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Rodel-Gold für David Gleirscher

Rodel-Gold für David Gleirscher

„Das ist der helle Wahnsinn“

Nach der Abfahrt der Herren musste auch die Qualifikation im Snowboard-Slopestyle der Damen in Bokwang wetterbedingt abgesagt werden.

Zweiter Wettkampftag, erstes Gold für Österreich. Und das auch noch für den Tiroler David Gleirscher im Rodel-Einsitzerbewerb. Der 23-jährige raste nach einer Hochschaubahn der Gefühle ausgerechnet im vierten und letzten Lauf vom dritten auf den ersten Platz, wurde sensationell Olympiasieger. Nach dem ersten Lauf hatte der Stubaier mit neuem Streckenrekord geführt, war nach dem ersten Tag auf Platz zwei gelegen, ehe er im dritten Run hinter Loch und Mazdzer auf Platz drei rangierte. Im Finale setzte er sich dann mit einer fehlerfreien Fahrt an die Spitze.

Sowohl US-Box Chris Mazdzer als auch der nach drei Läufen führende deutsche Doppelolympiasieger Felix Loch patzten in der dramatischen Entscheidung. Goldfavorit Loch, der auf dem unteren Streckenabschnitt fast eine halbe Sekunde liegen ließ, musste sich schließlich gar mit Platz fünf zufrieden geben. Gleirscher sorgte Im Herren-Einsitzer völlig überraschend für die erste olympische Goldmedaille für Österreich seit 50 Jahren.

Manfred Schmid hatte sich 1968 in Grenoble zum bis dato letzten österreichischen Rodel-Olympiasieger im Einzelbewerb gekürt. Und jetzt eben Gleirscher, der mit seinem Gold auch für die erste österreichische Medaille bei den Spielen 2018 in Pyeongchang sorgte. Er verwies Chris Mazdzer und den Deutschen Johannes Ludwig auf die Plätze.

Steckbrief von David Gleirscher

Geboren: 23. Juli 1994 in Hall in Tirol
Wohnort: Neustift/Tirol
Größe: 1,83 m
Familienstand: ledig, Sohn Leon
Verein: RV Swarovski Halltal
Hobbys: Fußball, Reisen

Größte Erfolge:

Olympia: Gold 2018 Pyeongchang

WM: Siebenter Einzel und Neunter Sprint 2016 Königssee

Weltcup: Vierter 2017/18 Winterberg,

Fünfter 2015/16 Einsitzer und Sprint Calgary,

Sechster 2015/16 Sigulda und 2017/18 Lillehammer

U23-WM: Silber 2015/16 Königssee

Junioren-WM: Team-Gold 2014

(c) GEPA

„Ich bin sprachlos. Was gerade passiert ist, ist ein Wahnsinn“, jubelte Gleirscher nach seinem Goldcoup im ersten Interview. „Der Lauf war sicher auch wieder recht gut, mit dem habe ich aber nicht gerechnet. Es war heute mehr Vorfreude da und bin mit dem Druck recht locker umgegangen. Ich habe mich einfach nur auf mich konzentriert.“ Über den unerwarteten Umfaller von Loch im Entscheidungslauf sagte Gleirscher: „Ich habe nicht gedacht, dass Felix so ein Fehler passiert. Für ihn tut es mir natürlich leid, ich bin aber natürlich glücklich.“

Sportdirektor Markus Prock rang im Zielbereich ebenfalls nach Worten. „Wir haben gewusst, dass unsere Herren auf das Podest fahren können. Einer hat es geschafft und das ist gleich Gold“, so die österreichische Rodellegende in einer ersten Reaktion. „Natürlich muss man auch Glück haben, er hat aber auch Nervenstärke bewiesen. Die Kurve neun ist sehr tückisch, auch der David hat dort im letzten Lauf gewackelt. Unser Ziel waren zwei Medaillen, jetzt haben wir schon eine in Gold.“ 

Doppelweltmeister Wolfgang Kindl wurde nach einem total verpatzten ersten Lauf am Ende nur Neunter, Reinhard Egger landete auf dem 15. Platz.

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