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  Rad-Spektakel an Thomas

Tour of the Alps

Rad-Spektakel an Thomas

Etappe 5

Viel Lob nach der Premiere

Die Premiere der Tour of the Alps ist Geschichte. Und lieferte Stoff für viele Geschichten. Bei Traumwetter boten die Profis auf der fünften und letzten Etappe ein spektakuläres Rennen. Nach dem Highlight, dem Sturm auf den Monte Bondone, kam es mitten in Trient zum Sprint der Top-Favoriten: Thibaut Pinot gewann, konnte den Waliser Geraint Thomas aber nicht mehr vom Thron stoßen.

Wie auch immer - die Tour of the Alps (2.HC) blieb spannend bis zum Schluss: Die erste Auflage der neuen Euregio-Rundfahrt in den fünf harten Etappen Radsport vom Feinsten mit einem Podium, das die internationale Bedeutung der Rundfahrt noch einmal unterstreicht. Geraint Thomas (Team Sky) hatte sich das Führungstrikot auf der dritten Etappe nach Villnöss mit einer unwiderstehlichen Attacke am letzten Kilometer geholt und in den letzten beiden Tagen mit seinem Team – allen voran Mikel Landa – alle Attacken der Gegner souverän abgewehrt. Landa, der letztjährige Gewinner des Giro del Trentino, war der Edel-Domestik von Thomas, ehe nun beide gleichberechtigt in den bald beginnenden Giro d’Italia starten.

Den Sieg auf der letzten Etappe von Smarano nach Trient (192,5km) sicherte sich Thibaut Pinot (FDJ). Der Franzose gewann die prestigeträchtige Abschlussetappe vor Brent Bookwalter (BMC) und Geraint Thomas. Nur sieben Sekunden trennten am Ende Thomas und Pinot. Den dritten Gesamtplatz sicherte sich der Italiener Domenico Pozzovivo (AG2R). Die Bergwertung holte sich Alexander Foliforov (Gazprom-RusVelo), bester Nachwuchsfahrer wurde noch Egan Bernal von Androni. Während BMC das beste Team wurde, brachte der Deutsche Pascal Ackermann von Bora-hansgrohe das Sprinttrikot sicher in die Hauptstadt des Trentino.

Geraints Teamkollege Mikel Landa hatte auf den letzten Kilometern vor Trient für hohes Tempo gesorgt und so alle Attacken quasi im Keim erstickt.  Im Zielsprint vor dem Dom holte sich Thibaut Pinot nach zwei zweiten, einem dritten und einem fünften Etappenplatz bei der „Tour of the Alps“ endlich seinen ersten Etappensieg! Brent Bookwalter (BMC) wurde auf dem Kopfsteinpflaster vor Geraint Thomas Zweiter. Aber der Jubel bei Thomas über seinen Gesamtsieg bei der ersten Auflage der Euregio-Rundfahrt überstrahlte alles. Er genoss das Bad in der Menge der tausenden Zuschauer.

Die Österreicher? Stefan Denifl (Aqua Blue) trat am Schlusstag nicht mehr an, seine Landsleute aus dem Team Tirol Cycling büßten mehr als 23 Minuten ein. Sebastian Schönberger schloss im Vergleich mit den Fahrern der World-Tour-Teams als bester Österreicher an der 53. Stelle (+42:01 Minuten) ab. Nach insgesamt rund 785 Kilometer und fast 15.000 Höhenmeter zog  Matthias Krizek, der Teamkapitän des Tirol Cycling Teams eine erste Bilanz: „Auf den ersten drei Etappen hat sich unsere Mannschaft stark präsentiert. Dort konnten wir uns gut in Szene setzen. Auf den letzten beiden Etappen blieben wir aber leider hinter unseren Erwartungen zurück.“

Mit der grenzüberschreitenden Veranstaltung wurde auch ein tolles Zeichen  der Völkerverständigung und des friedlichen Miteinanders gesetzt. Die drei Euregio-Landeshauptleute Günther Platter, Arno Kompatscher (Südtirol) und Ugo Rossi (Trient) sind überzeugt, „dass die Tour of the Alps das Zeug zu einem alpinen Radklassiker hat“. Für Tirols Landeshauptmann Günther Platter stellte die rund 800 Kilometer lange Strecke, die in fünf Tagesetappen von Kufstein nach Trient führte, ein gutes Beispiel für die Stärken der Europaregion dar: „Die Tour-of-the-Alps ist nicht nur in sportlicher Hinsicht bedeutungsvoll: Sie symbolisiert auch eindrucksvoll die grenzüberschreitende Verbindung der drei Landesteile Tirol, Südtirol und Trentino. Die Sportveranstaltung ist bereits ein Vorgeschmack für die Radweltmeisterschaft, die im nächsten Jahr in Tirol stattfindet und unser Land damit zum Nabel des internationalen Radsports macht.“

Geraint Thomas am Podium mit der Tour of the Alps-Trophäe (c) Foto Mosna

STIMMEN

Geraint Thomas

„Diese tolle Rundfahrt war die beste Möglichkeit, mich perfekt auf den Giro d’Italia vorzubereiten. Es war großartig hier, wir waren auch sehr unter Druck. Aber ich hatte ein starkes Team – vor allem mit Mikel Landa, der unglaublich für mich gefahren ist. Beim Giro werden wir uns die Kapitänsrolle teilen und am Ende werden wir sehen, für wen wir fahren.“

„Der Gesamtsieg und die letzten beiden schweren Etappen, als wir das Führungstrikot verteidigen mussten, brachte viel Motivation für den Giro. Aber eine dreiwöchige Rundfahrt kann man mit fünf Tagen nicht vergleichen. Und beim Giro könnte ich von den Zeitfahrern profitieren, vorausgesetzt die Beine sind gut. Und ich hoffe, dass meine derzeitige Stärke am Berg nicht auf Kosten des Einzelzeitfahrens gehen.“

„Die Tour of the Alps ist ein wunderschönes, aber auch sehr hartes Rennen. Für mich war es die beste  Entscheidung, vor dem Giro hier zu fahren.“

Thibaut Pinot

„Ich wollte diesen Etappensieg hier bei der Tour of the Alps und habe hart dafür gekämpft. Schließlich hat es am letzten Tag geklappt. Obwohl auch der Verlust des Gesamtsieges um nur wenige Sekunden schmerzt. Aber ich kann mir nichts vorwerfen: Thomas war zu stark auf der 3. Etappe und ich habe dort den Fehler gemacht, ihm nicht zu folgen. Und heute war es unmöglich ihn abzuhängen.“

„Meine erste Tour of the Alps war eine tolle Erfahrung. Die Regionen hier kannte ich vorher gar nicht, es ist so wunderschön hier. Diese Rundfahrt zu fahren war die absolut richtige Entscheidung. Ich komme nächstes Jahr wieder!“

Das Gesamtergebnis:

1. Geraint Thomas (Wales) 20:49.37
2. Thibaut Pinot (Frankreich) +7”
3. Domenico Pozzovivo (Italien) +20”
4. Michele Scarponi (Italien) +27”
5. Mikel Landa (Spanien) +42”
6. Pierre Rolland (Frankreich) +52”
7. Emanuel Buchman (Deutschland) +54”
8. Danilo Celano (Italien) +54”
9. Egan Bernal Gomez (Kolumbien) +1'o2”
10. Torres Rodolfo (Kolumbien) +1'16”

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