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  Auftakt für die Kletter-Asse

Weltcup

Auftakt für die Kletter-Asse

Jugend-WM in Innsbruck

Die österreichischen Kletter-Spezialisten starten am kommenden Wochenende in die neue Saison. Auch wenn es bis zur olympischen Premiere in Tokio noch drei Jahre dauert, liegt der Fokus bei den Athleten schon bei den Spielen im Zeichen der fünf Ringe.

Wenn am Samstag, 8. April,  im schweizerischen Meiringen der Boulder-Weltcup in die Saison startet, erwarten die Athleten einige Änderungen. Die in den Final-Läufen übliche „Vier Minuten plus“-Wertung wurde abgeschafft, nach vier Minuten ist ab sofort Schluss. Die Gründe dafür dürften wohl in der TV-Tauglichkeit liegen, eine Maßnahme die auch auf Grund von Olympia gefallen ist. Ebenso trifft es die Vorstieg-Bewerbe: statt wie bisher acht, haben die Athleten nur noch sechs Minuten Kletterzeit. 

Auch wenn erstmals seit 2011 Tirol nicht mehr im Weltcup-Kalender aufscheint, Kletter-Fans kommen dank den Jugend-Weltmeisterschaften (30. August – 10. September) in Innsbruck voll auf ihre Kosten. Und außerdem - die österreichischen Athleten haben sich ohnehin sehr intensiv in Tirol auf die kommenden Bewerbe vorbereitet und wollen die gute Form mit in die Wettkämpfe mitnehmen. 

Keine Welt- dafür Europameisterschaften
 

Insgesamt finden in der kommenden Saison 23 Bewerbe rund um den Globus statt. Die sieben Boulder-Wettkämpfe führen die Kletterer hauptsächlich nach Asien, lediglich der Beginn (Meiringen) und das Ende (München) der Saison liegt auf europäischem Boden. Das Finale in München bildet auch den Rahmen für die Boulder-Europameisterschaft.

Für die Athleten eine starke Belastung, wie Katharina Saurwein erzählt: „Körperlich war ich im vergangenen Jahr nach der Asienreise fertig. Man fühlt sich nicht fit, weiß eigentlich nicht mehr wo man genau steht.“ Deshalb verzichtet die routinierte Kletterin heuer auf Asien, sucht sich gezielt Bewerbe aus, um dann beim großen Saison-Ziel, der EM in München, bestmöglich abzuschneiden: Saurwein will dort ins Finale einziehen. 

Ebenso Anna Stöhr, die sich vor Saisonstart in blendender Verfassung befindet: „Zurzeit bin ich wie beflügelt. Ich fühle mich topfit und freue mich auf den Start.“ Die Konkurrenz schläft zwar nicht, Stöhr will sich aber auf sich selbst konzentrieren und so zu Bestleistungen klettern.  

Vor der Heim-Weltmeisterschaft in Innsbruck 2018 werden zusätzlich noch Europameister in den Speed und Vorstieg-Disziplinen gesucht, die Athleten kämpfen im italienischen Campitello di Fassa um Gold, Silber und Bronze. 

Anna Stöhr fühlt sich für den Auftakt topfit (c) KVÖ/Wilhelm

Kombinierer gesucht 

Einer der bei beiden Europameisterschaften am Start sein wird ist Jakob Schubert. Der 26-Jährige klettert dieses Jahr sowohl im Boulder- als auch im Vorstiegs-Weltcup und will sich in beiden Disziplinen in der Weltspitze etablieren. Das neue Kombi-Format, das wegen Olympia eingeführt wurde, macht es möglich: „Bouldern bereitet mir sehr viel Spaß und ich will wegen Olympia wieder ganz vorne mit dabei sein.“ Ziele? „Konstant ins Finale klettern, der Overall-Gesamtweltcup wäre heiß.“  

Das angesprochene Kombi-Format wird auch schon bei der Junioren-WM als Disziplin geführt. Insgesamt erwartet man über 1000 Athleten, ein idealer Testlauf für die  WM im kommenden Jahr also.  

Ebenfalls im Boulder- und im Vorstieg-Weltcup vertreten ist die 22-Jährige Katharina Posch. Sie möchte „in den kommenden Jahren bestmöglich in zwei Disziplinen vorne dabei sein“ um sich für Olympia zu qualifizieren. Ein erstes Ausrufezeichen konnte sie vergangenes Jahr mit einem elften Platz in Innsbruck setzen. „Es geht darum Erfahrung zu sammeln, zu sehen was passt und was nicht.“  

Die neue Saison ist also aufbereitet, die Reise nach Tokio zu den Spielen mag zwar noch lange dauern, der Startschuss dafür fällt in jedem Fall schon heuer.  

Katharina Saurwein und Katharina Posch (c) KVÖ/Wilhelm

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