelände aller Art überwunden werden – vom Erklimmen von Berghängen über relativ ebene Abschnitte bis hin zu steilen Abwärtspassagen. Die Wettkämpfe dauern in der Regel zwischen drei und vier Stunden. Die Strecke ist dabei in Abschnitte unterteilt, bei denen jeweils die Zeit genommen wird. Wer die meisten Bestzeiten sammelt, trägt den Sieg davon. Die Enduro-Bikes müssen die richtige Balance zwischen Gewicht und guter Federung bieten, sodass sowohl Steilstücke schnell bewältigt, als auch Downhill-Passagen gemeistert werden können. Helm und Protektoren gehören zur Standard-Ausrüstung.

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