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Zielgenau auf den Punkt 

Biathlon WM 2017

Zielgenau auf den Punkt 

Lisa Hauser und Dominik Landertinger im Interview

"Ich werde den 'Heimschläfer'-Vorteil nutzen." Lisa Hauser

Text: Eva-Maria Hotter, Titelbild: OK Hochfilzen / C. Einecke 

Bei der Biathlon-Weltmeisterschaft in Hochfilzen sind auch Lisa Hauser und Dominik Landertinger am Start. Im Interview sprechen die beiden über Druck, Vorbereitung und die Besonderheiten einer WM im eigenen Land.

Was bedeutet Ihnen eine WM vor der Haustür im neu umgebauten Biathlon-Stadion?

Lisa Hauser: Eine Heim-WM in einer Sportlerkarriere ist etwas ganz Besonderes. Ich werde den „Heimschläfer“-Vorteil nutzen und immer nach Reith nach Hause fahren, um mich perfekt regenerieren zu können.

Dominik Landertinger: Für mich war die Heim-WM ein großes Ziel und ist fast gleichzusetzen mit Olympischen Spielen. Olympia findet alle vier Jahre  statt und die Weltmeisterschaft zuhause werde ich in meiner Karriere nur einmal erleben – außer ich laufe bis 50 Jahre (schmunzelt). 

Dominik Landertinger © Gerald Sonnberger

Lisa Hauser © OK Hochfilzen / C. Einecke 

Was sind dabei die Herausforderungen? 

Landertinger: Die größte Herausforderung ist sicher genau zur WM in Topform zu sein. Und natürlich diese am Tag X auch abrufen zu können.
 
Hauser: Ich glaube auch, dass man den ganzen Trubel rundherum nicht vergessen kann, deswegen sollte man ihn genießen.

Dominik Landertinger

"Für mich war die Heim-WM ein großes Ziel und ist fast gleichzusetzen mit Olympischen Spielen. Olympia findet alle vier Jahre  statt und die WM zuhause werde ich in meiner Karriere nur einmal erleben – außer ich laufe bis 50 Jahre." 

© Gerald Sonnberger

Fühlen Sie sich besonders unter Druck?

Landertinger: Druck macht mir nichts aus. Aus sportlicher Sicht ist es im Grunde egal, ob man in Oslo oder in Hochfilzen läuft. Wichtig ist aber, bei dem ganzen medialen Trubel auch abschalten zu können, damit man seinen Fokus und die Konzentration nicht verliert.

Hauser: Nein, zumindest jetzt noch nicht. Aber es wird von mir etwas erwartet werden, ich selber mach mir aber noch keinen Druck. 

Wie schaffen Sie es, die Form punktgenau abzurufen? 

Hauser: Das ist die Kunst in jeder Sportart. Man bereitet sich mit dem Training darauf vor, aber auch mentale Stärke ist sehr, sehr wichtig. In den letzten Jahren durfte ich es oft erleben, dass ich meine Bestleistung bei Großereignissen abrufen konnte.

Landertinger: Mit einem super Trainingsplan und -steuerung – und natürlich einem Quäntchen Glück, das dazugehört, um nicht krank zu werden und fit zu sein. 

"Das große Ziel ist natürlich, eine Medaille zu machen." Lisa Hauser  

Wie sahen Vorbereitung und Training in den letzten Monaten aus?

Landertinger: Trainingsstart war am ersten Mai und sehr viel Grundlagen-, Ausdauer- und Krafttraining, um ein Fundament für die Leistung zu legen. 

Hauser: Die vergangenen Monate waren super für mich, weil ich mich während der Vorbereitung im Sommer so gut gefühlt habe wie nie zuvor.

Wann haben Sie zum ersten Mal daran gedacht, wie es wäre, in Hochfilzen zu starten?

Hauser:
Ich bin schon damals 2012 bei der Vergabe der WM in Meran dabei gewesen, dennoch war das damals für mich alles weit weg. Es war mein zweiter Biathlonsommer und ich konnte damals noch nicht damit rechnen, dass meine Leistungskurve stetig nach oben zeigt. In den letzten zwei Jahren war ich den ganzen Winter im Weltcup unterwegs. Ab diesem Zeitpunkt habe ich oft an die Heim-WM gedacht und wie toll es wäre, dort starten zu können. 

Lisa Hauser

"Ganz lange Anstiege haben wir in Hochfilzen nicht, dafür aber viele. Mir persönlich gefällt die Strecke, da ein schwieriger Schießstandzulauf ist. Und darin sehe ich für mich als gute Schützin einen Vorteil." 

© Mara Leitinger

Wie unterscheidet sich Hochfilzen von anderen Wettkampforten in puncto Strecke und Schießanlage? 

Landertinger:
Die Strecke ist sehr selektiv, aber ziemlich schwer, und man muss viel arbeiten, denn man hat nur kurze Abfahrten. Der Schießstand ist teilweise tückisch, man muss besonders auf den Wind und den Zulauf achten. Was das Stadion anderen sicher voraus hat, ist die Infrastruktur. So kurze Wege wie hier vom Wachsraum bis zum Stadion oder Start gibt es sonst nirgends. Zudem haben wir durch den Um- und Ausbau des Stadions die besten Trainingsmöglichkeiten überhaupt mit beispielsweise einem super Laufband, auf dem sogar Höhensimulationen möglich sind.

Hauser: Ganz lange Anstiege haben wir in Hochfilzen nicht, dafür aber viele. Mir persönlich gefällt die Strecke, da ein schwieriger Schießstandzulauf ist. Und darin sehe ich für mich als gute Schützin einen Vorteil.

Liegt Hochfilzen manchen Athleten mehr als anderen? Falls ja, was ist der Grund dafür? 

Hauser:
Nicht nur Hochfilzen verbinden manche Sportler mit guten oder schlechten Gefühlen. Aber die Besten der Besten können auf jeder Strecke perfekte Performance zeigen.

"Die Strecke ist sehr selektiv, aber ziemlich schwer, und man muss viel arbeiten, denn man hat nur kurze Abfahrten. Der Schießstand ist teilweise tückisch, man muss besonders auf den Wind und den Zulauf achten. Was das Stadion anderen sicher voraus hat, ist die Infrastruktur. So kurze Wege wie hier vom Wachsraum bis zum Stadion oder Start gibt es sonst nirgends. Zudem haben wir durch den Um- und Ausbau des Stadions die besten Trainingsmöglichkeiten überhaupt mit beispielsweise einem super Laufband, auf dem sogar Höhensimulationen möglich sind." Dominik Landertinger zum Biathlonstadion Hochfilzen

© Manfred Jarisch

Was nehmen Sie sich für Hochfilzen vor? 

Hauser: Ich hoffe, dass ich an meine Leistungen vom letzten Jahr anschließen kann. Dann ist an einem perfekten Tag vieles möglich.

Landertinger: Das große Ziel ist natürlich, eine Medaille zu machen.  

Gibt es etwas, auf das Sie sich besonders freuen?

Landertinger: Einfach auf die gesamte Weltmeisterschaft, insbesondere auf die Staffel. Das wird sicher ein ganz besonderes Highlight.

Hauser: Ich freue mich, dass viele Freunde, Bekannte und Verwandte am Streckenrand oder auf der Tribüne stehen und mich anfeuern werden.

 Vielen Dank für das Gespräch und viel Glück in Hochfilzen!

An Biathlon fasziniert mich ...

L. Hauser: die Herausforderung, sich voll auszupowern und trotzdem noch treffen zu können.
D. Landertinger: die Kombination aus Langlaufen und Schießen 

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Landertinger: die Kombination aus Langlaufen und Schießen 
Hauser: die Herausforderung, sich voll auszupowern und trotzdem noch treffen zu können

Hobbys ...

Landertinger: Fischen und Essen 
Hauser: Lesen, Freunde treffen, Kino

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Hauser: bei einem Kartenspiel mit meinen Großeltern

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