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0,7 Sekunden fehlten zur Bronzemedaille

0,7 Sekunden fehlten zur Bronzemedaille

So gnadenlos kann Olympia sein - für Österreichs Biathleten hätte der Auftaktbewerb bei den Spielen in Pyeongchang nicht bitterer enden können.

Julian Eberhard, lange Zeit auf Medaillenkurs, musste sich im Sprint über zehn Kilometer mit undankbaren vierten Rang zufrieden geben. Auf Bronze fehlten dem 31-jährigen Salzburger, der die Olympiageneralprobe im letzten Jahr gewonnen hatte, lediglich 0,7 Sekunden.

Der Sieg ging an den fehlerfreien Arnd Peiffer, der damit nach dem Triumph von Laura Dahlmeier, bereits die zweite Goldmedaille für das deutsche Biathlon-Team holte. Mit dem Tschechen Michal Krcmar (+ 4,4/0 Fehler) und dem Italiener Dominik Windisch (7,7/1) landeten zwei Überraschungsleute auf dem Podest. Die großen Favoriten Martin Fourcade und Johannes Thingnes Bö beförderten sich mit drei bzw. vier Strafrunden aus dem Medaillenrennen.

Aus ÖSV-Sicht war Eberhard der tragische Held in einem spannenden Sprint. „Ich bin ganz klar mit dem Ziel gestartet, den Sieg zu holen. Ich habe meine Leistung gebracht, und es ist sich denkbar knapp nicht ausgegangen. Jetzt fehlen mir nur acht Sekunden, das ist natürlich bitter. Vor allem, wenn man sieht, das ich vor der Abfahrt, 500 Meter vor dem Ziel, noch klar Zweiter war“, haderte Eberhard  über seinen unerklärlichen Zeitverlust in der Schlussphase.Beim Liegendschießen lieferte der Salzburger eine fehlerlose Serie ab, danach erlitt er aber einen Stockbruch. „Ich haben den Stock zwischen die Beine bekommen und ihm mir selbst abgetreten. Das kann bei einem Windrennen passieren, wir haben ganz schnell reagiert“, sagte Eberhard, der zweihundert, dreihundert Meter nur mit einem Stock laufen musste und dabei wohl die Zeit verlor, die ihm am Ende fehlte. „Das sind die Einzelzeiten, die sich für Gold ausgehen müssen.“

Im Liegendanschlag ging dann der vorletzte Schuss daneben. Ins Ziel kam Eberhard, der mit Nummer fünf gestartet war, trotzdem mit der Bestzeit. Danach begann das große Zittern. Zunächst wurde Eberhard von Pfeiffer, der Sprint-Weltmeister von 2011, und Krcmar überholt, der Österreicher rutschte auf den Schleudersitz. Windisch ließ dann endgültig den Traum von der Medaille platzen.

Die restlichen Österreicher? Dominik Landertinger, der in Sotschi Silber im Sprint geholt hatte, landete mit einer Strafrunde auf Rang 25 (57,4). Simon Eder verfehlte im Liegendschießen gleich die ersten zwei Scheiben und wurde schließlich 28. (1:03,7). Tobias Eberhard belegte nach fünf Fehlern bei einem Teilnehmerfeld von 87 Läufern den 77. Rang (2:45,5).

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